Ulm

Erst Hakenkreuze, jetzt Kinderpornos: schlimmer Verdacht gegen Polizisten

Ulm / Lesedauer: 1 min

Den Stein ins Rollen brachte ein Ulmer Polizist. Er soll verbotene Bilder in Chatgruppen verbreitet haben. Nun geht es auch um Kinderpornografie.
Veröffentlicht:24.01.2023, 17:58
Aktualisiert:24.01.2023, 01:00

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Erst im Dezember wurde bekannt: Ein 28-jähriger Ulmer Polizist ist vom Dienst suspendiert worden, weil er Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in Chatgruppen verbreitet haben soll. Konkret soll es sich um mehrere Abbildungen von Adolf Hitler sowie Hakenkreuze handeln.

Im Zuge der Ermittlungen rückten fünf weitere Polizeibedienstete in den Fokus der Ermittler. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) übernahm die Angelegenheit und überprüfte rund 6000 Chatgruppen. Dabei wurden weitere Nachrichten mit strafrechtlich relevanten Inhalten festgestellt.

In den Fokus der Ermittler rückten in der Folge weitere 70 Polizeibedienstete, weil sie Teilnehmer dieser Chatgruppen waren. Gegen sie werden disziplinarrechtliche Untersuchungen geführt. Gegen sieben Polizeibedienstete laufen strafrechtliche Ermittlungen.

Am Dienstagabend haben LKA und Staatsanwaltschaft Ulm bekanntgegeben, dass Polizisten weitere Straftaten begangen haben könnten: Es geht um Kinderpornografie.

Die Staatsanwaltschaft und das LKA ermitteln demnach auch gegen fünf Polizeibedienstete wegen des Besitzes von Kinderpornos. Sie stehen im Verdacht, im Sommer 2019 in einer Chatgruppe ein Video mit kinderpornografischem Inhalt von einem der 70 beschuldigten Polizeibeamten empfangen zu haben. Am 16. Dezember 2022 kam es daher zu Durchsuchungen, bei der weitere Mobiltelefone sowie Hardware und Speichermedien beschlagnahmt wurden.

Wo die verdächtigen Polizisten arbeiten, ist unklar. Die Ermittlungen daueren an.