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Grundsheim muss keine neuen Schulden machen

Grundsheim / Lesedauer: 3 min

Wenngleich die Gemeinde Grundsheim für 2024 auf einen negativen Ergebnishaushalt zusteuert, kommt sie aufgrund von Rücklagen ohne Neuverschuldung aus. Die soliden Finanzen der vergangenen Jahre zahlen sich in der aktuell von notwendigen Sanierungen und weiteren Investitionen geprägten Zeit aus.
Veröffentlicht:12.02.2024, 16:48

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Wenngleich die Gemeinde Grundsheim für 2024 auf einen negativen Ergebnishaushalt zusteuert, kommt sie aufgrund von Rücklagen ohne Neuverschuldung aus. Die soliden Finanzen der vergangenen Jahre zahlen sich in der aktuell von notwendigen Sanierungen und weiteren Investitionen geprägten Zeit aus. Der Gemeinderat hat am Montag nach eingehender Beratung Haushaltssatzung und Haushaltsplan für 2024 einstimmig beschlossen.

Mit 55.719 Euro im Minus plant die Gemeinde Grundsheim für das Jahr 2024 ihren Ergebnishaushalt. Damit kann sie ihre Abschreibungen nicht erwirtschaften und verfehlt das gesetzlich vorgeschriebene Ziel der Generationengerechtigkeit. Um dieses zu erreichen, müsste der Haushalt ausgeglichen sein oder positiv ausfallen. Bürgermeister Uwe Handgrätinger hat erklärt, dass seit der Haushaltsvorberatungen im November noch notwendige Ausgaben hinzugekommen sind, die für einen Großteil des negativen Ergebnisses verantwortlich sind.

Markus Mussotter, Geschäftsführer und Fachbeamter für das Finanzwesen der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen, hat den Gemeinderäten das 180 Seiten umfassende Zahlenwerk vorgestellt. Er dankte seiner Mitarbeiterin Laura Laub für das erstmalige Erstellen eines Haushaltsplans. „Das können wir riskieren“, sagte der Finanzfachmann im Hinblick auf den deutlich negativen Ergebnishaushalt. Er verwies dabei auf die Begründung des Bürgermeisters und die grundsätzlich sehr soliden Finanzen der Gemeinde. Für die Jahre 2025 bis 2027 rechnet Mussotter im Ergebnishaushalt jeweils mit einer roten Null.

Die Liquidität der Gemeinde wird im Laufe des Jahres aufgrund der aktuellen Entwicklung von 383.802 auf voraussichtlich 322.120 Euro sinken. Ebenso wird der Schuldenstand von 233.125 auf 230.625 Euro sinken. Der Pro-Kopf-Schuldenstand sinkt im Laufe des Jahres bei 211 Einwohnern von 1105 auf 1093 Euro. Die Gemeinde hat 200.000 Euro zum Nulltarif für eine bis 1. Juli 2025 laufende Beteiligung bei der Netze BW aufgenommen. Ohne diese Beteiligung wäre Grundsheim annähernd schuldenfrei. Bürgermeister Handgrätinger wies auf die gute Rendite aus der Beteiligung hin. Außerdem würden die 200.000 Euro nach Ablauf der Beteiligung dem Gemeindehaushalt wieder gutgebracht werden.

Gute Nachrichten gab es auch hinsichtlich der Realsteuern, die 2024 nicht erhöht werden. Markus Mussotter wies darauf hin, dass zur Beibehaltung der Größenordnung bei der Grundsteuer für 2025 möglicherweise eine Anpassung des Hebesatzes notwendig sein wird. Das sei jedoch Thema in einer späteren Gemeinderatssitzung. Abzüglich der Gewerbesteuerumlage sieht der Plan Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 107.640 Euro vor, die Grundsteuereinnahmen liegen bei 20.700 Euro, der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer beträgt 168.370 Euro, an der Umsatzsteuer liegt er bei 7870 Euro. An Hundesteuer erwartet die Gemeinde 810 Euro. Die Schlüsselzuweisungen an die Gemeinde betragen 68.120 Euro, die kommunale Investitionspauschale 26.640 Euro.

Ausgaben sind die Kreisumlage mit 95.622 Euro und die Finanzausgleichsumlage ans Land mit 82.776 Euro, ferner die Personalaufwendungen von 74.500 Euro. Bei den Investitionen kom-men anteilig 2400 Euro für die Photovoltaikanlage für die Kläranlage in Ansatz. Der mindestens 60 Jahre alte Doleneinlauf am Sulzbach muss erneuert werden, was mit 41.500 Euro zum Tra-gen kommt. Insoweit hat die Gemeinde einen Zuschussantrag beim Ausgleichstock über 35.000 Euro gestellt. Hinzu kommen 45.000 Euro für den Unterhalt der baulichen Anlagen am Rathaus und 14.000 Euro für den Unterhalt von Feldwegen sowie 10.000 Euro für den Gewässerschutz.