Donaubad

Oben-ohne-Baden in Ulm? Fürs Donaubad ist das kein Tabu mehr

Ulm / Lesedauer: 3 min

In Göttingen können Frauen am Wochenende das Bikini-Oberteil zu Hause lassen. Das Ulmer Freizeitbad beobachtet das Experiment interessiert - und kann sich so eine Regelung durchaus vorstellen.
Veröffentlicht:01.07.2022, 05:00
Aktualisiert:01.07.2022, 11:50

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Mehr Nacktheit wagen: Dieser Slogan gilt seit Mai in Göttingen. Frauen können dort an den Wochenenden oben ohne Baden. Das Experiment sorgte und sorgt in ganz Deutschland für Schlagzeilen und Diskussionen, und auch das Donaubad Ulm /Neu-Ulm beobachtet aus der Ferne, wie die neuen Regelungen in Göttingen ankommen.

Das sagt der Schwimmbad-Chef

Dass Göttingen die erste deutsche Stadt ist, in der dieser Schritt hin zu „FKK light“ gegangen wird, wenn auch zunächst nur testweise, hat aus Sicht des Leiters der Göttinger Schwimmbäder, Andreas Grube , vor allem diesen Grund: Göttingen sei eine Universitätsstadt und dadurch „sehr jung und sehr modern“. Dadurch sei die Stadt „vielleicht offener als andere Städte“, die eine andere Bevölkerungsstruktur haben, so Grube zum „Spiegel“.

Punkte, die allesamt auch auf Ulm/Neu-Ulm zutreffen. Ulm ist wie Göttingen Uni-Stadt mit vielen jungen Bürgern (die Städte sind außerdem ungefähr gleich groß). Und auch Neu-Ulm, wo sich das Donaubad befindet (betrieben wird es von den beiden Städten gemeinsam), verfügt über eine Hochschule. Warum also nicht auch an der Donau mehr „Brustschwimmen“ wagen?

Martin Paul , der Marketing-Leiter des Donaubads, klingt auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ tatsächlich nicht grundsätzlich abgeneigt. Man beobachte die Diskussionen zum Oben-ohne-Baden in Göttingen derzeit „durchaus“, teilt er mit. Und: Man werde die Debatte auch „weiterhin“ verfolgen. Auch wenn die Option „aktuell“ für die Donaubad-Anlage „noch“ keine sei.

Ein grundsätzliches „Nein“ klingt anders – vor allem das „noch“ in Pauls Ausführung deutet an, dass da noch etwas kommen könnte.

Um ein Tabu handelt es sich beim Oben-ohne-Baden für das Donaubad ganz offensichtlich nicht mehr. Wenngleich Martin Paul mitteilt - als die „Schwäbische Zeitung“ nachfragt, ob auch Gäste des Bades bereits den Wunsch nach mehr Textilfreiheit geäußert haben -, dass er ansonsten nichts Weiteres sagen könne. Paul: „Weiter möchten wir bei dieser Thematik noch nicht in die Tiefe gehen.“ Auch hier wieder: das eindeutig zweideutige „noch“.

Bislang ist die Nachfrage überschaubar

Sprung zurück an den Beckenrand in Göttingen und zur Frage, wie das neue Angebot dort an den Wochenenden überhaupt ankommt. Schwimmbad-Chef Grube spricht im „Spiegel“ von recht überschaubaren Zahlen. Er verweist auf ein zurückliegendes Wochenende Ende Juni, als rund 10 000 Badegäste gezählt worden seien. Unter diesen: Schätzungsweise nur rund sieben Frauen, die auf ihr Bikini-Oberteil verzichtet hätten.

Von einem Flop will Grube jedoch nichts wissen, sondern kündigt im Gegenzug sogar an, das Oben-ohne-Baden nach der Testphase (läuft Ende August aus) im ganz regulären Badebetrieb zu verankern. Danach, so Grube, sehe es aktuell tatsächlich aus.

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