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Dieser Umzug zeigt: So originell ist die Munderkinger Fasnet

Munderkingen / Lesedauer: 3 min

Unglaublich kreative Gruppen: Vom Wickie-Express bis zum Kiffer-Klub herrscht beste närrische Stimmung. Sogar ein neues Lauf-Event feiert Premiere.
Veröffentlicht:12.02.2024, 11:50

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Pünktlich „um zwoi“ startete in Munderkingen der traditionelle Fasnetssonntag-Umzug „durchs Städtle en Richtong Marktbrunna“. Und wie immer zeigte der närrische Gaudiwurm die Vielfalt der Munderkinger Fasnet.

Angeführt wurde der Umzug wieder von närrischen Gästen wie den Emerkinger Fetza-Sprengern und Dura-Hexa, den heimischen Spittlnarren, den Oberstadioner Wenk’l-Fratza, der Narrenzunft aus Untermarchtal und den Nachbarnarren der Ehinger Narrenzunft „Spritzenmuck“.

Einen „internationalen Farbtupfer“ brachten die Wagges aus Munderkingens Partnerstadt Riedisheim im Elsass in den Umzug, und unter den Zuschauern waren der Grünen-Bundestagsabgeordnete Marcel Emmerich sowie der Munderkinger Peter Schmidt, Vize-Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte VSAN.

Eine Besonderheit, die dem wuseligen Umzug jedes Jahr sein ganz besonderes Flair verleiht, sind die originellen Gruppen, von denen heuer zehn am Narrenstart waren, und unter die Narren mischten sich närrische Musiker aus Emerkingen, Mundingen, Rottenacker, Reutlingendorf, Uigendorf, Unterstadion und natürlich die Munderkinger Stadtkapelle.

Den närrischen Reigen der originellen Gruppen eröffnete heuer die Gruppe „Wickie“, die ihr 30-jähriges Fasnetsjubiläum mit einem wörtlich genommenen FestZUG feierte und als Gromet gab’s Fahrkarten für den „umlaufenden Wickie-Express“. Der Reisebus der Jauner machte mit seiner „Reisegruppe HaNoi“ einen „Fotostopp“ in Wuselingen, die Gruppe „Ällerhand“ war als Paradiesvögel unterwegs, und wie sich Fasnet und Karneval vertragen, zeigte die Gruppe XXL in „Halb-Narro Hee und Halb-Kölle Alaaf“-Häsern. Am 11.11. will XXL mit dem Sonderzug nach Köln reisen: „Zom do amol Fasnet macha.“

In die Disco-Zeit zurück versetzte die Gruppe Sodele das Publikum unter den Motto „Let`s fetz“ und mit dem Sound der Bee Gees, während Aladin und die „AH“ Magisches aus der Wunderlampe zauberten. Den „1. Monderkenger Marathonlauf“ startete die Gruppe „Falch-Bertsche“ mehrfach im Umzug, und wer eine Goldmedaille als Gromet bekam, wusste: „So sehen Sieger aus.“

Geht es nach den „Surfern 87“, sind Schneekugeln das neue Munderkinger Souvenir. Die Musiker der Mittleren Katastrophenkapelle MKK hatten heuer einen Stadel auf ihr Fahrzeug geladen und waren als Stadelmusikanten, samt Gromet-Lederhosen, unterwegs. Die Gruppe „Sasu“ kam der Cannabis-Erlaubnis zuvor, zog als „FKK-Freier Kiffer Klub“ durch die Straßen, verteilte Haschkekse und lud „auf eine Tüte“ in die fahrbare Kiffer Klub-Lounge ein.

Wie immer ließ die gastgebende Trommgesellenzunft den Gastnarren und originellen Gruppen den Vortritt. So bildeten der Stadtlöwe und der Hofnarr, Wusele, Rathaushexen, Trommler und Pfeifer mit den Trommgesellenpaaren und der Brunnenspringer-Kutsche das hintere Drittel des Umzugs. Wie immer fuhr ganz am Schluss der Trommelwagen, auf dem neben Narrenräten, Zunftmeister und Trommmeister heuer zum ersten Mal Bürgermeister Thomas Schelkle und wie immer Ex-Schultes Michael Lohner mitfuhren.

Lohner hatte zuvor am Obertorplatz seine Premiere als Umzugskommentator gefeiert, manchen Teilnehmer und Zuschauer interviewt und so für zusätzliche Kurzweil im ohnehin vergnüglichen Treiben gesorgt. Erstmals wurden am Obertorplatz auch Bänke für die älteren Zuschauer aufgestellt, die das Angebot dankend annahmen. So wurde der Munderkinger Fasnetssonntag-Umzug einmal mehr ein Spaß für Jung und Alt - trotz der einen oder anderen Tröpfchen vom Himmel.