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Neuer Fotoband

Auf 200 Seiten: So schön ist der Alb-Donau-Kreis

Ulm / Lesedauer: 6 min

Fotograf Günther Bayerl hat die schönsten Orte im Kreis festgehalten. Ein Blick auf Natur, Brauchtum und die wachsende Industrie im Alb-Donau-Kreis.
Veröffentlicht:01.12.2023, 05:00

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200 Seiten zum Staunen - so ungefähr kann das Buch beschrieben werden, das der Alb-Donau-Kreis am Mittwochabend im Landratsamt vorgestellt hat. Anlässlich des 50. Geburtstages des Alb-Donau-Kreises ist ein Bildband von Fotograf Günther Bayerl entstanden, der die Schönheit, die Natur, die Entwicklung und Vergangenheit des Alb-Donau-Kreises gleichermaßen in Szene setzt. Ergänzt mit kleineren Texten, unter anderem von Redakteuren der „Schwäbischen Zeitung“ und weiteren Experten aus unserer Heimat, ist nun ein Werk auf dem Markt, auf das selbst Landrat Heiner Scheffold „sieben Jahre lang hat warten müssen“.

Lockere Atmosphäre

In lockerer Atmosphäre hat Landrat Heiner Scheffold am Mittwochabend zusammen mit seinem Öffentlichkeitsarbeit-Team, bestehend aus Daniela Yvonne Baumann, Katrin Frauenlob und Anna-Lena Hoffmann das Buch „Der Alb-Donau-Kreis im Wandel“ vorgestellt. „Wo wir sind, ist vorne“, betonte dabei der Landrat mit einem Augenzwinkern. Denn nicht nur in der Entwicklung gehört der Alb-Donau-Kreis zu den besten Landkreisen im Land. Er steht auch bei der alphabetischen Auflistung der Landkreise ganz vorne. Besonders stolz war Landrat Scheffold bei der Buchvorstellung auch darüber, dass seine Vorgänger im Amt, Alt-Landrat Wolfgang Schürle und Alt-Landrat Heinz Seiffert bei der Vorstellung dabei waren. „Jeder Landrat hat zu seiner Zeit die besten Entscheidungen für den Kreis getroffen“, betonte Scheffold, der an diesem Abend sogar gleich zwei Bücher präsentieren konnte. Denn neben dem Bildband über den Alb-Donau-Kreis ist ein Buch erschienen, das 25 Menschen aus dem Kreisgebiet porträtiert. Es trägt den Titel „Wir. Geschichten aus dem Alb-Donau-Kreis“.

Große Aufregung

In seiner Vorstellung ging Landrat Scheffold dann auch kurz auf die Anfänge des Kreises ein. Er hob hervor, dass der ehemalige Landtagsabgeordnete und Staatssekretär Ventur Schöttle aus Granheim der Namensgeber des Alb-Donau-Kreises ist. Er sprach davon, dass zu Beginn der Reformpläne die Aufregung in der Raumschaft groß gewesen ist, die Altkreise Ehingen und Ulm wollten nicht zueinander, die Streitigkeiten waren enorm. „Die Wogen glätteten sich schließlich langsam. Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg war die Namensfindung. Um keinem Teil des neuen Gebildes das Gefühl zu geben, von einem anderen Teil geschluckt worden zu sein, musste eine neutrale Bezeichnung her. Deshalb orientiert sich der Name des Alb-Donau-Kreises an den wichtigsten geografischen Großlandschaften. Er ist Ausdruck der Versöhnung und der regionalen Vielfalt. Kulturgeschichtlich gleicht der Alb-Donau-Kreis dem Heiligen Römischen Reich in der Nussschale, schließlich waren hier alle Herrschaftsformen vertreten: eine freie Reichsstadt mit der Stadt Ulm, vorderösterreichische Territorien, in denen Ehingen eine gewichtige Funktion hatte, württembergische Territorien mit der damals zentralen Stadt, dem Oberamt Blaubeuren, Reichsritterschaften und geistliche Territorien. Entsprechend vielgestaltig sind die Traditionen und Mentalitäten, die der Kreis vereint“, so Scheffold. Dass der Kreis auch landschaftlich total verschieden sein kann, kommt in dem Bildband perfekt zur Geltung. Die Hochflächen der Schwäbischen Alb mit ihren Wacholderheiden und Magerwiesen werden ebenso in Szene gesetzt, wie die Täler von Blau, Lone, Schmiech, Lauter, Donau und Iller. Die barocken Kirchen, Klöster und Schlösser dürfen ebenso wenig im Bildband fehlen, wie die Kulturgeschichte, das Weltkulturerbe und die innovativen Unternehmen im Kreis.

Integrative Kreispolitik

„Das Resultat einer integrativen Kreispolitik der verschiedenen Landräte hat auch dazu geführt, dass wir im Alb-Donau-Kreis die unterschiedlichsten Branchen, hidden champions und Weltmarktführer haben. Hinzu kommen drei Gesundheitszentren, gute Anschlüsse an die Autobahnen A7 und A8 sowie an die Flughäfen“, erklärte Scheffold dem Publikum, das aus den Autoren, Mitwirkenden, Unternehmern und weiteren Gästen bestand. „Für mich ist ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen. Vor sieben Jahren hatte ich schon den Wunsch nach einem Buch, das zeigt, dass man auch als Landrat einen langen Atem haben muss“, sagte Scheffold, der betonte, dass sich beide Bücher „perfekt ergänzen“.

Zu Gast waren an diesem Abend mehrere Protagonisten der Bücher, unter anderem auch Lutz Mammel, der mit seiner Firma die bekannten Alb-Leisa vertreibt. „Der Alb-Donau-Kreis ist natürlich unsere Heimat geworden. Hier hat auch der Siegeszug der Alb-Leisa begonnen“, erklärte Mammel, der seit 15 Jahren das Unternehmen seines Vaters Woldemar Mammel leitet und viel mit dem Anbau und Entwicklung der Linsen zu tun hat. „Wir haben zehn Mitarbeiter und atmen gerade einfach mal durch. Wir brauchen nicht immer ein Wachstum um des Wachstums Willen“, erklärte Mammel.

Viel Wachstum bei Liebherr

Über viel, über sehr viel Wachstum konnte indes Ulrich Hamme, einer von vier Geschäftsführern des Liebherr-Werks Ehingen, berichten. Als der Alb-Donau-Kreis im Jahr 1973 entstand, arbeiteten 567 Menschen im Ehinger Werk. 30 Krane wurden pro Jahr hergestellt und hauptsächlich nach Deutschland, Österreich und die Schweiz verkauft. „Heute arbeiten mehr als 5000 Menschen bei uns in Ehingen. Wir haben einen Umsatz von aktuell 2,8 Milliarden Euro im Jahr und liefern pro Jahr mehr als 2000 Krane in die ganze Welt. Jeder zweite Kran auf der Welt ist durch das Ehinger Werkstor gefahren oder gefahren worden“, betonte Hamme und machte damit deutlich, dass Liebherr in Ehingen unangefochtener Weltmarktführer im Mobil- und Raupenkranbereich ist.

„Natürlich hat sich im Laufe der Zeit unserer Struktur verändert und natürlich haben sich auch die Kunden verändert. Geblieben ist aber die Mentalität der Menschen im Alb-Donau-Kreis, die für uns arbeiten. Und da ist es egal, ob es 500 oder 5000 Menschen sind. Das Liebherr-Werk Ehingen definiert sich über die Menschen, die sind Liebherr Ehingen“, betonte Hamme, der auch ein für alle Mal mit dem Mythos aufräumte, dass die Liebherr-Mitarbeiter in Ehingen „gelbes Blut“ - entsprechend der Hauptkranfarbe - hätten. „Ich habe mich kürzlich an der Hand verletzt und geblutet. Es stimmt tatsächlich, das Blut war gelb“, scherzte Hamme, der dann ein wenig auf die Struktur des Weltmarktführers aus dem Alb-Donau-Kreis einging.

Weltweit 4000 Kunden

„Wir verkaufen unsere Maschinen direkt über unsere Organisationen an die Endkunden. Wir haben weltweit 4000 Kunden und sind mit denen Tag täglich im Kontakt. Wir begleiten unsere Kunden und unsere Krane ein Leben lang“, betonte Hamme und sagt: „Genau das macht uns in den Märkten so erfolgreich.“ Ebenfalls Teil des Liebherr-Erfolgs in Ehingen ist auch die Tatsache, dass man Hinweise und Vorschläge ernst nehme. Hamme erinnerte an einen zehnjährigen Jungen, der in der Corona-Zeit ein Bild an das Ehinger Werk schickte, auf dem er technische Verbesserungsvorschläge für einen Mobilkran einzeichnete. So zum Beispiel die Idee, den Ausleger komplett im Kraninneren verschwinden zu lassen. „Wir haben, wegen Corona, mit dem Jungen dann eine Videoschalte gemacht und diskutiert. Wegen des Drehkranzes können wir den Ausleger nicht verschwinden lassen. Wir haben aber einen absoluten Liebherr-Fan gewonnen“, so Hamme.

Dass die Unternehmen auch weiterhin im Alb-Donau-Kreis erfolgreich arbeiten können - dafür möchte Landrat Heiner Scheffold die Rahmenbedingungen schaffen. „Wir müssen als Standort attraktiv bleiben. Dazu gehört natürlich die Digitalisierung, aber auch der Ausbau der regenerativen Energien. Wir sitzen hier im Süden am Ende der Leitung aus dem Norden. Wir müssen uns hier selbst versorgen“, sagte Scheffold.


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