Jahresfeier

Kriminell gut

Merklingen / Lesedauer: 3 min

Gigantische Jahresfeier des Liederkanz Merklingen
Veröffentlicht:24.01.2016, 21:35
Aktualisiert:23.10.2019, 19:00

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Eine Glanzleistung von Chor und Laiendarstellern haben bei der Jahresfeier des Merklinger Liederkranzes 500 Gäste erlebt. Sie sparten am ersten Aufführungswochenende nicht mit frenetischem Beifall.

Längst hat es sich herumgesprochen. Das, was die Akteure des Liederkranzes bei der Jahresfeier allein an Ideenreichtum bei Kostümen und Bühnenbild liefern, ist auf einer Laienbühne kaum zu überbieten. Verantwortlich sind Klaus Betz , Susanne Schertling und Hans-Jürgen Kohn, ebenso die Chormitglieder und Rosemarie Kalmbach in der Maske. Eine Leistung, vom Publikum allseits bestaunt, die es verdient, in den Vordergrund gerückt zu werden.

Die langjährige Regisseurin der Laienspielgruppe, Marie-Luise Jakob, hat mit dem Dreiakter „Die Nacht der Nächte“ nicht nur ein Theaterstück ausgewählt, das sich gegen den üblichen Trend um verdrehte Beziehungsgeschichten richtet. Sondern sie hat dieses auch noch gespickt mit lokalen Köstlichkeiten, die das Publikum zum „Brüllen“ brachten. Verraten wird wegen weiterer Aufführungen (Kasten) nichts. Eines nur: Die „Agentur zur Verleihung eines Mannes“ hätte nicht besser besetzt sein können als mit Susanne Maurer und Indra Schweizer-Heindl. Zwei erfahrene Laienspielerinnen, die man einfach gerne sieht in Ergänzung mit Andreas Ruhland und Jens Dreher. Letzterer steht jetzt seit 20 Jahren auf der Bühne.

„Eine Glanzleistung“, „eine super Kulisse“, „hier passt doch alles“ – so lautete beispielhaft die Einschätzung des Publikums.

Bekannt für das „Schräge“ und zu allem bereit ist Laienspieler Klaus Betz, der in diesem Jahr „vom anderen Ufer“ kommt. „Nein, nicht aus Machtolsheim“, wie Susanne Maurer als Managerin der Männerverleihagentur vermutete. Auch Martin Jakob, das Topmodel der Agentur, ist auf dem besten Weg zu einem knackigen Laienspieler, überzeugt heuer als Sunnyboy und geht auf in seiner Rolle als „Leidender“, dessen letzte Stunde zu schlagen droht. Wieder dabei im Team nach einigen Jahren Abstinenz: Saskia Grimm. Sie spielte klar, überzeugend, kernig und spielsicher – hoffentlich bleibt sie der Truppe erhalten. Beinahe mit Bedauern verfolgt das Publikum die ebenso tolle Leistung von Katja Ruhland und Udo Forberger, ein unter dem Einfluss seiner Mütter stehendes Hochzeitspaar.

Lied aus erfundenen Wörtern

Ausdrücklich würdigten die Besucher dieses Mal auffallend die Darbietungen der Sänger unter Leitung von Hellmut Stolz. Auch hier wissen die Gäste, dass jährlich für Überraschungen gesorgt ist. So waren es zum einen die Zwanziger und Dreißiger-Jahre, das Zeitalter des Grammophons und der Commedian Harmonist, das mit Beiträgen wie „Veronica, der Lenz ist da“ oder später „Ich hab das Fräulein Helen baden seh’n“ und „Ein Freund, ein guter Freund“ lebendig wurde. Begeisterung erzeugte ebenso „Oh, donna Clara“ mit den dominierenden Rollen von Hans-Jürgen und Renate Kohn.

Doch das musikalische Programm war noch nicht beendet: Der Song Circle zeigte, wieder mit großartigem Kulissenumbau, dass der männlich-musikalische Nachwuchs zwar mäßig ist, sich aber bei den Frauenstimmen etwas getan hat. Das, was da zu hören war, etwa „Adiemus“ – ein Werk aus erdachten Wörtern – war jedenfalls eindrücklich. Auch hieß es: Vorhang auf zu einer Überraschungseinlage. Ordentlich Stimmung herrschte dabei auf der Bühne, unter einem Maibaum: Es ging ab mit den Mädels und Burschen. Auch das Publikum ließ sich mitreißen und betonte immer, immer wieder: „Sagenhaft, was die sich für eine Mühe machen.“

Vorführung verpasst? Noch zwei Mal öffnet sich der Vorhang der Jahresfeier in Merklingen: am Freitag, 29. Januar, und am Samstag, 30. Januar, beide Male um 19.30 Uhr. Der Eintritt beträgt acht Euro im Vorverkauf, neun an der Abendkasse.