Außensaison

Außensaison im Urmu Blaubeuren startet

Schelklingen / Lesedauer: 3 min

Zahlreiche Steinzeitwerkstätten im Juni und Juli bieten die Möglichkeit, die Steinzeit selbst zu erleben
Veröffentlicht:31.05.2017, 10:25
Aktualisiert:23.10.2019, 05:00

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Die Außensaison im urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren hat begonnen. Das Museum hat ein Wettersegel, das die Besucher auch im mittelalterlichen Museumsinnenhof vor Regen und Sonne schützt. Somit sieht das Team etwaigen Wetterkapriolen gelassen entgegen. Die Steinzeitexperten hoffen indes auf zahlreiche Besucher bei den sonntäglichen Steinzeitwerkstatt.

Der Juni soll sonnig beginnen und das Urmu-Team will das gute Wetter nutzen, um in die Außensaison mit einer Exkursion zu starten. Der Steinbruch Merkle bei Gerhausen bietet einen geologischen Blick in die Vergangenheit. 150 Millionen Jahre Albgeschichte können die Besucher am Montag, 5. Juni, von 13 bis 17 Uhr unter der Anleitung der Diplom-Geologin Iris Bohnacker entdecken. Wie ein Fenster in eine längst vergangene Zeit gewährt der Steinbruch den Teilnehmern einen Blick auf den Grund des Jurameers, seine Riffe und seine Bewohner. Bei der Exkursion lernen Interessierte, geologische Strukturen zu erkennen und zu deuten und mit etwas Glück finden sie ihr ganz persönliches Andenken: Einen fossilen Gruß aus der Jurazeit.

In der Steinzeitwerkstatt am 5. Juni dreht sich alles um Schmuck. Weinbergschnecken sind typische Bewohner der Schwäbischen Alb . Sie benötigen den Jurakalk zum Hausbau. Aus den Schneckenhäuser entstehen mit etwas handwerklichem Geschick von 14 bis 17 Uhr hübsche Schmuckanhänger mit einer gezwirnten Schnur.

In der Woche darauf beschäftigen sich große und kleine Teilnehmer der nächsten Steinzeitwerkstatt mit der Fragen: Wie wird aus einem Knochen ein Fossil? Welche Prozesse spielen dabei eine Rolle, was hat der Mensch gemacht und was passiert natürlich? Doktorand Chris Baumann von der Universität Tübingen erklärt am 11. Juni von 14 bis 17 Uhr anschaulich, wie Fossilien entstehen und welche Erkenntnisse man aus ihnen gewinnen kann.

Wiederum sieben Tage später dreht sich alles um die Lederbearbeitung. Mit selbst hergestellter Naturfarbe bemalt und mit Holunderperlen verziert entstehen am 18. Juni von 14 bis 17 Uhr im Innenhof des Urmu individuell gestaltete Lederarmbänder. Ein Messer aus dem Stahl der Steinzeit können Besucher am 25. Juni von 14 bis 17 Uhr mit steinzeitlichen Werkzeugen herstellen. Mit steinzeitlichen Werkzeugen wird der Schaft vorbereitet und eine Feuersteinklinge in diesen geklebt.

Nicht nur der Juni, auch der Juli hält zahlreiche interessante Veranstaltungen für die Blaubeurer Museumsfreunde bereit. Den Auftakt macht eine Steinzeitwerkstatt zum Thema Getreide. Vom Korn zum Brot ist das Motto am 2. Juli von 14 bis 17 Uhr. Verschiedene typische Getreide der Schwäbischen Alb werden vorgestellt, mit der Handmühle gemahlen und zu einem Teig verarbeitet. Am Feuer wird daraus ein leckeres Stockbrot.

Die Geologin Iris Bohnacker nimmt Teilnehmer am 9. Juli um 11 Uhr mit auf eine Reise durch die Wechselausstellung „Als die Steine noch lebten – 150 Millionen Jahre Albgeschichte“. Von tropischen Korallenmeeren bis in die Zeit der Höhlenentstehung und die menschliche Nutzung der Schwäbischen Alb. Häkelkorallen und Modelle machen das Geschehen im Zeitraffer anschaulich. Echte Fossilien und Lügensteine können am 9. Juli bewundert und auch selbst hergestellt werden. Geschichten dazu weiß auch hier wieder Geologin Iris Bohnacker von 14 bis 17 Uhr zu erzählen und natürlich nimmt jeder seinen eigenen ganz persönlichen Lügenstein mit nach Hause.

Die Steinzeit in die Tasche stecken können große und kleine Besucher am 16. Juli von 14 bis 17 Uhr im Urmu. Wie in der Steinzeit wird das Leder mit der Steinklinge geschnitten und eine Schnur gezwirnt. Ein kleines buntes Körbchen aus Bast entsteht am 23. Juli von 14 bis 17 Uhr im Innenhof des Urmu.