Gemeinschaftsschule

Munderkingen könnte Gemeinschaftsschule bekommen

Munderkingen / Lesedauer: 3 min

Werkrealschule stellt im Juni den Antrag – Schulverbund mit Realschule soll gebildet werden
Veröffentlicht:27.02.2014, 20:00
Aktualisiert:24.10.2019, 16:00

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Die Grund- und Werkrealschule Munderkingen wird im Juni den Antrag auf Gemeinschaftsschule stellen. Voraussetzung für die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule sei eine gesicherte Zweizügigkeit, also mindestens 40 Schüler pro Jahrgang, und ein gutes pädagogisches Konzept, erklärt Schulamtsdirektor Wolfgang Mäder . Er sei zuversichtlich, dass die Munderkinger Grund- und Werkrealschule diese Bedingungen erfüllt und damit im Schuljahr 2015/16 Gemeinschaftsschule sein werde.

„Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem wir uns rühren müssen“, sagt Munderkingens Bürgermeister Michael Lohner . Drei Hauptfaktoren machen es laut Schultes notwendig, dass sich die Schulen verändern: Die sinkenden Schülerzahlen, der Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung und damit die zunehmende Heterogenität in der Schülerschaft. Außerdem würden sich die Schüler zunehmend verändern und damit stiegen auch die Anforderungen an die Schulen.

Parallel dazu wird der Antrag auf die Bildung eines Schulverbundes zwischen der neu gebildeten Gemeinschaftsschule und der Realschule gestellt. Das bedeutet: beide Schulformen bleiben bestehen, haben aber künftig eine gemeinsame Schulleitung. Wenn beide Schulen insgesamt mehr als 540 Schüler besuchen, mit zwei Konrektoren.

Fünf Jahre würde dieser Schulverbund dann bestehen. Sollte in dieser Zeit eine gesicherte Dreizügigkeit an der Gemeinschaftsschule und eine Zweizügigkeit an der Realschule erreicht werden, können beide Schulen auch künftig als Verbund weiter bestehen. Werden diese Schülerzahlen nicht erreicht, gibt es zwei Möglichkeiten: Beide Schulen schließen sich zu einer Gemeinschaftsschule zusammen oder sie bestehen als getrennte Schulen weiter.

Vorteile für beide Schulen

Für beide Schulen bringe das neue Konzept Vorteile. Schon jetzt sei die Schülerschaft an der Realschule sehr heterogen. „Wir haben in diesem Jahr erstmals Fünftklässler, die das Klassenziel nicht schaffen werden“, sagt Jutta Braisch, Leiterin der Realschule. Aufgabe der Schule sei es aber, möglichst alle Schüler zum Abschluss zu führen. Dafür biete der Schulverbund die besten Voraussetzungen.

Dagegen seien Eltern gegenüber der Werkrealschule zunehmend skeptisch. „Um die Zukunft unserer Schule zu sichern und die Qualität auch weiterhin zu gewährleisten, ist der Zusammenschluss der richtige Schritt“, sagt Andreas Lachmair, Schulleiter der Grund- und Werkrealschule.

Schon jetzt gebe es an den beiden Schulen viele gemeinsame Angebote, sagt Lachmair. „Einige Klassen der Realschule haben zum Beispiel ihre Klassenzimmer in der Werkrealschule“, sagt Jutta Braisch. Außerdem würden beide in verschiedenen Projekten zusammenarbeiten. „Außerdem müssen wir die bestehende räumliche Nähe, die unsere Schulen auf einer Art Campus haben, besser nutzen“, sagt Bürgermeister Michael Lohner.

Für die Schüler, die sich im März für das Schuljahr 2014/15 an der jetzigen Werkrealschule anmelden, ändere sich bis zum Ende ihrer Schulzeit nichts, versichert Schulamtsleiter Mäder. Sie machen ihren Abschluss ganz normal an einer Werkrealschule.

Derzeit würden viele Eltern noch Bedenken gegenüber einer Gemeinschaftsschule aus Werkrealschule und Realschule in Munderkingen äußern. „Der Schulverbund bietet den Eltern die Gelegenheit, vor Ort zu erleben, wie eine Gemeinschaftsschule arbeitet und welche Vorteile sie bietet“, sagt Jutta Braisch.

Beispielsweise sei der Klassenverbund in der Realschule starr, das sei gerade für schwächere Schüler ein Problem, weil alle in der gleichen Geschwindigkeit lernen müssten. „Wir können von Werkrealschulen lernen, diese entwickeln bereits seit Jahren Konzepte, möglichst effektiv mit der heterogenen Schülerschaft zu arbeiten“, so die Realschulleiterin.