Integrationsprojekt

Manege frei fürs Integrationsprojekt

Oberstadion / Lesedauer: 2 min

Oberstadioner Schüler und Flüchtlinge proben gemeinsam für Zirkus Abeba
Veröffentlicht:27.04.2016, 20:00
Aktualisiert:23.10.2019, 16:00

Von:
Artikel teilen:

Eine besondere Projektwoche läuft aktuell in der Christoph-von-Schmid-Schule in Oberstadion. In Kooperation mit der Stiftung „Heimat geben“ in Oggelsbeuren und den Zirkuspädagogen des Zirkus Abeba trainieren die Oberstadioner Schüler gemeinsam mit Flüchtlingen für eine große Zirkusshow. Beide Vorführungen am Freitag sind bereits ausverkauft.

Rektor Martin Romer erklärt, dass es sich bei der Aktion aber nicht allein um eine ganz normale Projektwoche handle, sondern es viel mehr auch ein Integrationsprojekt sei, das Schwester Christina von der Stiftung „Heimat geben“ maßgeblich auf den Weg gebracht habe, die in Oggelsbeuren vor allem für die Betreuung von Flüchtlingskindern zuständig ist.

Immer wieder habe die Ordensfrau bei ihrer Arbeit erlebt, dass sich gerade Flüchtlingskinder nur wenig selbst wertschätzen. Gemeinsam mit den Schülern der Oberstadioner Christoph-von-Schmid-Schule sollen sie daran arbeiten. Denn die Zirkuspädagogin Bente Scheffold, Erlebnispädagoge Benjamin Messatchi sowie Requisitenbauer und Techniker Rainer Scheffold, die für das Projekt an die Schule gekommen sind, versprechen, der Zirkus helfe, „seine Stärken und Talente zu entdecken und neues Selbstvertrauen und Motivation aus sich selbst zu schöpfen“.

Das Projekt solle aber eben auch der Integration dienen. Deutsche und ausländische Kinder können gemeinsam lernen und zusammen ein eigenes Projekt auf die Beine stellen. Solche Probetage seien sogar eine Art Deutsch-Unterricht. „Die Kinder müssen schließlich die Ansagen der Pädagogen verstehen und umsetzen“, erklärt Schwester Christina.

Aber nicht nur die Kinder, die während der Woche zu Artisten, Clowns oder Feuerschluckern werden, arbeiten in kulturell-gemischten Gruppen, auch die Betreuerteams sind bunt durcheinander gewürfelt. „Deshalb gab es im Vorfeld der Projektwoche auch ein Kennenlern-Treffen für die Betreuer“, erklärt Schulleiter Martin Romer.

Rund 8000 Euro kostet das Zirkusprojekt inklusive Pädagogen und dem großen Zirkuszelt, das eigens für die bereits ausverkauften Aufführungen am morgigen Freitag aufgestellt wurde. Um das finanzieren zu können, werden die Schule und die Stiftung „Heimat geben“ von der Stiftung „Kinderland“ Baden-Württemberg unterstützt. 110 Anträge seien für das Förderprogramm „Pädagogische Freizeitangebote für Kinder mit Fluchterfahrung“ eingegangen und das Oberstadioner Projekt wurde als eines von 28 ausgewählt, berichtet Romer.

Die ganze Woche haben die Kinder mit den Profis am Trapez, an langen Bändern oder mit den Jonglage-Bällen geprobt, um am Freitag vor rund 600 Zuschauern eine perfekte Zirkusshow zu bieten. „Es ist toll, zu sehen, was die Kinder alles erreichen können“, sagt Schwester Christina am Rande der Proben.