Darmbeschwerde

Was bei Darmbeschwerden hilft

Laichingen / Lesedauer: 3 min

Gesundheitsforum in Laichingen – Arzt verrät Erstaunliches vor vollem Haus
Veröffentlicht:08.12.2013, 23:35

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„Wissen Sie, wie lang Dick- und Dünndarm sind und wie groß die Oberfläche des Darms?“ Mit dieser Frage hat Dr. Roland Eisele, Chefarzt der Inneren Medizin des Kreiskrankenhauses Blaubeuren, seinen Vortrag über „das Wunder Darm“ im Alten Laichinger Rathaus eröffnet. Er wurde veranstaltet von der Krankenhaus GmbH Alb-Donau-Kreis, der VHS und dem Ortskrankenpflegeverein. Alle Stühle waren besetzt.

Aufbau

Der Dickdarm misst einen Meter, der Dünndarm sechs bis sieben, die Oberfläche beträgt unter Berücksichtigung der Auffaltungen, Zotten und Mikrovilli 2000 Quadratmeter – so löste Eisele sein Eingangsrätsel auf, bevor er den Darm im Detail vorstellte.

Darmfunktionen

Ein echtes Multitalent sei er – der Darm. Neben der Verdauung übernehme vor allem der Dünndarm die Resorption: die Aufnahme aller Nahrungsbestandteile und die Weitergabe ans Blut. Außerdem spiele er als größtes Immunorgan eine entscheidende Rolle. 70 Prozent aller Immunzellen würden im Darm gebildet – schädliche Bakterien und Gifte haben also in einem gesunden Darm wenig Chancen.

Aber: Nicht alle Bakterien müssen „besiegt“ werden – eine Vielzahl von Stämmen habe eine nützliche Funktion, erfuhren die Zuhörer. So stärkten diese das Immunsystem, sind an der Herstellung von Vitaminen beteiligt, Energielieferant der Darmschleimhaut, bauen Gifte ab und regen die Darmperistaltik an. Oft werden sie als Probiotika, die in Nahrungsmitteln zur Verfügung stehen, zugeführt, um die Darmflora zu stärken.

Störungen

Wird es dem Darm zu viel, reagiert er mit schlechter Laune. „Obstipation“ sei häufig die Folge. Von ihr spricht der Mediziner, wenn Monate lang für vier oder mehr Tage der Stuhlgang ausbleibt. Flüssigkeits- oder Ballaststoffmangel, Stoffwechselprobleme, Medikamente oder Bewegungsdefizit und einseitige Ernährung können Ursachen sein. Abführen sei eine Lösung – langfristigen Erfolg versprechen jedoch körperliche Aktivität, ausreichend Schlaf, regelmäßiger Toilettengang, Darmmassagen oder Bauchmuskeltraining. Reagiere der Darm mit Durchfällen, könnten Infekte, Medikamente, Allergien oder Entzündungen verantwortlich sein. Hier komme das „Bauchhirn“ ins Spiel. Im Bauchraum finden sich vier bis fünf Mal mehr Neuronen als im Rückenmark. Da liege die Vermutung nahe, dass sich der Darm Reaktionen quasi „merken kann“. So sei es erklärbar, dass Menschen in Stress-Situationen immer wieder mit Durchfall reagieren.

Genetische Parameter

Sie bestimmen das Zellwachstum. Dabei kann es zu auch unkontrolliertem Wachstum kommen, das im günstigen Fall von alleine abfällt, im ungünstigen Fall weiterwuchert oder nach innen wächst – und zum Darmkrebs entartet.

Wie halten wir den Darm gesund?

Primär könne jeder selbst etwas tun. Mit gesunder, ballaststoffreicher Ernährung, Schlaf und Bewegung sei ein wichtiger Schritt getan – vor allem, was den Risikofaktor Nummer eins anbelangt: Übergewicht. Vorsorge zur Früherkennung von Darmkrebs ist in aller Munde. Durch den Hämoculttest, die proktologische Untersuchung und die Koloskopie könne der Facharzt früh diagnostizieren und therapieren. Die Heilungschancen sind besser.