Brennholzaufbereitung

Brennholzaufbereitung fasziniert die Besucher

Römerstein / Lesedauer: 3 min

Sechstes Oldtimertreffen der Freunde alter Technik in Römerstein mit Attraktionen
Veröffentlicht:31.05.2016, 10:09
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Der neue Veranstaltungsort für das Oldtimertreffen des Vereins der Freunde alter Technik Römerstein an der Turn- und Festhalle in Böhringen statt wie bisher am Vereinsheim in Donnstetten hat sich am Sonntag bewährt.

Wer von den vielen auswärtigen Oldtimerfreunden vielleicht noch nicht wusste, wo genau die Halle in Böhringen genau steht, der brauchte nur einem Traktor, einem „Käfer“ oder anderen Fahrzeugen alter Bauart zu folgen, die aus allen Richtungen unterwegs zum Treffpunkt waren.

Es war für jeden Gast etwas dabei, vom Bulldog über Trabbi und „Zündapps“ bis zur fahrbaren Bandsäge. Es gab eine regelrechte „Sägestraße“, um zu zeigen wie früher Brennholz gemacht wurde im Unterschied zu heute. Viele Landwirte waren auch Waldbesitzer und ernteten ihr eigenes Holz in mühsamer Knochenarbeit. Mit schwäbischem Erfindergeist wurden Maschinen zur Arbeitserleichterung entwickelt.

Da sich die nicht jeder leisten konnte oder sich der Kauf nicht lohnte, gab es auch fahrbare Bandsägen. Eine davon aus den 30er Jahren war an der Festhalle unterwegs während zum Beispiel Wilhelm Kazmaier die gute alte Holzspaltmethode mit der Axt vorführte. Hand-, Kreis- und Stichsägen waren gleichfalls im Einsatz.

Heinz Schmutz und Otto Kalmbach zeigten die Arbeit mit einer nur zu zweit zu bedienenden Kreissäge aus dem Jahr 1943. „Die war bei den Pionieren der deutschen Wehrmacht im Einsatz und später noch bei der Bundeswehr“, erklärte Schmutz. Die KS 43 ist zwar noch funktionstüchtig, aber die beiden setzen sie nur noch zu Schauvorführungen ein.

Als sie demonstrierten wie „leicht“ dagegen die Handhabung einer modernen Motorsäge ist, war das nur einer der Gründe dafür, denn viele alte landwirtschaftliche Nutzgeräte und Fahrzeuge tun immer noch gute Dienste. Wer in der Nähe stand, konnte weitere Gründe für einen Ersatz nachvollziehen, denn lautes Motorengeräusch und Abgaswolke müssen nicht mehr sein, wobei allerdings der Geruch von Diesel, Benzin und Schmieröl zu einem Oldtimertreffen gehört wie „Motorensprache“ und Auspuffwölkchen.

Doch etwas darf nie fehlen: Der Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten auf der Suche nach Ersatzteilen und das Staunen darüber, was es früher gab und im speziellen Fall an menschlicher Leistung erforderlich war um Holz zu ernten und heute maschinell erledigt werden kann. Pellets zum Heizen gab es ebenso wenig wie heutige Sicherheitsstandards.

Doch das war ja nur ein Teil des Oldtimertreffens, denn außer Brennholzverarbeitung gab es brennendes Interesse für die Automobile, Zweiräder und vor allem die alten landwirtschaftlichen Fahrzeuge, die gehegt und gepflegt werden. Deren Bedienung liegt in Menschenhand, und nichts ist dabei computergesteuert. Zur Reparatur muss man mit einem Schraubenschlüssel umgehen können statt ein Elektronikprüfgerät anzuschließen