Henzenbuch

Bauherren haben es nun leichter

Laichingen / Lesedauer: 3 min

Richtlinien für Bauplatzvergabe – Bauherrenmodell in Neubaugebiet zugelassen
Veröffentlicht:31.05.2016, 15:03
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Noch vor einem halben Jahr haben Bauarbeiter die Straßen für Laichingens neues Baugebiet „Hinter Henzenbuch II“ hergestellt, seit einigen Wochen entstehen die ersten Häuser. Damit es weitere Bauherren künftig leichter haben, kippten Laichingens Stadträte in ihrer Sitzung am Montag eine Hürde bei der Vergabe für Bauplätze.

Ohne große Diskussionen stimmten alle Laichinger Stadträte den besonderen Vergaberichtlinien für Kettenhaus- und Mehrfamilienhäusergrundstücke zu. Mit zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen haben die Räte zudem beschlossen, dass bei den Grundstücken für die Kettenhäuser (eine Art Reihenhäuser) das Bauherrenmodell zur Anwendung kommen kann.

„Das Angebot und die Nachfrage nach Bauplätzen in Laichingen steht in keinem ausgeglichenen Verhältnis“, betonte Bauamtsleiter Günter Hascher . Daher werden im neuen Baugebiet „Hinter Henzenbuch II“ künftig neben den Grundstücken für 36 Einfamilien- und Doppelhäusern auch Bauplätze für zwei Ketten- und vier Mehrfamilienhäuser angeboten. Ein Kettenhaus besteht aus je vier Einzelhäusern; in den Mehrfamilienhäusern wird es jeweils maximal acht Wohnungen geben. Die Fläche für diese Bauplätze beträgt knapp 4400 Quadratmeter.

Die Kaufverträge für die Bauplätze werden zum einen eine dreijährige Bauverpflichtung enthalten sowie ein Wiederkaufsrecht für die Stadt, sollte das Gebäude beispielsweise nicht fristgerecht fertiggestellt werden. „Damit wollen wir erreichen“, so Hascher, „dass die Grundstücke zeitnah bebaut und, je nachdem, dann auch bezogen, verkauft oder vermietet werden.“ Die Vorschriften des Bebauungsplans müssen eingehalten werden. Die Bauplätze werden nach einer öffentlichen Ausschreibung vergeben.

Nicht jeder darf bauen

Doch an wen werden die Grundstücke überhaupt vergeben? Hierbei kommen nur Bieter zum Zuge, die geeignet sind. Das heißt: Sie müssen alle vorgegebenen Erklärungen, Nachweise und Angaben vorlegen und die Mindestanforderungen einhalten. Dazu zählen unter anderem der Beruf oder die wirtschaftliche und finanzielle Leistung. Personen, die bereits strafrechtlich auffällig geworden sind, dürfen jedoch nicht bauen, ergänzte Günter Hascher. Den Zuschlag für den Bauplatz bestimmt allein der Preis.

Stadtrat Kurt Pöhler merkte an, dass er einen Mindestpreis für die Kettenhausgrundstücke vermisse: „Der muss über dem liegen, was ein Einfamilienhaus kostet.“ Werner Scheck brachte für die Kettenhäuser das Bauherrenmodell ins Gespräch. Damit würden sich Privatpersonen zusammenschließen können und in Eigenregie das Kettenhaus bauen, „weil es so relativ günstig ist“. Bauamtsleiter Hascher entgegnete, dass ein Kettenhaus nicht günstiger als ein Einfamilienhaus sei. Stadtrat Willi Schwenkschuster hält den Hausbau für eine „sehr individuelle Sache“. Daher sehe er manche Schwierigkeiten beim Bauherrenmodell. Unter anderem, dass der Bauplatz lange nicht bebaut werden könne. Laichingens Bürgermeister Klaus Kaufmann sah das ähnlich: „Das ist eines der Probleme beim Bauherrenmodell. Die, die sich zusammentun, könnten irgendwann merken, dass es doch nicht klappt.“

Schlussendlich stimmten die Ratsmitglieder für das Bauherrenmodell – mit zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen.

Für etwa 2,245 Millionen Euro ließ die Stadt Laichingen das Gebiet erschließen, wobei 1,1 Millionen Euro auf den Bau der Straßen entfallen, darunter die Württemberger- und die Staufer Straße. Pro Quadratmeter zahlen Interessenten 198 Euro. Von den 36 Bauplätzen für Einfamilien- und Doppelhäuser sind schon 23Grundstücke vergeben. Die Richtlinien für die Ketten- und Mehrfamilienhäuser gelten ab Mittwoch, 1. Juni.