Wanderverein

Mitglied oder nicht? – Das ist die Frage

Lauterach / Lesedauer: 3 min

Unstimmigkeiten beim Wanderverein Lauterach – Dennoch neuer Vorstand gewählt
Veröffentlicht:29.11.2013, 15:50
Aktualisiert:24.10.2019, 19:00

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Der Wanderverein Lauterach hat sich am Donnerstag zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung getroffen, um einen neuen Vorstand für den Verein zu wählen.

Aber so einfach, wie das im ersten Moment klingt, war es in der Krone in Lauterach nicht. Denn bevor überhaupt zur Wahl geschritten werden konnte, musste erst mal geklärt werden, wer überhaupt Mitglied des Vereins und damit stimmberechtig ist. Eine Mitgliederliste gibt es nicht. Genauso wenig wie Aufzeichnungen darüber, wer oder ob jemand regelmäßig den Mitgliedsbeitrag zahlt.

Fest steht nur der Verein hatte zehn Gründungsmitglieder. Drei von denen leben noch. Aber lediglich zwei sind am Donnerstag anwesend – Horst Wimmer und Richard Gantert. Aber damit enden die Klarheiten. Streit gibt es schon darüber, wer bei der Absplitterung vor Jahren vom SC Lauterach als Mitgleid angesehen wurde. Berechtigt die Mithilfe bei Veranstaltungen zur Mitgliedschaft oder dürfen nur Wanderer dabei sein.

Diese Frage hatte Lauterachs stellvertretenden Bürgermeister Lutz Mammel zu klären. Er ist vom Amtsgericht zum Notvorstand des Vereins besellt worden. „Ich kenne den Verein nicht so gut, deshalb habe ich diese undankbare Aufgabe auch zu lösen“, sagt Mammel. Damit nicht noch mehr Unstimmigkeiten auftauchen hat Mammel sich Vereinsanwalt Stephan Baur aus Heidenheim an die Seite geholt.

Weil am Donnerstag nicht geklärt werden konnte, wer offiziell Mitglied des Vereins ist und der Notvorstand auch vor Ort keine Mitglieder aufnehmen durfte, blieb nur ein „Sonderweg“. Mammel gab unter den etwa 35 Anwesenden eine Liste herum. „Auf diese trägt sich jeder ein, der sich selbst als stimmtberechtigtes Mitglied sieht“, erklärte Baur. Anschließend wurde über jeden Namen abgestimmt. „Den Anwesenden kommt somit eine Zeugenrolle zu, gehen sie verantwortungsvoll damit um, um den Verein weiterzubringen“, mahnte der Anwalt. Niemand solle abgelehnt werden, weil einem andere seine Nase nicht passe.

16 Anwesende haben dann ihren Namen auf die Liste geschrieben. Weil es bei Zweien Proteste gab, bat Baur, die Betreffenden doch auf ihr Stimmrecht zu verzichten – was diese zum Wohle des Vereins tat. Somit standen 14 Stimmberechtigte fest. Aus diesen sollten die Wanderer nun ihren Vorstand wählen. Dabei trat die nächste Unklarheit auf. „Für wielange wird der Vorstand gewählt“, wollte ein Mitglied wissen. Dazu steht nichts in der Vereinssatzung warf Gründungsmitglied Horst Wimmer ein. „Also bleibt er im Amt, bis er zurück tritt oder abgewählt wird.“

Nach insgesamt elf geheimen Wahlgängen standen die Vorstandsmitglieder fest. Zum Vorsitzenden ist Gerold Steiner gewählt worden. Sein Stellvertreter ist Ingo Pfeifer. Wolfgang Steiner ist als Schriftführer gewählt worden. Kassier ist Horst Wimmer. Als die vier Ausschussmitglieder wurden Elmar Fiesel, Manfred Ozeranec, Anna Wimmer und Richard Gantert gewählt.

Zum Ende der Sitzung gab Anwalt Stephan Baur den Wandern mit auf den Weg, dass die Vereinssatzung dringend überarbeitet werden müsse und die Mitglieder festgeschrieben werden sollten. Außerdem halt er die Anzahl der Vorstandsmitglieder im Verhältnis zur Größe des Vereins für deutlich zu hoch.