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Ehingen

Narrenschellen und Kirchenglocken rufen zur Messe

Ehingen / Lesedauer: 2 min

Bevor die Ehinger Narren mit dem Umzug in Munderkingen zum Endspurt ansetzten, haben sie sich in der Stadtpfarrkirche den himmlischen Segen für ihr ausgelassenes Treiben geholt. 
Veröffentlicht:11.02.2024, 17:11

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Bevor die Ehinger Narren mit dem Umzug in Munderkingen zum Endspurt ansetzten, haben sie sich in der Stadtpfarrkirche den himmlischen Segen für ihr ausgelassenes Treiben geholt. Mit allen Messdienern im Närrenhäs zogen Stadtpfarrer Harald Gehrig und Vikar Martin Saur in St. Blasius ein, empfangen von vielen Kirchenbesuchern im närrischen Kleid.

„Ihr Mucka und Mate, ihr Masken und Kleidle, ihr Kügele und Hexen, ihr Narren und Gescheidle. In Ehgna hier unten, im Himmel dort oben den gütigen Vater wollen wir loben“, sangen die Gläubigen. „Die Kirche mit Narren voll, das finden ich und der Pfarrer toll“, begrüßte sie Vikar Saur. Im Gebet sprach er: „Wir bringen all unsere Freude mit, die wir in diesen Tagen erleben dürfen.“

In der Predigt zog Saur Parallelen von der Rettung von Petrus auf dem See Genezareth vor 2000 Jahren zu den Ereignissen am Groggensee am Glombigen, wie es sie seit 68 Jahren gibt. In Versform erzählte er von der rettenden Hand Jesu, die sich dem untergehenden Petrus entgegenstreckt. „Die Not ist groß, wer zieht mich heraus, wer kann mir jetzt noch zur Hilfe sein. Den Petrus lässt Gott nicht im Stich, doch das gilt auch für uns. Gott lässt uns nicht untergehen“, sagte Vikar Saur. Er nannte das Beispiel eines müden Narren, der im Straßengraben eingeschlafen war und von einem anderen herausgezogen wurde. „Wenn jeder so im Leben steht, wenn wir die Not des Nächsten sehen, wird keiner untergehen. Wenn einer unsere Hilfe braucht, ist es sofort erlaubt zu helfen. Im Groggental haben wir gesehen, wie Hilfe gehen kann“ endete Saur und bekam viel Beifall von der närrischen Gemeinde.

„Lobet den Herren, ihr eitlen Jecken und Narren, lobet den Einzigen, dem ohne Maske wir nahen“, sang die Gemeinde. Die Fürbitten in der Narrenmesse wurden wie immer von den Narren gesprochen, sie galt allen stressgeplagten Menschen, denen, die Angst vor der Zukunft haben, die einsam sind, die sich mit Hass und Streit begegnen und dem Wunsch nach einer friedlichen Fasnet. Am Ende der Narrenmesse sang die Gemeinde: „Genießt, was Gott uns schenkt an Freudenstunden mir, drum eure Schritte lenkt zu Narrenfreuden hier“.