Kunstraum

Bleibende Erinnerung

Ulm / Lesedauer: 1 min

Bei einer Performance mit dem palästinensischenKünstler Wafa Hourani fließen Blut und Tätowiertinte
Veröffentlicht:08.08.2016, 10:25
Aktualisiert:23.10.2019, 13:00

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Für Wafa Hourani aus Ramallah im Westjordanland ist der Nahostkonflikt das zentrale Thema seiner künstlerischen Arbeit – an das ihn nun eine Wunde erinnert: Bei einer Performance im temporären Kunstraum „Café Beirut“ in der Ulmer Gideon-Bacher-Straße schnitt er er sich eine Linie in die Handfläche. Noch bleibender dürfte die Erinnerung an diesen Abend für fünf Mutige sein: Sie ließen sich die Linie tätowieren.

Die Idee hinter der Performance „Palmystery“ entstand durch eine besondere Fähigkeit des 1979 geborenen Hourani: Er ist auch in der Kunst des Handlesens ausgebildet. Dabei entdeckte er, dass man, wenn man die sogenannte Kopf- mit der Lebenslinie auf eine bestimmte Weise mit einem geraden Strich verbindet, man die Umrisse Palästinas erhält – wohlgemerkt der historischen Landschaft, nicht des jetzigen Staates. Denn Hourani geht es nach eigenen Aussagen um die Vision einer friedlichen Nahostregion ohne Grenzen und Zäune. „Ich arbeite für die Zukunft“, sagt der Künstler. Eine Haltung, die sich auch in seiner im Stadthaus gezeigten Arbeit „Qalandia 2087“ manifestiert. Diese zeigt das gleichnamige Flüchtlingslager im Norden von Jerusalem 100 Jahre nach der ersten Intifada.

Für Hourani endete mit der Performance sein Arbeitsaufenthalt in Ulm, die Ausstellung im Stadthaus läuft noch bis 14. August.