Leidensgeschichte

Musik vertieft die Leidensgeschichte nach Lukas

Ehingen / Lesedauer: 2 min

Passionskonzert der Kantorei Ehingen hinterlässt bei Zuhörern in der vollen Kirche nachhaltigen Eindruck
Veröffentlicht:28.03.2016, 20:09
Aktualisiert:23.10.2019, 17:00

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Die Leidensgeschichte nach Lukas (22:1-23:56) hat am Karfreitag in der evangelischen Kirche die von der Kantorei Ehingen unter der Leitung von Christoph Mehner gestaltete Passionsmusik durchzogen. Diese bestand aus Vokal- und Instrumentalkompositionen von Johann Sebastian Bach, Johann Pachelbel, Georg Philipp Telemann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Antonin Dvorak und Josef Rheinberger.

Mit der Ciacona in f-Moll für eröffnete Organist Manuel Kaupp in der voll besetzten Kirche die traditionelle Veranstaltung zum Gedenken an das Leiden und Sterben Jesu Christi. Kaupp ist gebürtig von Laichingen, hat das Orgelspiel bei Christoph Mehner gelernt und anschließend in Halle an der Saale Kirchenmusik studiert. Jetzt ist er als Organist bei der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Elsau im Bezirk Winterthur, Kanton Zürich, angestellt. Einen weiteren musikalischen und zur Karfreitagsstimmung passenden Höhepunkt setzte der hoch talentierte junge Kirchenmusiker mit dem hohe spieltechnische Anforderungen stellenden Präludium in h-Moll BWV 544 von Johann Sebastian Bach.

In acht Abschnitte hatte Pfarrerin Susanne Richter den von ihr vorgetragenen Text aus dem Lukas-Evangelium eingeteilt. Vorbereitung des Passah-Mahls, Passah-Mahl, Verhaftung am Ölberg, Nacht der Verhöre, Kreuzigungsforderung, Verurteilung und Weg zur Hinrichtung, Kreuzigung und Grablegung waren Inhalt der jeweils durch ein Musikstück gegliederten Szenen.

Das Kyrie aus Antonin Dvoraks meditierender Messe D-Dur stimmte in die erste Szene ein. Das Abendlied für Viola und Orgel leitete zum Abendessen von Jesus und den Jüngern über. Mendelssohns Hymne „Höre mein Bitten“ für Solo, Chor und Orgel ging dem Gebet am Ölberg voraus. Als Einstieg in die weiteren Szenen folgten die Arie „Erbarme dich“ aus Bachs Matthäuspassion, der dritte Satz aus Georg Philipp Telemanns Violakonzert G-Dur, das oben erwähnte Bach-Präludium h-moll, das Duett „Zion streckt ihre Hände aus“ aus Mendelssohns Oratorium „Elias“, die Arie „Zerfließe mein Herze“ aus Bachs Johannespassion und das Duett „Wohin habt ihr ihn getragen“ aus der Motette op. 39, Nr. 3, von Mendelssohn. Die ausgedehnte und leise verklingende Agnus-Dei-Fuge aus Dvoraks D-Dur-Messe entließ die Kirchenbesucher in die Trauer des Tages.

Gesangssolistinnen bei Bachs Arien und Mendelssohns Duetten waren Anja Brosi und Stella Wagner. Barbara Schlenker spielte zu den Arien die Flöte. Bei den Kompositionen von Rheinberger und Telemann trat Florian Stierle mit der Viola solistisch hervor.