Botschaft

Christian Bischoffs Botschaft lautet: Gib nie auf!

Ulm / Lesedauer: 3 min

Der Motivationstrainer fordert die 5200 jungen Zuhörer in der Ratiopharm Arena auf, sich Ziele im Leben zu setzen
Veröffentlicht:29.02.2012, 20:25
Aktualisiert:25.10.2019, 11:00

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Der Mann auf der Bühne trägt ein schwarzes Polo-Shirt, eine schwarze Hose und eine randlose Brille. Nichts an ihm ist auffällig – außer sein rotes Stirnband, das in die Halle leuchtet. „Gib nie nie nie auf!“, ruft Christian Bischoff seinem jungen Publikum zu. Die Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena füllt sich mit lautem Klatschen.

5200 Schüler, Auszubildende und Studenten sind in die Halle gekommen – zum größten Motivationstraining dieser Art in Deutschland, wie Organisatorin Brigitte Schilling von der Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen stolz berichtet. Die 90 Minuten mit einem der bekanntesten Motivationstrainer Deutschlands sollen den jungen Menschen helfen, erfolgreich in ihr Leben zu starten.

Ganze Jahrgangsstufen nutzen den Schalttag für einen Schulausflug in die Arena. Die meisten kommen aus der Region, aber es gibt auch Klassen, die bis aus Stuttgart angereist sind. In der Halle geht das Licht aus, laute E-Gitarren-Klänge scheppern durch die Lautsprecher. Christian Bischoff tritt auf die Bühne, begrüßt die Jugendlichen – und stellt gleich klar: „Deine eigene Einstellung ist der entscheidende Faktor, wie sich dein Leben entwickelt.“

Konzentration, Disziplin und eine genaue Zielsetzung, darauf legt Bischoff das Hauptaugenmerk. Die Botschaften des 35-Jährigen sind einprägsam, aber nicht neu. Talent allein sei nicht der entscheidende Faktor im Leben. Stattdessen zähle Disziplin: „15 konzentrierte Minuten mehr am Tag, die ihr eurem Ziel widmet, helfen euch, erfolgreich zu sein.“

Aber nicht nur Disziplin stärkt den Erfolg, auch das eigene Selbstbewusstsein ist wichtig. Die Jugendlichen sollen sich gegenseitig sagen, was die Stärken des anderen sind und wofür sie ihm dankbar sind. Das Konzept geht auf: Die Zuhörer gehen aufeinander zu, tauschen sich aus. Viele Gruppen mischen sich, einige Schüler und Schülerinnen liegen sich in den Armen.

Christian Bischoff wirkt glaubwürdig, weil er auch seine eigenen Rückschläge nicht ausblendet. Bischoff war mit 16 Jahren Deutschlands jüngster Basketball-Bundesligaspieler, musste mit 19 wegen Rückenproblemen aufhören. Er war mit 25 Jahren jüngster Cheftrainer der Liga, mit 26 allerdings schon wieder gefeuert. Jetzt ist er als Lebenstrainer international erfolgreich. Seine letzte Botschaft: „Egal, wie du aussiehst – du bist gut so, wie du bist!“

Andrea Helsene hat der Auftritt gefallen. „Ich finde, er hat das Ganze gut rübergebracht. Das hilft dabei, mir Ziele zu setzen“, sagt die 17-Jährige. Sie ist mit ihrer Klasse von der Emil-Schmid-Schule in Neu-Ulm gekommen. Lehrer Wendelin Fruth ist ebenfalls begeistert. „Das ist genau die Botschaft, die ich meinen Schülern vermitteln will – dass sie alle Möglichkeiten haben, auch, wenn sie auf der Hauptschule sind.“ Der 58-Jährige hofft, dass die Schüler möglichst viele von Bischoffs Tipps umsetzen können.

Organisatorin Brigitte Schilling ist zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Zusammen mit dem Arbeitskreis Schule-Wirtschaft hat sie den Trainer nach Neu-Ulm geholt. Auch sie selbst habe noch einiges mitnehmen können, obwohl sie den Vortrag mittlerweile schon einige Male gehört hat: „Zuviel Motivation, das gibt es ja nicht.“