StartseiteRegionalRegion Ulm/Alb-DonauMunderkingenVandalismus: Unbekannte beschmieren Rathaus und Kirche in Munderkingen

Rathaus ist frisch restauriert

Vandalismus: Unbekannte beschmieren Rathaus und Kirche in Munderkingen

Munderkingen / Lesedauer: 3 min

Das Rathaus war erst kürzlich für 200.000 Euro restauriert worden. Die Schmierereien sorgen bei Bürgern und Bürgermeister für Ärger.
Veröffentlicht:09.02.2024, 17:00

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Die Tat habe ihn sprachlos gemacht, sagt Munderkingens Bürgermeister Thomas Schelkle über die Schmierereien am Munderkinger Rathaus und an St. Dionysius: „Ich war sehr sauer.“ „Dass man sinnlos solche Gebäude beschmiert“, sei für ihn unerklärlich.

Am historischen Rathaus war in der Nacht zu Donnerstag von Unbekannten das Wort „REDRUM“ auf das Tor und die Fassade gesprüht worden. An der Kirchenmauer entdeckte der Hausmeister am Morgen ein gesprühtes Herz, Pentagramme und das Symbol für Anarchie. Die Polizei wurde verständigt und Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

In der Nacht zu Donnerstag besprühten Unbekannte die Fassade

Am Mittwochabend, als er das Rathaus verlassen habe, sei das Rathaus noch nicht beschmiert gewesen, sagt Bürgermeister Schelkle. Am nächsten Morgen habe dann ein Mitarbeiter den Schriftzug entdeckt - auf der Fassade, die erst im vergangenen Sommer für 200.000 Euro aufwändig restauriert wurde. Denn an dem historischen Gebäude müssen besondere Regeln eingehalten werden, was das Streichen der Außenwände angeht.

Wenn man Probleme mit uns hat, dann soll man doch mit uns sprechen, bevor man eine Hauswand besprüht.

Bürgermeister Thomas Schelkle

Was Schelkle zusätzlich ärgert: Am Sonntag ist großer Umzug mit Brunnensprung in der Stadt. „Am Wochenende kommen so viele Leute nach Munderkingen“, sagt er. Die zahlreichen Besucher hätten dann ein beschmiertes Rathaus vorgefunden. Deswegen habe man sehr schnell gehandelt, schon am Freitagmorgen war das Unternehmen von Meinrad Kopp aus Emerkingen vor Ort und kümmerte sich um die Schmierereien - zuerst am Rathaus, danach an der Kirche. Kopp hatte im vergangenen Jahr die Fassade des Rathauses restauriert.

Graffiti wurde auf Naturstein gesprüht

An der Kirche könne es etwas schwieriger werden, die Graffiti zu entfernen, sagt Gesamtkirchenpfleger Jörg Schelhase. Denn es ist nicht nur der Putz, der die schwarze Farbe abbekommen hat, sondern auch der Naturstein. Das mache das ganze aufwendiger. „Für uns alle ist das unbegreiflich“, sagt Schelhase, „es ist unverständlich.“

Der Hausmeister, der die Graffiti entdeckte, sei seit mehr als 25 Jahren im Dienst. „Er sagt, dass er so was noch nie erlebt hat“, berichtet Schelhase. Auch aus der Kirchengemeinde und dem Kirchengemeinderat hätten sich Leute bei ihm gemeldet. „Verstehen kann es keiner.“

Jugendlicher Leichtsinn oder Unmut aus der Bürgerschaft

Von der Polizei sei die Freigabe gekommen, dass die Schmierereien beseitigt werden können. Wie teuer die Arbeiten an der Fassade werden, kann Schelhase noch nicht genau sagen. Auch für das Rathaus gibt es noch keine genauen Zahlen, sagt Bürgermeister Schelkle. Nur soviel steht bereits fest: Die Versicherung der Stadt wird für den Schaden nicht aufkommen.

Die Kirche St. Dionysius wurde ebenfalls besprüht.
Die Kirche St. Dionysius wurde ebenfalls besprüht. (Foto: Verena Pauer)

„Das Monetäre ist das eine“, sagt der Bürgermeister. Viel bedeutender sei, was dahinter steckt. „Wenn man öffentliche Gebäude beschmiert, dann ist das entweder jugendlicher Leichtsinn oder Unmut.“ Er glaube zwar auch in Zusammenhang mit den Schmierereien an der Kirche an jugendliche Verursacher.

Doch das Wort „REDRUM“, das auf die Fassade gesprüht sei, könne auch einen anderen Ursprung haben. Als Anspielung auf den Film „The Shining“ ist das die spiegelverkehrte Schreibweise von „Murder“, also Mord. „Wenn man Probleme mit uns hat, dann soll man doch mit uns sprechen, bevor man eine Hauswand besprüht“, sagt der Bürgermeister deshalb.