Treffpunkt

Jugend will einen Treffpunkt – Standort unklar

Kirchheim / Lesedauer: 3 min

Kirchheimer Verwaltung schlägt Gebäude beim Bahnhof vor
Veröffentlicht:29.09.2019, 15:29

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Im Beisein von Kreisjugendreferent Michael Baltes, Kirchheims Bürgermeister Willi Feige sowie zahlreicher Gemeinderäte, interessierten Bürger und vor allem auch Jugendlichen haben sich alle Beteiligten erstmals über einen Jugendtreff in Kirchheim ausgetauscht. Die Diskussion im Nebenraum der Festhalle Kirchheim war sehr ziel- und ergebnisorientiert und verlief sehr sachlich.

Neben dem Wie? (der Treff organisiert werden soll) stand vor allem das Wo? (er sein soll) auf der Tagesordnung. In seinen einleitenden Worten verdeutlichte Baltes die Notwendigkeit eines Jugendtreffs. Die Erfahrung habe aber auch gezeigt, dass das nötige Verantwortungsbewusstsein mit der Höhe der notwendigen Eigenleistung steigt. Daher, laute die Empfehlung des Kreisjugendringes, die Jugendlichen nicht nur aktiv in die Planungen einzubinden um so einen breiten Konsens zu finden, sondern auch Eigenleistungen einzufordern. Diese sollen dann aber auch nicht mit dem Einzug enden, sondern die Jugendlichen sollten sich über eine Selbstverwaltung der Verantwortung bewusst werden.

Nur so könne die Wertschätzung erzeugt werden die für einen dauerhaften Betrieb notwendig sei. Prinzipiell stehe die Gemeindeverwaltung sowie der Gemeinderat diesem Wunsch positiv gegenüber, erläuterte Bürgermeister Willi Feige. Das Problem sei der Standort. So wurde, wie berichtet, bei der letzten Gemeinderatssitzung eine Folgenutzung für die bald freiwerdenden Räumlichkeiten des Bauhofs im Gebäude Lange Straße 62 diskutiert worden. Hier könne man sich seitens der Verwaltung und des Gemeinderates sehr gut einen Jugendtreff vorstellen, so Feige weiter.

Demgegenüber steht der Wunsch der Jugendlichen nach einem Platz am Ortsrand in Fahrtrichtung Goldburghausen. Da dieser bereits von einer Jugendgruppe und einem Bauwagen genutzt wurde, sei hier bereits ein nötiges Fundament vorhanden. Es müsse nur noch einen Hütte erstellt und ein Stromanschluss hergestellt werden, so die Jugendlichen. Die Kosten für die Hütte würden sich laut eines Kostenvoranschlages auf rund 5000 Euro ohne Eigenleistungen belaufen. Die Kosten für den gewünschten Stromanschluss bezifferte Feige auf rund 3000 Euro.

Die Antwort auf die Frage, ob dies angesichts der freiwerdenden Räume, bei denen auch noch sanitäre Einrichtungen vorhanden wären, eine sinnvolle Investition ist oder nicht, wurde vertagt. Als Zwischenlösung schlug Feige eine Nutzung der Räumlichkeiten im ehemaligen Kloster vor, das seit dem Wegzug der letzten Flüchtlinge aktuell leer stehe. Hier müsse man sich mit der Kirchengemeinde in Verbindung setzen. Michael Baltes unterstützte mit seiner Aussage, dass Jugendtreffs am Ortsrand immer mit gewissen Problemen verbunden sind, den Vorschlag der Verwaltung.

Aufgrund der intensiven Diskussion um den besten Standort konnte die Frage nach der Organisation des Jugendtreffs nur noch am Rande besprochen werden. Hier stellen sich die Jugendlichen Räume für zwei Altersgruppen, einen für Zehn- bis 14-Jährige und einen für die 15- bis 18-Jährigen vor. Dass von ihnen viel Eigenleistung erwartet wird, sei ihnen bekannt und ihnen auch bewusst. Wie die Jugendtreffs betrieben werden sollen, war jedoch noch unklar. Einig war man sich, dass von beiden Seiten eine langfristige Lösung angestrebt wird.

Am Ende des über zweieinhalbstündigen Informationsaustausches waren beide Seiten zufrieden und wollen sich bis zum nächsten Treffen weitere Gedanken machen. So sieht gelebte Bürgerbeteiligung mit Einbeziehung der betroffenen Jugendlichen aus.