Nahwärme

Hochhauseigentümer kippen Nahwärme

Ehingen / Lesedauer: 2 min

Stadt Ehingen sucht nun nach einer Heizalternative für die Realschule am Wenzelstein
Veröffentlicht:18.03.2014, 18:50
Aktualisiert:24.10.2019, 16:00

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Das Nahwärmenetz an der Realschule am Wenzelstein wird nicht gebaut. Am Montagabend hat sich die Eigentümerversammlung des benachbarten Hochhauses gegen einen Anschluss ans Netz entschieden. „Damit ist auch für die Stadt Ehingen das Projekt gestorben“, sagte Stadtbaumeister Heinz Fiesel. Als Vertreter der Stadt nahm er an der Eigentürmerversammlung in Ehingen teil.

Mehrheitlich haben sich die 60 Eigentümer des Hochhauses am Wenzelstein gegen den Anschluss ans Nahwärmenetz entschieden. Laut Siegfried Schmitt , Mitglied der Eigentümergemeinschaft, war die Diskussion sehr sachlich. „Die Zahlen wurden gegenüber gestellt und aufgrund dessen dem Projekt eine Absage erteilt“, sagt Schmitt. Doch nicht nur die Zahlen, sondern auch andere Argumente hätten bei der Diskussion um die Heizungssanierung eine Rolle gespielt. „Wir haben über den ökologischen Vorteil, krisensichere Versorgung und die Frage, ob man sich mit der Heizung in die Hände Dritter begeben will, diskutiert“, erklärte Schmitt. Die Eigentümer werden nun Alternativen zur Nahwärme suchen. Immer wieder wurde schon über eine Erdgasheizung diskutiert. „Da ist aber noch nichts beschlossen“, so Schmitt.

Schulheizung wird saniert – wie, ist noch unklar

Geplant hatte Erdgas Südwest das Nahwärmenetz in Ehingen. Mit Bedauern nahm Vertriebsmitarbeiter Armin Lotter das Ergebnis am Montag zur Kenntnis: „Warum sich die Eigentümer trotz der jährlichen Ersparnis, der Preisstabilität und der Kalkulationssicherheit gegen das Wärmenetz entscheiden haben, wissen wir nicht.“

Für die Stadt wird sich durch das Votum der Wohnungsbesitzer wenig ändern, ist sich Heinz Fiesel sicher. „Die Heizungsanlage der Realschule wird saniert. Wie, wissen wir noch nicht. Da müssen wir jetzt nachdenken“, sagte er. Schließlich hätte auch Erdgas Südwest die Anlage gebaut und die Stadt nur den Heizraum der Realschule zur Verfügung gestellt. Praktischerweise wäre es dann aber möglich gewesen, auch das Hochhaus sowie das katholische und evangelische Gemeindehaus anzuschließen. „Wir haben keinen Plan B in der Schublade. Wir werden weitere, möglichst ökologische Varianten prüfen“, versicherte Fiesel.

Das Konzept der Erdgas Südwest sah vor, in der Realschule am Wenzelstein Räume anzumieten, um dort eine Heizungsanlage zu erreichten. Diese hätte ein Biogas-Blockheizkraftwerk, Wärmespeicher und Gasbrennwertkessel umfasst. Zusätzlich wäre ein Nahwärmenetz für die umliegenden Häuser entstanden.

Zeit, um ein neues Heizkonzept für die Realschule zu erstellen, hat die Stadt. Denn laut Stadtbaumeister laufe die Heizungsanlage noch. „Die muss man erneuern, umbauen oder ausbauen“, sagte er.