Geldstrafe

46-Jähriger aus Mazedonien muss Geldstrafe zahlen

Ulm / Lesedauer: 2 min

46-Jähriger aus Mazedonien muss Geldstrafe zahlen
Veröffentlicht:31.03.2014, 21:15
Aktualisiert:24.10.2019, 15:00

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Eine Beinahe-Massenschlägerei in der Blaubeurer Straße im Februar vorigen Jahres beschäftigt die Ulmer Justiz seit Monaten. Jetzt hat am Amtsgericht Ulm ein weiterer der damals Beteiligten die Quittung für seine Tat bekommen. Der 46-jährige Mann aus Mazedonien wurde wegen Bildung bewaffneter Gruppen zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte, der in seiner Heimat angeblich von 20 Euro Sozialhilfe im Monat lebt, muss 120 Tagessätze zu je fünf Euro bezahlen.

Richter Walter Waldenmaier sah es nach zweitägiger Verhandlung als erwiesen an, dass der 46-Jährige an einer Auseinandersetzung zwischen der verbotenen Gruppierung Red Legion aus Stuttgart und den rockerähnlichen Black Jackets beteiligt war, die sich vor einem Bordell abspielte. Etwa 30 Mitglieder der Red Legion sollen in der Nacht zum 23. Februar vorigen Jahres nach Ulm gekommen sein, um die Rivalen zu provozieren.

Als sie nach ausgiebiger Zecherei aus einer Tabledancebar traten und auf das Bordell zuliefen, sollen sich fünf Männer der Black Jackets bewaffnet haben und auf die Straße gegangen sein, um sich der Meute entgegenzustellen. Zu ihrem Arsenal gehörten Beile, Elektroschocker und eine Schaufel. Der Boss der Truppe soll mit einer scharfen Pistole geschossen haben, weshalb er sich derzeit am Landgericht Ulm wegen versuchten Mordes verantworten muss. Verletzt wurde letztlich niemand.

Der 46-jährige Mazedonier soll sich einen Baseballschläger geschnappt haben und mit hinaus gerannt sein. Es stehe fest, dass der Angeklagte sich der Gruppierung in jener Nacht angeschlossen hat, sagte Richter Waldenmaier – auch wenn er wohl eine eher untergeordnete Rolle gespielt habe und den Black Jackets nicht angehörte.

Der Angeklagte war damals zu Besuch bei seinem Bruder und hatte über einen Bekannten Kontakte in das Bordell geknüpft, wo er sich regelmäßig aufhielt und betrank. Dass er aber am Tattag so betrunken war, dass er nicht mehr laufen konnte, wie es der Bruder des Angeklagten als Zeuge schilderte, glaubte das Gericht nicht. Die Verteidigung forderte dennoch Freispruch. Staatsanwältin Susanne Brückner forderte eine Geldstrafe in Höhe von 2700 Euro. Das Gericht stützte sich wesentlich auf die Aussagen einer ehemaligen Prostituierten, die den Angeklagten belastet hatte.