Familienbericht

Keine Erzieher für Erbach

Erbach / Lesedauer: 2 min

Der Arbeitsmarkt ist leergefegt
Veröffentlicht:30.04.2014, 17:36
Aktualisiert:24.10.2019, 14:00

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Mit der Vorstellung des Kinder- und Familienberichts 2014 wurde die schwierige Arbeitsmarktsituation für die Stadt Erbach als Arbeitgeber offenkundig. Der Markt für Erzieher sei leer gefegt, erklärte Hauptamtsleiter Florian Ott . Stellenausschreibungen für eine Krankheitsvertretung und Minijobber hätten keinen Erfolg gebracht. Die Stadt hat bereits ohne gesetzliche Verpflichtung den Mindestpersonalschlüssel umgesetzt, aber irgendjemand fällt immer aus, hieß es.

Einen neuen Weg möchte die Stadt ab dem Kindergartenjahr 2015/16 mit der praxisintegrierten Ausbildung, kurz PIA, gehen. Zwei Ausbildungsstellen sollen auf diese Weise besetzt werden, kündigte Bürgermeister Achim Gaus an. Die Ausbildung wird entlohnt, mit einem Entgelt von 800 bis 900 Euro sollen neue Erzieher gewonnen werden. Eigenheit bei PIA ist, dass nicht nur Berufseinsteiger von dem Ausbildungsangebot Gebrauch machen, schilderte der Hauptamtsleiter.

„Die ausreichende Versorgung mit Kindergartenplätzen ist in allen Stadtteilen gewährleistet“, heißt es im Bericht. 483 Betreuungsplätze – aufstockbar um 33 Plätze – für Kinder ab drei Jahren stehen derzeit in elf Einrichtungen der Stadt (5), katholischer Kirche (4), evangelischer Kirche und dem freien Träger des Waldkindergartens zur Verfügung. 58 Plätze sind es derzeit für Kinder bis drei Jahre in drei städtischen Einrichtungen und bei einem freien Träger. Angeboten werden könnten sogar bis zu 104 Krippenplätze. In Ringingen, Bach und Donaurieden ist dafür Raum vorhanden.

Die zentrale Anmeldung in der Kernstadt bringe die gewünschte Transparenz, sagte Ott. Eltern dürfen dabei drei Wunscheinrichtungen nennen. Ziel sei es, ein halbes Jahr vor Beginn der Betreuung Bescheid zu geben, damit Eltern den Einsatz am Arbeitsplatz besser planen können. Derzeit seien es drei Monate.

Knapp 1,7 Millionen Euro an Abmangel in den Kindereinrichtungen trägt die Stadt in diesem Jahr. Zum Vergleich: 1,5 Millionen waren es 2013 und 1,1 Millionen im Jahr 2012. Erhöhen möchte die Stadt den Zuschuss für die Tagesmütter von einem auf zwei Euro je Betreuungsstunde und auf maximal 300 Euro pro Kind im Monat.