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Diözesandepot

Das Diözesandepot in Obermarchtal wächst

Obermarchtal / Lesedauer: 3 min

Tausende sakrale Gegenstände lagern hier – Derzeit entsteht weiterer Stauraum
Veröffentlicht:29.07.2016, 19:16

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Vor rund 30 Jahren, nämlich 1986, hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart als erste Deutschlands ein Depot für Kunst- und Alltagsgegenstände aus kirchlichen Gebäuden auf dem Klostergelände in Obermarchtal gegründet, um die Stücke, die bisher überall verstreut gelagert wurden, an einem Ort zu bündeln. Weil der Platz in dem kirchlichen Lager inzwischen nicht mehr ausreiche, wird jetzt umgebaut.

Rund 1000 Kirchengemeinden mit etwa 3000 sakralen Gebäuden gibt es in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Beispielsweise weil Gebäude verkauft oder umgebaut werden, kommen immer mehr sakrale Gegenstände nach Obermarchtal. „Altäre, Figuren, Gemälde, Kelche – ich bekomme so ziemlich alles“, sagt Ralf Schneider , Architekt der Diözese, der das Depot betreut und somit Herr über rund 2300 Inventar-Nummern ist. „Vor zwei Jahren waren es nur etwa 1500“, so der Architekt – der auch zu bedenken gibt, dass hinter den Nummern nicht immer zwingen nur ein Objekt stecken müsse. So habe ein Kreuzweg zwar nur eine Nummer, umfasse aber 14 Gegenstände. „In letzter Zeit explodiert das Depot geradezu, massenhaft werden derzeit Kirchendächer saniert und die neuen Brandschutz-Bestimmungen schreiben vor, dass dort dann nichts mehr gelagert werden darf, also kommt alles hierher“, sagt Ralf Schneider.

Weil der Platz für die zahlreichen Stücke nicht mehr ausreiche und Schneider eine neue Ordnung in das Depot bringen will, ist im Juni mit dem Umbau des Lagers begonnen worden. So sind in der ehemaligen Anlieferung, eine sehr hohe Scheune, gleich zwei Zwischendecken eingezogen worden, um Platz zu schaffen. „So haben wir einen Raumgewinn von etwa 600 Quadratmetern, so dass wir dann etwa 2300 Quadratmeter zur Verfügung haben“, so Schneider. Im Winter soll dann der Umbau des sogenannten Bilderdepots erfolgen, hier werden zwei weitere Zugregalanlagen eingebaut. Doch mit dem Umbau ist die Arbeit nicht getan. „Alles muss neu strukturiert werden“, erklärt Schneider

Immer wieder ist in den vergangenen drei Jahrzehnten das Depot umgebaut und erweitert worden. So ist das Depot bereits 1988 um einen zweiten Raum erweitert worden. 1996 folgte der Einbau von beheizbaren Büroräumen und zwei Jahre später 1998 ist das Bilderdepot eingerichtet worden. 2010 sind dann das Figuren- und 2012 das Steindepot eingerichtet worden.

Planbar seien die „Neuzugänge“ im Obermarchtaler Diözesandepot kaum, berichtet Ralf Schneider. „Inzwischen haben wir immer häufiger Notfälle, die wir von jetzt auf gleich unterbringen müssen.“ Schneider nimmt nicht wahllos alle sakralen Gegenstände in sein Depot auf. Was hierher kommt soll irgendwann in einem kirchlichen Kontext wieder verwendet werden. „Deshalb verkaufen wir beispielsweise auch nichts an Privatpersonen“, so Schneider.

Die neuen Objekte werden gereinigt und repariert, das übernimmt Restauratorin Barbara Meschke aus Munderkingen. „Die Holz-Teile werden auch auf Schädlingsbefall untersucht und gegebenenfalls behandelt. Wir können es uns hier nicht leisten, den Holzwurm einzuschleppen“, so Schneider.

Um auch andere ungebetene Gäste fernzuhalten, ist das Diözesandepot speziell gesichert. „Die Alarmanlage ist direkt mit der Polizei verbunden, die sind in Minuten hier“, weiß Schneider. Er selbst habe das schon zweimal erlebt, weil er versehentlich das Sicherungssystem ausgelöst habe.