Münsterglocke

7000 Bläser und die Münsterglocken verschmelzen

Ulm / Lesedauer: 2 min

7000 Bläser und die Münsterglocken verschmelzen
Veröffentlicht:20.06.2010, 18:55
Aktualisiert:26.10.2019, 02:00

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Mehr als 7000 Bläser auf dem Münsterplatz, dazu einige tausend Zaungäste um den Platz herum – allein die Masse an Menschen und Instrumenten machte die Schlussfeier des Landesposaunentags am Sonntag zum eindrucksvollen Erlebnis.

Am Ende verschmolzen die Klänge der Posaunen und das Geläut der Münsterglocken bei den Chorälen „Nun danket alle Gott“ und „Gloria sei dir gesungen“ zum vielstimmigen Gotteslob. Kleines Wunder am Rande: Während der knapp einstündigen Schlussfeier fiel kein einziger Tropfen Regen, und so konnte Landesposaunenwart Hans-Ulrich Nonnenmann den Massenchor auf dem Münsterplatz sogar hemdsärmelig dirigieren.{element}

Der evangelische Landesbischof Frank Otfried July lobte bei der Schlussfeier die flächendeckende Bildungs-, Kultur- und Jugendarbeit der württembergischen Posaunenchöre. „Die Bläserarbeit ist das Mehrgenerationenhaus in unserer Kirche“, verwies der Bischof auf die rund 18 000 Bläser, die in den evangelischen Gemeinden Württembergs ihren musikalischen Dienst tun – vom zehnjährigen Knirps bis zum 80-jährigen Rentner.

Der Landesbischof hatte bereits am Morgen im Gottesdienst im überfüllten Münster gepredigt. Dort saßen die Bläser dicht gedrängt zum Teil auf Bierbänken in den Seitenschiffen. Der Landesbischof betonte in seiner Predigt die tröstende und ermutigende Kraft des Glaubens, die auch im diesjährigen Motto des Posaunentags zum Ausdruck komme: „Eurer Herz erschrecke nicht!“.

Auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan lobte die Posaunenchöre für ihre Bildungsarbeit, die sich nicht in Schulstunden packen lasse: „Diese Arbeit hat etwas mit der Ermutigung und Stärkung der Menschen zu tun.“ Schavan gab sich als Ulmer Bundestags-Abgeordnete auch lokalpatriotisch. „Wer Rom und den Petersplatz lobt, war wohl noch nie in Ulm auf dem Münsterplatz vor dem höchsten Kirchturm der Christenheit“, rief die katholische Theologin den 7000 evangelischen Bläsern zu.

Zwischen den Gottesdiensten am Morgen und der Schlussfeier am Nachmittag verwandelten die Posaunenchöre zahlreiche Ulmer Plätze in eine „klingende Stadt“. Als der Regen einsetzte, retteten sich viele Chöre unter die Vordächer der Geschäfte und musizierten dort weiter. Aber auch das „diakonische Blasen“ hat beim Landesposaunentag Tradition – neun Chöre spielten in Krankenhäusern und Pflegeheimen für Alte und Kranke auf.

OB Ivo Gönner nannte den alle zwei Jahre in Ulm stattfindenden Posaunentag eine Demonstration des Glaubens, der Gemeinschaft und der Solidarität. „Gerade in einer Zeit, da manch soziales Gefüge auseinander zu brechen droht, setzt der Posaunentag ein Zeichen, dass es auch anders geht“, rief Gönner den Teilnehmern der Schlussfeier zu und lud sie zugleich zum 44. Landesposaunentag nach Ulm ein. Dieser findet am 23. und 24. Juni 2012 statt.{element}