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Funkloch Ende

Handyempfang in Lauterach soll sich bald massiv verbessern

Lauterach / Lesedauer: 4 min

Bisher ist das Gebiet um Lauterach für den Mobilfunk meist ein weißer Fleck. Jetzt soll ein Funkmast entstehen, mit Beispielcharakter für die ganze Region.
Veröffentlicht:07.12.2023, 05:00

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Noch ist der größte Teil der Gemeinde Lauterach ein Weißer Fleck, jedenfalls im Hinblick auf die Nutzung des Mobilfunks. Als Ergebnis einer gemeinsamen Mobilfunktour, die den Landtagsabgeordneten Manuel Hagel (CDU) und die Leiterin der Politischen Kommunikation für Baden-Württemberg der Vodafone GmbH, Tanja Marek, unter anderem nach Allmendingen, Ehingen und Lauterach führte, steht ein gefundener Maststandort für Lauterach.

Tanja Marek, Manuel Hagel und Bürgermeister Bernhard Ritzler stellten am Mittwochmorgen im Sitzungssaal des Rathauses den Stand der Planung vor. Dabei wurde deutlich, welche Bausteine nötig sind, um auch in anderen Gemeinden den Mobilfunk auf den Weg zu bringen, in denen Funklöcher die Kommunikation beeinträchtigen.

Bisher ist Lauterach ein Funkloch

Eigentlich war es reiner Zufall, dass die Präsentation am Nikolaustag stattfand, dennoch sprach Bürgermeister Bernhard Ritzler von einer Botschaft, die die Gemeinde freut. In der Tat kann davon ausgegangen werden, dass innerhalb eines Jahres das Mobilfunkloch Lauterach zugunsten einer dauerhaften und sicheren Versorgung der Region von der Landkarte verschwindet.

Gemeinderat Horst Wimmer, Verwaltungsangestellte Pia Kübek, Manuel Hagel (CDU), Tanja Marek (Vodafone) und Bürgermeister Bernhard Ritzler besprechen den aktuellen Planungsstand für einen Funkmast in Lauterach.
Gemeinderat Horst Wimmer, Verwaltungsangestellte Pia Kübek, Manuel Hagel (CDU), Tanja Marek (Vodafone) und Bürgermeister Bernhard Ritzler besprechen den aktuellen Planungsstand für einen Funkmast in Lauterach. (Foto: Hog)

Das Resultat der Mobilfunktour vom 3. März für Lauterach ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit, zeigt aber, welche Komponenten zusammenspielen müssen, um restliche Funklöcher dauerhaft zu beseitigen. Manuel Hagel, inzwischen Vorsitzender der Landes-CDU, berichtete: „Vor einiger Zeit wurde mir auf einer Veranstaltung Tanja Marek als Mitarbeiterin von Vodafone vorgestellt. Als Vodafone-Kunde klagte ich ihr mein Leid, dass ich auf dem Weg von Ehingen nach Stuttgart kein Telefonat ohne Unterbrechungen führen kann. Zu viele Funklöcher liegen dazwischen. Frau Marek erklärte damals, dass 98 Prozent der Fläche abgedeckt seien. Ich antwortete, dann konzentrieren sich die zwei Prozent auf meinen Weg nach Stuttgart.“

Funkmast soll zwischen 40 und 60 Meter hoch werden

Tanja Marek räumte ein: „Es gibt noch Funklöcher, in denen man gemeinsam die Ärmel hochkrempeln muss.“ Die letzten Prozentpunkte auf der Netzabdeckungskarte seien extrem herausfordernd beim Ausbau. Dass diese geschlossen werden, sei extrem wichtig für die Menschen vor Ort. Für Lauterach sprach sie von einer sicheren und langfristigen Verbesserung der Mobilfunkversorgung.

Es gibt noch Funklöcher, in denen man gemeinsam die Ärmel hochkrempeln muss.

Tanja Marek

Angedacht sei ein Funkmast mit einer Höhe von 40 bis 60 Meter, je nach Ergebnis der parallel zur Vorstellung im Rathaus stattgefundenen Realisierungsbegehung vor Ort. Vodafone werde zur Errichtung des Masts einen sechsstelligen Betrag in die Hand nehmen.

Sportverein kann profitieren

Bürgermeister Bernhard Ritzler erklärte: „Im Nachgang zum Besuch von Manuel Hagel und Tanja Marek in Lauterach im März konnte ich mit einem Mitarbeiter von Vodafone die Gemarkung Lauterach begehen. Ich zeigte ihm den in Talheim vorhandenen Funkmasten der Telekom, der aus statischen Gründen nicht für andere Netzbetreiber zur Verfügung steht, weshalb in Lauterach nur das D1-Netz funktioniert. Wir waren uns einig, dass der Mast an einem Standort errichtet werden soll, von wo aus er ins Tal strahlen kann. Wir sind rasch auf dem Lauteracher Sportgelände gelandet, das der Sportverein auf der Basis eines Erbbaurechts langfristig besitzt, aber bisher nicht nutzt.“

Wir sind rasch auf dem Lauteracher Sportgelände gelandet, das der Sportverein auf der Basis eines Erbbaurechts langfristig besitzt, aber bisher nicht nutzt.

Bernhard Ritzler

Da die Verantwortlichen des Sportvereins ebenso wie der Gemeinderat den Vorschlag des Rathauschefs begrüßten, soll in wenigen Wochen das Baugesuch eingereicht werden. Ritzler kommentierte: „Das ist ein sehr guter Standort mit Anbindung an Strom und Breitband. Der Landwirtschaft wird kein Grund und Boden entzogen. Zudem kann der Sportverein durch die Vermietung der Fläche an Vodafone finanziell partizipieren.“

Spätestens Anfang 2025 soll der Betrieb aufgenommen werden

Tanja Marek war begeistert von der von Bürgermeister Ritzler eingeleiteten Umsetzung des Plans: „Nur wenn wir miteinander sprechen, schaffen wir es, Kandidaten für die Beseitigung restlicher Funklöcher zu finden.“ Unter Kandidaten verstand sie mögliche Grundstücke, die von Bürgern, Firmen oder Gemeindeverwaltungen gemeldet werden.

Sie stellte in Aussicht, dass im Falle eines Baubeginns im nächsten Sommer der Betrieb spätestens Anfang 2025 aufgenommen werden kann. Insoweit verwies Manuel Hagel auf die vom Landtag von Baden-Württemberg im Mai beschlossene Erleichterung des Mobilfunkausbaus. Früher sei man von einer Verfahrensdauer von zwei Jahren ausgegangen.

Infrastruktur auf dem Land soll sich bessern

Manuel Hagel zeigte sich positiv angetan von der im vorliegenden Fall gezeigten Handlungsfähigkeit von Bürgermeister und Vodafone. „Ziel muss es sein, im ländlichen Raum die gleiche Infrastruktur zu schaffen wie in den Städten.“ Er begrüßte es, dass Vodafone so investiert, dass alle Netzbetreiber den künftigen Masten nutzen können: „Das reduziert die Strahlenbelastung.“

Im Hinblick auf Politik, Ortsverwaltung und Vodafone ergänzte er: „Alle haben an einem Strang gezogen, die Landespolitik schaffte die Voraussetzung für schnellere Verfahren, der Bürgermeister hat angepackt und Vodafone ist bereit zu investieren.“