Gewerbegebiet

Interkommunales Gewerbegebiet: Verband setzt Termin für Informationsveranstaltung

Merklingen / Lesedauer: 3 min

Reaktionen auf geplante „Sofarunde“ der Gruppe „AktionLandSchafft“ – Bürgermeister begründen ihre Entscheidungen – Auftaktgespräch soll gegenseitiges Verständnis fördern
Veröffentlicht:18.12.2018, 15:54
Aktualisiert:22.10.2019, 13:00

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Die Gruppe „AktionLandSchafft“, die aus Merklinger und Nellinger Bürgern besteht und sich gegen das geplante interkommunale Gewerbegebiet ausspricht, möchte eine so genannte „Sofarunde“ Ende Januar 2019 veranstalten. Dabei möchte sie mit dem Nellinger Bürgermeister Franko Kopp (CDU) und dem Merklinger Gemeindeoberhaupt Sven Kneipp (parteilos) ins Gespräch kommen und erhofft sich Antworten auf ihre Fragen. Darauf gibt es Reaktionen – seitens der Bürgermeister und des Verbandes Region Schwäbische Alb.

Hintergrundwissen „aufdröseln“

Von Bürgermeister Franko Kopp gab es eine Absage für die „Sofarunde“. „Die habe ich in einem Gespräch auch dargelegt“, sagt Kopp und erklärt: „Wir haben eine klare Aufgabe des Verbandes.“ Das Gesamtthema müsse beim Verband bleiben. Außerdem habe eben dieser Verband zugesichert, eine Informationsveranstaltung anzubieten, die – so teilte der Verband am Dienstagnachmittag mit – am 1. Februar, um 18 Uhr in der Heroldstatter Berghalle stattfinden soll. Ein Termin einige Tage zuvor für jene „Sofarunde“ erachte Kopp als „kontraproduktiv“. Klar sei: „Wir haben so viel Hintergrundwissen. Das muss man dann aufdröseln“, so Kopp. Das Stichwort sei dabei die Gemeinschaft, nicht die einzelne Kommune.

Das sieht auch der Merklinger Bürgermeister Sven Kneipp so. Die Aussagen der Gruppe, dass diese ihn noch nicht erreicht habe, möchte er richtigstellen: „Ich habe am vergangenen Mittwoch, 12. Dezember, noch vor der Verbandsversammlung knapp eine Stunde mit Christoph Salzmann von der ,AktionLandSchafft’ telefoniert und am Montag, 17. Dezember, ebenfalls zirka 25 Minuten.“ Somit sei er also für die Vertreter der Gruppe „AktionLandSchafft“ erreichbar gewesen.

Angelegenheit der Gemeinschaft

Im Gespräch sei es um mehrere Dinge gegangen. Die Thematik sei nicht nur Angelegenheit eines Ortes, sondern der Gemeinschaft. Deswegen sehe es Kneipp kritisch, lediglich die Bürgermeister von Merklingen und Nellingen einzuladen. Auch er sehe die Aufgabe aller im Verband. Zudem habe Kneipp darauf hingewiesen, dass zeitgleich zum Termin schon mögliche Sitzungen von Stadt- und Gemeinderäten liegen könnten. Für Kneipp stehe fest: Er wolle ehrlich, fair und konstruktiv sprechen, habe aber das Gefühl, dass Menschen – konkret die Bürgermeister der beiden Kommunen – „vorgeführt“ werden sollen. Seine Teilnahme an einer möglichen „Sofarunde“ möchte er noch offen lassen.

Zweckverband Region

Der Zweckverband Region Schwäbische Alb mit Vorsitzendem Klaus Kaufmann und den Mitgliedskommunen lädt die Öffentlichkeit und laut Pressemitteilung besonders die Initiative „AktionLandSchafft“ für den 1. Februar 2019 ab 18 Uhr in die Berghalle ein. „Wir wollen mit den Bürgern ins Gespräch kommen, ihnen Antworten auf ihre Fragen und Sorgen geben und mit dieser Veranstaltung das gegenseitige Verständnis fördern. Diese erste Veranstaltung wird den Auftakt bilden zu einer möglichen Reihe von Veranstaltungen mit einer Öffentlichkeitsbeteiligung zum Thema interkommunales Gewerbegebiet. Das bedeutet, dass wir zusätzlich das Angebot machen, auch in Mitgliedskommunen des Zweckverbands zu gehen, wo der Wunsch aus der Bevölkerung dazu besteht. Besonders könnte dies für die möglichen Standortkommunen des Gewerbegebiets zutreffen.“

Wir haben uns bewusst dafür entschieden, dass ein interkommunales Gewerbegebiet nur gemeinsam mit einem hierfür geschaffenen Verband, unserem ZV Region Schwäbische Alb, umgesetzt werden soll.

Klaus Kaufmann

Kaufmann: „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, dass ein interkommunales Gewerbegebiet nur gemeinsam mit einem hierfür geschaffenen Verband, unserem ZV Region Schwäbische Alb, umgesetzt werden soll. Daher sollen auch alle Anfragen, ein gemeinsamer Dialog sowie Aussagen und Festlegungen, die dieses gemeinsame Gewerbegebiet betreffen, immer koordiniert über diesen Verband vorgenommen werden. Selbstverständlich werden hierzu alle Beteiligten, insbesondere auch die direkt betroffenen Kommunen und ihre Bürgermeister mit eingebunden.“

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