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Brauchtum 

Profi-Filmemacher dreht neuen Film über die Ehinger Fasnet

Ehingen / Lesedauer: 5 min

Zum Landschaftstreffen Donau 2026 in Ehingen soll er fertig sein. Passend dazu dient das breite Brauchtumsprogramm am Glombigen. Eine Übersicht.
Veröffentlicht:07.02.2024, 09:00

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Mit dem Glombigen Doschdig startet die Ehinger Hausfasnet traditionell in ihre heiße Phase. Neben viel Tradition und Brauchtum wird in diesem Jahr der Ehinger Filmemacher Nik Johannsen wieder mit seiner Kamera unterwegs sein. Dieses Mal möchte der Filmprofi die Ehinger Hausfasnet darstellen. Doch nicht nur das.

Seit vielen Jahren ist der Ehinger Nik Johannsen bekannt dafür, dass er Filme macht, die unter die Haut gehen. Sein Film „Die 5. Jahreszeit“, in der Johannsen seine Mutter Elke als Mitglied der Wilden Weiber in den Fokus gestellt hat, handelt von der Liebe seiner Mutter zur Ehinger Fasnet und wurde bereits mehrfach im Ehinger Kino gezeigt.

Vor ein paar Jahren hat Johannsen zudem einen Imagefilm über den Glombigen Doschdig in Ehingen gedreht, der jederzeit auf der Homepage der Narrenzunft Spritzenmuck abrufbar ist. Auch während Corona war Nik Johannsen, zugleich Narrenrat und Medienbeauftragter der Zunft, maßgeblich mit der Digitalisierung daran beteiligt, dass die Fasnet in Ehingen auch ihre bisher schwierigste Zeit ohne Veranstaltungen überlebt hat.

Breiter Fokus

Nun plant der Filmemacher im Vorfeld des Landschaftstreffens Donau, das die Narrenzunft Spritzenmuck im Jahr 2026 in Ehingen ausrichten darf, wieder einen Film - allerdings mit einem breiteren Fokus. „Ich sammle während dieser Fasnet viel Rohmaterial. Der neue Film soll auch in die Historie der Ehinger Fasnet eintauchen, soll nicht nur den Glombigen in den Fokus rücken“, erklärt Johannsen. So war der Ehinger Filmemacher auch Ende Januar in Weingarten mit der Kamera unterwegs, als die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) ihren 100. Geburtstag mit allen 68 Mitgliederzünften feierte.

„Hier habe ich auch versucht, unsere Verbindung zur VSAN und vor allem zu unserer Landschaft Donau einzufangen“, erklärt Johannsen. Denn die VSAN ist in verschiedene Landschaften aufgeteilt, zur Landschaft Donau gehören neben Ehingen die Narrenstädte Munderkingen, Riedlingen, Sigmaringen, Stetten am kalten Markt, Fridingen und Mühlheim/Donau. „Ich möchte in diesem neuen Film auch deutlich machen, dass wir eine Landschaft sind und in diesem Zuge die anderen Zünfte ein wenig in dem Film vorstellen. Deswegen war ich mit der Kamera in Weingarten, da waren alle da“, sagt Johannsen.

Narren im Interview

Dass dabei natürlich weiterhin die Ehinger Fasnet im Fokus stehen wird, ist klar. „Das Schöne an der Tradition ist ja, dass diese sich nicht verändert“, betont Johannsen. Dennoch sollen in seinem Film auch besondere Narren per Interview zu Wort kommen. „Bei manchen unserer Ehinger Gruppen leben noch die Gründungsmitglieder. Das ist schon ein sehr besonderes Wissen, das ich gerne in den Film packen möchte.

Aber auch altgediente Narren, wie beispielsweise Ehingens Ehrenzunftmeister Lothar Huber, mittlerweile über 80 Jahre alt, sollen zu Wort kommen, um die Faszination der Fasnet über die Generationen hinweg deutlich zu machen. „Deswegen werde ich nicht nur am Glombigen filmen. Zur Ehinger Hausfasnet gehören auch die Bälle und der Umzug am Fasnetsdienstag“, so Johannsen, der am Nostalgieball mit der Kamera unterwegs sein wird.

Was am Ende genau für ein Film rauskommen wird - davon will sich der Filmemacher selbst überraschen lassen. „Ich denke aber schon, dass es eine Doku mit einer Länge zwischen 30 und 45 Minuten geben wird. Auch vorstellbar ist, dass der Film dann im Jahr 2026 passend zum Landschaftstreffen in Ehingen im Kino gezeigt wird“, so Johannsen, der jetzt schon gespannt ist, welche besonderen Eindrücke er mit seiner Profiausrüstung festhalten kann.

Das ist am Glombigen geboten

Programmtechnisch startet der Glombige um 10 Uhr mit dem Schulaustreiben in den verschiedenen Schulen in Ehingen. Dort werden die Narren, meist unter musikalischer Begleitung, die Schülerinnen und Schüler und natürlich auch die Lehrerinnen und Lehrer vom Unterricht befreien. Weiter geht es dann mit einem Narrenempfang um 12 Uhr in der Verladehalle der Berg-Brauerei. Hier empfängt Brauereichef Uli Zimmermann die Närrinnen und Narren, die beim Schulaustreiben aktiv dabei gewesen sind.

Landrat und Büttel

Um 13 Uhr dann treffen sich die Büttel und Krettenweiber am Ehinger Landratsamt, dort wird Landrat Heiner Scheffold traditionell die Zulassung der Dixis übernehmen und weise Worte sprechen. Um 14 Uhr sind die Büttel und Krettenweiber dann beim Finanzamt. Ab 14.30 Uhr startet die Kinderfasnet in der Ehinger Lindenhalle, wo der Narrensamen der Narrenzunft Spritzenmuck mit mehr als 250 Programmakteuren wieder tolle Programmpunkte vorbereitet hat.

„Dieses Jahr dürfen keine Kinderwägen in die Halle. Die Kinderwägen bekommen einen Abstellplatz in der Tiefgarage, der von der Security bewacht wird. Erwachsene brauchen als Eintritt das Umzugsmäskle“, erklärt Volker Raiber, Zunftmeister der Narrenzunft Spritzenmuck. Um 16 Uhr gibt es dann das Spektakolo der Büttel auf dem Rathausvorplatz, ab 17.15 Uhr beginnt Furio s’brennt am Ochsenberg. Der Umzug geht dann von dort hoch zum Ehinger Marktplatz, wo gegen 18.15 Uhr der Kügelestanz aufgeführt wird.

Bei Einbruch der Dunkelheit geht es dann zur Ausgrabung des Groggadälers am Groggensee mit Feuerwerk, zu der wieder mehrere Tausend Zuschauer erwartet werden. Danach findet auf dem Marktplatz der Hexensprung samt Schlüsselübergabe an den Spritzenmuck statt, bevor es in die große Ehinger Partynacht geht.

Gutes Sicherheitskonzept

„Das Sicherheitskonzept steht, wie in den Vorjahren auch. Wir hatten mehrere Besprechungen mit allen Beteiligten. Zum Glück haben wir keine außerordentliche Gefahrenlage. Klar werden zusätzliche Polizeibeamte vor Ort sein, jede Hütte und jedes Zelt hat Security als Auflage. Zudem hat die Polizei bereits den notorischen Ärgermachern Platzverweise ausgesprochen. Die Polizei hat hier den Glompigen in Munderkingen abgewartet“, erklärt Raiber.

Ausschank-Ende wird um 2.30 Uhr sein, die Lokalitäten müssen um 3 Uhr geschlossen sein. „Ich freue mich extrem auf unser Brauchtum“, sagt Volker Raiber, der nach der Schlüsselübergabe seinen Narrenratsfrack gegen sein Muckenspritzer-Häs tauschen wird.