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Tarnverein

Ärger vorprogrammiert? Linke und rechte Gruppe gehen zeitgleich auf die Straße

Ulm / Lesedauer: 2 min

Die Ulmer Polizei dürfte gewarnt sein: Am Samstag wollen Linke „rechte Lebensräume zerschlagen“. Dagegen protestiert eine Gruppe vom rechten Rand.
Veröffentlicht:20.05.2022, 11:00

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Auch in Ulm treiben rechte Gruppierungen, wie beispielsweise die verfassungsfeindliche Identitäre Bewegung (IB), ihr Unwesen – meist im Verborgenen. Unlängst wurde bekannt, dass die IB offenbar einen Tarnverein gegründet und Räume in Ulm angemietet hat. Unter anderem dagegen macht an diesem Samstag, 21. Mai, das linke Lager mobil.

Unter dem Motto „rechte Lebensräume benennen und bekämpfen“ findet ab 16 Uhr eine Demonstration statt, zu der unter anderem das linke „Kollektiv 26“ aufruft.

Stopp vor den vermeintlichen Räumen der Identitären Bewegung

Los geht es um 16 an den Sedelhöfen/Albert-Einstein-Platz. Der Zug soll sich anschließend durch die Innenstadt zu den vermuteten Räumlichkeiten der Identitären Bewegung Schwaben in der Karlstraße schlängeln und vor dem Theater enden.

Warum die Identitäre Bewegung so gefährlich ist? Dazu heißt es in der Pressemeldung zur Demo: „Sie versucht seit Jahren, sich als harmlos, akademisch und modern zu geben. Hinter ihren neuen Phrasen steckt aber ein altbekanntes extrem rechtes Weltbild.“

Dieses Weltbild beinhalte die „rassistische Ablehnung“ aller Menschen, die nicht der völkischen Vorstellung vom Deutsch sein entsprechen, verschwörerisches und antisemitisches Geraune „von angeblich verantwortlichen geheimen Mächten“ sowie sexistische und antifeministische Rollenbilder sowie die rückwärtsgewandte „Ablehnung von Aufklärung und Moderne“.

Neonazi soll Gegenkundgebung angemeldet haben

Wie jetzt bekannt wurde, wollen Teile des rechten Lagers in Ulm am Samstag nun aber ebenfalls „Präsenz“ zeigen. Das „Kollektiv 26“ teilte am Donnerstag mit, dass für ebenfalls 16 Uhr eine Art „Gegenkundgebung“ bei der Stadt Ulm angemeldet worden sei. Anmelder soll der Ulmer Gemeinderat und Neonazi Markus Mössle sein.

Die Stadt Ulm bestätigt die Anmeldung der „Gegenkundgebung“ seitens Mössle. Diese stehe unter dem Motto: „Meinungsfreiheit für alle – ohne Einschränkungen.“Anders als das linke Lager soll Mössle jedoch nicht durch die Stadt marschieren, sondern habe lediglich eine „Standkundgebung“ geplant, auf dem Ulmer Marktplatz.

Ob es zum Aufeinandertreffen der beiden Lager kommt? Die Polizei dürfte etwas dagegen haben. Außerdem geht zumindest das „Kollektiv 26“ davon aus, dass die rechte Kundgebung kaum Beachtung finden werde. Schon andere Kundgebung Mössles seien „nicht gut besucht“ gewesen.