StartseiteRegionalRegion Ulm/Alb-DonauUlmWofür sich Seebrücke Ulm neben der Seenotrettung stark macht

Gegen den „Rechtsruck“

Wofür sich Seebrücke Ulm neben der Seenotrettung stark macht

Ulm / Lesedauer: 2 min

Die Gruppe setzt sich nicht nur für die Seenotrettung ein, sondern will sich aktiv gegen „Faschismus und Rechtsextremismus“ einsetzen. Was den Mitgliedern wichtig ist.
Veröffentlicht:13.02.2024, 05:00

Artikel teilen:

Seit sechs Jahren setzt sich die Ulmer Gruppe der Organisation Seebrücke für die Rechte von Geflüchteten ein. „Ein Engagement, das angesichts des Rechtsrucks in Deutschland und Europa wichtiger ist denn je“, heißt es von der Seebrücke Ulm, die sich in der Vergangenheit vor allem für die Seenotrettung im Mittelmeer einsetzte.

Aktiv werden gegen den „Rechtsruck“

Die Forderungen der Mitglieder begrenzen sich inzwischen aber nicht mehr auf die Entkriminalisierung der Seenotrettung, sondern zeichnen ein viel größeres Bild. Vielmehr ruft die Gruppe dazu auf, „sich aktiv gegen den erstarkenden Faschismus und Rechtsextremismus in Deutschland und für eine offene, die Menschenrechte achtende Gesellschaft“ einzusetzen.

Ansprache bei Kundgebung auf dem Münsterplatz

„Wir wollen unsere Stimme gegen diesen Rechtsruck erheben“, erklärt Anne-Marie Brückner von der Seebrücke, die im Januar bei der großen Demonstration „gegen Hass und Hetze der AfD“ auf dem Ulmer Münsterplatz vor rund 10.000 Zuhörern ans Mikrofon trat.

Wir wollen auch jetzt noch zeigen: Es geht um Menschen, um Menschenrechte. Und nicht nur um Kosten und Zahlen.

Anne-Marie Brückner

„Zeigen wir, dass wir es nicht akzeptieren, wenn Vertreibung und Deportation gefordert wird“, sagte die 46-Jährige bei der Kundgebung. „Danke, dass ihr hier seid und dieses Zeichen setzt“, fasste sie zusammen, woraufhin viele Zuhörer „Seenotrettung ist kein Verbrechen“ anstimmten.

Das Video der Ansprache Anne-Marie Brückners ist auf der Instagram-Seite der Gruppe zu sehen.

Dafür setzt sich Seebrücke Ulm ein

Seebrücke Ulm ist bereits seit 2018 aktiv - und hat in dieser Zeit einige ihrer selbst gesteckten Ziele erreicht. Unter anderem haben die Mitstreiter seither immer wieder für die Rechte Geflüchteter demonstriert und ihre Solidarität mit der Ukraine zum Ausdruck gebracht. Schon ein Jahr nach der Gründung hatte die Seebrücke Ulm zudem eine große Petition gestartet - die zum Erfolg führte.

Ulm seit fünf Jahren „Sicherer Hafen“

Seebrücke Ulm forderte, dass die Stadt Ulm ein „Sicherer Hafen“ für ankommende Geflüchtete werden sollte - und das ganz offiziell. So werden bei der bundesweit agierenden Seebrücke jene Städte genannt, die „geflüchtete Menschen willkommen heißen“ und bereit seien, weitere Menschen aufzunehmen.

Es gibt so viele Menschen, die diesen Rechtsruck überhaupt nicht wollen.

Anne-Marie Brückner

Die Petition wurde damals vom Gemeinderat angenommen. „Wir wollen auch jetzt noch zeigen: Es geht um Menschen, um Menschenrechte“, sagt Anne-Marie Brückner. „Und nicht nur um Kosten und Zahlen.“

Kontakt zur Seebrücke Ulm

Wer bei der Seebrücke mitmachen möchte, kann sich per Mail an [email protected] wenden.

Gruppe will wieder verstärkt in Erscheinung treten - und sucht Mitstreiter

Darauf will die Ulmer Gruppe der Seebrücke im neuen Jahr wieder verstärkt aufmerksam machen. „Wir waren eine Zeit lang nicht so laut“, gibt Anne-Marie Brückner zu. „Das soll sich jetzt wieder ändern.“ Jetzt gehe es auch darum, sich mit anderen Menschenrechtsorganisationen in der Stadt zusammenzutun und gemeinsam weitere Aktionen auf die Beine zu stellen.

Für Menschenrechte und gegen Rechtsextremismus - und das über Organisationsgrenzen hinaus. „Es gibt so viele Menschen, die diesen Rechtsruck überhaupt nicht wollen“, sagt Anne-Marie Brückner.