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So lief der Höhepunkt der Munderkinger Fasnet

Munderkingen / Lesedauer: 2 min

Beim Brunnenspringen werden nicht nur die Hauptdarsteller nass. Einer bleibt sogar trocken - unfreiwillig.
Veröffentlicht:12.02.2024, 11:50

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Wie immer mündete der Munderkinger Fasnetssonntag-Umzug in den Höhepunkt der Wuselinger Fasnet - den historischen Brunnensprung. Der beschert Munderkingen als Narrenstadt eine Sonderstellung unter den Fasnetsstädten in der Region.

Zwar wurde der Sprung heuer nicht nur für die beiden Hauptdarsteller zu einer feuchten Angelegenheit - pünktlich zum Beginn begann es zu regnen -, doch das tat dem Vergnügen keinen Abbruch.

„Dr Fürst ben i von Monderkenga ond s’hot me noh koi Stündle g’reut. Drom lass i au zur Fasnetszeit zwoi Mannsleut en da Bronna sprenga“, verkündete der Fürst aus dem Wuselinger Narrenadel am späten Sonntagnachmittag. Und dann wurde der alten Tradition folgend und wie vom Trommmeister gefordert, mit dem Würfelspiel ausgelost, wer die beiden Brunnenspringer sein sollen.

Kurzfristig wird eine Umbesetzung nötig

Geplant waren heuer Sebastian Gröber und Philipp Lindner. Weil Gröber aber kurzfristig erkrankt war, sprang der letztjährige Brunnenspringer Tobias Schartmann nochmal ein und wurde natürlich ausgewürfelt. Nach dem Hopser und Schleifer der Trommgesellenpaare, den die Springer auf dem Brunnenrand tanzten, wurde das eiskalte Wasser des Marktbrunnens von den Maischern in Wallung gebracht.

„Dem Springer, auf des Grafen Wunsch, ist nun zu bieten heißer Punsch“, heißt es im Munderkinger Narrenlied, dann folgten die traditionellen Trinksprüche der Brunnenspringer. „Ein Hoch auf Magistrat und Deputat. Ein Hoch auf Pfarrer und Bürgersleut und ein Hoch auf meine Liebste.“ Beide Springer trafen die Brunnensäule und ließen ihr Krügle daran zerschellen, sprangen drei Mal ins kalte Wasser und grüßten die vielen Zuschauer nach jedem Sprung mit lautstarken „Narro-Hee“-Rufen.

Darum ist der Kuss der Brunnenspringer so begehrt

Schon zu Beginn der Zeremoniells hatte der Fürst aus dem Narrenadel verkündet: „Lasset beide Springer wissa, ein jeder darf nach seinem Sprung ein jeglich Maidlein küssen. Dies sei mein Geheiß, auf dass es jeder weiß.“ Und das taten die beiden völlig durchnässten Brunnenspringer ausgiebig, und viele Maidlein aus ganz verschiedenen Altersgruppen wussten, dass ein Brunnenspringer-Kuss Glück bringt.