Rinderbesamung

Zuschuss für Rinderbesamung fällt weg

Hohenstadt / Lesedauer: 2 min

Gemeinde Hohenstadt stellt Geld lieber in Heckenpflege anstatt Kühe
Veröffentlicht:28.04.2017, 14:26
Aktualisiert:23.10.2019, 06:00

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Als Geburtshelfer bei Rindern tritt bislang die Gemeindeverwaltung Hohenstadt (Kreis Göppingen ) auf: Sie bezuschusst die Besamung von Rindern. Nun soll das Geld in die Pflege der Hecken auf Gemeindegebiet fließen. Nur noch eine Gemeinde im Verband Oberes Filstal, dem die Gemeinden Hohenstadt, Drackenstein, Wiesensteig, Mühlhausen und Gruibingen angehören, gibt Geld dafür, dass Kühe befruchtet werden können.

Schon seit Jahren hatte Gemeinderat Kurt Oldenburg den Zuschuss als nicht mehr zeitgemäß angemahnt, da es in Hohenstadt gerade einmal noch vier Milchviehhalter gibt. Günter Riebort, Bürgermeister der Alb-Gemeinde im Kreis Göppingen, hatte daraufhin recherchiert. Er musste feststellen, dass lediglich nur noch eine weitere Gemeinde Kommunalverband Oberes Filstal diesen Zuschuss weiterhin gewährt. Und auch im Alb-Donau-Kreis gibt es diese Förderung überhaupt nicht mehr. In anderen Gemeinden wurde das Geld zur Sanierung der Feldwege oder zur Unterstützung der Landwirtschaft herangezogen.

„Meine persönliche Meinung ist, dass man diesem Zuschuss nicht abschaffen muss, besonders da er gerade einmal 1500 Euro ausmacht“, erklärte der Schultes. Er enthielt sich am Ende bei der Abstimmung auch der Stimme. „Solange der Schäfer auf Gemeindegebiet weidet und seine Pacht bezahlt, kann man den Zuschuss meinetwegen weiterlaufen lassen, sodass sich die Kosten hierbei aufrechnen“, meinte Kurt Oldenburg. Danach sei er für eine ersatzlose Streichung.

Sein Ratskollege Uwe Gauss regte einen Wettbewerb im Landschaftsschutz zugunsten der Landwirtschaft an. Hier zeigte sich allerdings Gemeinderat Friedrich Müller skeptisch: „Wir könnten jedoch die Beschneidung der Hecken an Feldwegen und Straßen so finanzieren. Wenn ein Landwirt das sogar selber macht, gibt es eine Entschädigung“, war sein Vorschlag. Auch Kai Maurer sprach sich gegen eine Abschaffung aus, da eine Förderung der Landwirtschaft absolut notwendig sei. „Wenn wir bis in ein paar Jahren jedoch nur noch ein oder zwei Milchviehhalter im Ort haben, ist diese Förderung sehr einseitig“, gab Riebort zu bedenken.

Um die 1500 Euro nicht zu verlieren, stellte Gemeinderat Friedrich Müller den erweiterten Antrag, das Geld zur Pflege der Hecken zu verwenden. „Durch diese Umverteilung tun wir zum Wohle der Allgemeinheit etwas“, erklärte er. Kurt Oldenburg hatte im Vorfeld angemahnt, bei der Bezuschussung das Wohl der gesamten Gemeinde und nicht nur einer kleinen Minderheit im Auge zu behalten. Die Umwidmung wird allerdings erst frühesten 2018 greifen. Die Verwaltung muss sich nun Gedanken machen, wie die Verteilung des Geldes für die Heckenpflege erfolgen soll.