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Erster Tiefkühlmarkt Süddeutschlands

In diesem Laden gibt es nur Tiefkühlprodukte: Wer hier fündig werden soll

Ulm / Lesedauer: 2 min

Essen am besten frisch vom Markt? In Ulm geht ein Supermarkt einen anderen Weg: Delfo bietet ausschließlich Tiefkühlware. Ist das sinnvoll oder verwerflich? 
Veröffentlicht:11.02.2024, 05:00

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Der Lebensmittelmarkt in Deutschland ist hart umkämpft. „Wir haben uns aber gefragt, wie wir den Handel beleben und eine Marktlücke finden können“, erzählt Melanie Maddaluno, Marktleiterin von Delfo in Ulm. Die Gesellschafter und Gründer des Marktes seien ausgerechnet im Ausland auf die Idee dafür gekommen. In vielen Ländern sind solche Läden bereits etabliert, etwa in Großbritannien, Frankreich oder Italien.

In Deutschland werden Tiefkühlprodukte noch immer am häufigsten von Lieferanten wie Bofrost oder Eismann bis an die Haustür geliefert. Stationäre Tiefkühlmärkte vor Ort aber gibt es kaum. „Die Deutschen sind ja aber trotzdem gewohnt, auch separat einzukaufen“; sagt Maddaluno. „Viele gehen etwa in Getränkemärkte.“ Dieses Kaufverhalten will sich nun auch Delfo zu Nutze machen.

Was es bislang zu kaufen gibt

Vor wenigen Wochen hat das Start-Up daher den ersten Tiefkühlmarkt in Süddeutschland eröffnet. Den Standort in der Ulmer Weststadt hält Maddaluno für „ideal“. Hier gebe es Laufkundschaft, Parkmöglichkeiten, aber auch eine Anbindung an die Straßenbahn in Fußnähe.

Melanie Maddaluno, Marktleiterin von Delfo in Ulm.
Melanie Maddaluno, Marktleiterin von Delfo in Ulm. (Foto: Andreas Spengler)

Und dennoch muss sich der neue Markt wohl erst noch beweisen: Rund 660 Artikel finden sich bislang im Sortiment, fast alles davon ist tiefgekühlt. Neben den klassischen Pizzen, Fisch und Eis gibt es auch exotischere Waren wie indische Tiefkühlkost, Wildfleisch, osteuropäische Waren oder Torten in hochwertiger Qualität. Darunter seien auch einige Bioprodukte sowie vegane Speisen.


Wen das Angebot ansprechen soll

Maddaluno erklärt, das Angebot richte sich bewusst an eine breite Zielgruppe: Größere Familien, Hobbyköche, aber auch Profigastronomen sollen hier fündig werden. Vor allem viele Restaurants arbeiteten inzwischen mit Tiefkühlkost.

Gefrorenes Essen habe häufig zu Unrecht ein schlechtes Image, findet die Marktleiterin. „Das ist ja eigentlich ein uraltes Konzept“, sagt sie. Tiefkühlware sei häufig sogar frischer, wenn sie direkt nach der Ernte tiefgefroren werde.

Das ist ja eigentlich ein uraltes Konzept.

Marktleiterin Melanie Maddaluno über Tiefkühlprodukte

Dank der Kälte kämen die allermeisten Produkte nahezu ohne Konservierungsstoffe aus. Außerdem würden weniger Lebensmittel verschwendet, weil meist nur die benötigte Menge aufgetaut werde. Zudem achte der Laden bei den Tiefkühltruhen auf hochwertige Produkte, die vergleichsweise wenig Strom benötigen. All das spreche unterm Strich für die Tiefkühlware.

Die ersten Kunden haben den Delfo Supermarkt bereits besucht.
Die ersten Kunden haben den Delfo Supermarkt bereits besucht. (Foto: Andreas Spengler)

Wie die Anfangszeit gelaufen ist

Die ersten Wochen im Delfo-Markt seien gut angelaufen, bestätigt Maddaluno. Die Firma denke bereits darüber nach, weiter zu expandieren. Zunächst in Bayern oder Baden-Württemberg. Noch in diesem Jahr soll demnach eine zweite Filiale entstehen.

Zuvor aber gibt es noch eine weitere Veränderung: Delfo liefert inzwischen auf Bestellung auch kostenlos an die Haustür. Maddaluno glaubt, das Erfolgsgeheimnis liege darin, beides anzubieten: Die bequeme Lieferung nachhause, aber auch das Einkaufserlebnis in einem Laden vor Ort.


Supermarkt

Öffnungszeiten

Der Delfo-Markt in der Ulmer Moltkestraße 2 hat täglich von acht bis 21 Uhr geöffnet, außer sonntags.