Punkband

AfD wettert gegen Konzert von Punkband Feine Sahne Fischfilet

Ulm / Lesedauer: 2 min

Oberbürgermeister verteidigt Auftritt von Feine Sahne Fischfilet
Veröffentlicht:30.10.2018, 18:46
Aktualisiert:22.10.2019, 15:00

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Der AfD-Kreisverband Ulm/Alb-Donau fordert, dass die linke Punkband Feine Sahne Fischfilet nicht im Ulmer Roxy auftreten darf. Der Veranstalter und der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch weisen die Kritik zurück.

Die Musiker waren zuletzt bundesweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem ein Auftritt in Dessau abgesagt wurde. Zu der Absage kam es nach heftigen Protesten von AfD und CDU. Die Parteien hatten den geplanten Auftritt kritisiert, weil die Band aus Rostock zeitweise vom Landesverfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern beobachtet wurde.

Wir bitten die Verantwortlichen der Stadt Ulm , dieser Band in Ulm keine Bühne zu bieten.“

AfD-Kreisverbandssprecher Eugen Ciresa schreibt in einem Brief an Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch: „Wir bitten die Verantwortlichen der Stadt Ulm, dieser Band in Ulm keine Bühne zu bieten. Sie verherrlicht Gewalt gegen Polizisten und verbreitet Hass auf Deutschland.“ Den Brief hat Ciresa an Czisch persönlich geschickt und auf der Facebook-Seite des AfD-Kreisverbands veröffentlicht.

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Im Gespräch mit unserer Redaktion sagt der Politiker: „Wenn das Konzert privat stattfindet, ist uns das egal. Aber es soll nicht staatlich gefördert stattfinden.“ Deswegen solle die Band nicht im Roxy auftreten. Die Kultureinrichtung wird durch Steuergelder unterstützt.

Oberbürgermeister Gunter Czisch weist die Kritik zurück: „Das Konzert einer linken Punkband aus Mecklenburg-Vorpommern, die sich auch seit Jahren gegen Fremdenfeindlichkeit engagiert, beschädigt unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung nicht“, sagt er. Es entbehre nicht einer gewissen Ironie, dass sich ausgerechnet die AfD sich um die freiheitlich-demokratische Grundordnung sorge.

Czisch betont, dass mit städtischen Zuschüssen keine „Oberaufsicht“ über das Programm verknüpft sei. Abweichende Meinungen auszuhalten und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, mache eine Stadtgesellschaft stark.

Roxy-Sprecher Henning Reinholz bezeichnete den offenen Brief als „die übliche plumpe Provokation“. Für verschärfte Sicherheitsmaßnahmen sehe er keinen Anlass. Das Konzert am Freitag, 16. November, sei schon seit Monaten ausverkauft.