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Aktion „Helfen bringt Freude“

Welche Initiativen von den Spenden aus der Region unterstützt werden

Ehingen, Laichingen, / Lesedauer: 7 min

Bei „Helfen bringt Freude“ steht das Motto „Fluchtursachen bekämpfen“ im Mittelpunkt. 14 Initiativen aus der Region sollen in diesem Jahr von den Spenden profitieren.
Veröffentlicht:17.11.2023, 17:00

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  • Schwäbische.de
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Seit zehn Jahren sammelt die „Schwäbische Zeitung“ in ihrer Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude“ unter anderem für Hilfsprojekte in der Region ‐ seit 2016 unter dem Motto „Fluchtursachen bekämpfen“. Auch aus der Region sind in diesem Jahr wieder altbekannte und neue Initiativen dabei. Fünf kommen dabei aus dem Raum Ehingen, vier aus Ulm, fünf weitere auf der Laichinger Alb.

Das sind die Ehinger Projekte

WeGive: Die Nichtregierungsorganisation sammelt auch weiterhin Spenden für den Bau eines Ausbildungszentrums in Ghana. So soll Jugendlichen ermöglicht werden, in sicherer Umgebung einen handwerklichen Beruf zu erlernen. Mit den Geldern werden Planung, Bauaufsicht, Bauleitung und Beschaffung der Baumaterialien finanziert.

Nachdem bereits das Wasserhaus fertiggestellt und eine Photovoltaik-Anlage installiert ist, befindet sich jetzt das Schulgebäude im Bau. Auch die Spendengelder von „Helfen bringt Freude“ werden in dessen Errichtung fließen. Insgesamt werden für den ersten Bauabschnitt etwa 120.000 bis 150.000 Euro benötigt.

Arzneibrücke Ehingen-Kinshasa: Arznei für die Ärmsten zur Verfügung stellen, das ist das Ziel der Arzneibrücke Ehingen-Kinshasa. Zwei Projekte unterstützen die Ehinger mit ihren Spenden. Beim Projekt Kinshasa werden Medikamente für zwei Kliniken finanziert ‐ eine von katholischen Schwestern betriebene Poliklinik und ein von den evangelischen Christusträgern betriebenes Krankenhaus.

Das Projekt Vanga spendet Medikamente für einen Krankenhauskomplex auf dem Land etwa 350 Kilometer östlich von Kinshasa. Dort befinden sich unter anderem eine Kinderklinik und ein Tuberkulose-Zentrum. Durch die Arznei würden Unterernährung, Infektions- und Mangelkrankheiten bekämpft, heißt es vonseiten der Initiative.

Uganda-Initiative Bukoto-Schwaben: Ihre karitative Arbeit hat die Uganda-Initiative mittlerweile auf ein zweites Dorf in Uganda ausgeweitet ‐ auf das Nachbardorf von Bukoto, auf Buliro. Auch hier will die Initiative mit Spenden unterstützen. Ziel soll es sein, dass sich die beiden Nachbargemeinden gegenseitig unterstützen können. In Bukoto betreibt die Initiative noch immer das Waisenhaus, in dem mehr als zehn Waisenkinder untergebracht sind.

Als weiteres Projekt gilt das Sammeln von Spenden für Damenbinden. Denn die können sich viele der Schulmädchen nicht leisten. Die Folge: Wenn sie ihre Periode haben, können sie nicht in die Schule oder benutzen unsaubere alte Kleidung und fangen sich Infektionen ein.

Malteser-Hilfsdienst Ortsgruppe Ehingen: Die Ehinger Gruppe sammelt seit einigen Jahren Spenden für den Bau einer Schule in der Demokratischen Republik Kongo. Denn die Schule, die die Initiative bereits gebaut hatte, ist mittlerweile zu klein für die große Anzahl an Schülerinnen und Schülern.

Etwa 80.000 Euro werden dafür insgesamt gebracht, so sieht es die Kalkulation der Malteser vor. Spendengelder werden jedoch auch für eine Weihnachtsaktion der Partner-Malteser in Esztergom verwendet. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit verteilt die Gruppe Geschenke an die ärmsten Einwohner der ungarischen Stadt.

Barmherzige Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal: Seit vielen Jahren engagieren sich die Schwestern bereits in Tansania. Auch ihr Engagement in Äthiopien haben sie immer mehr ausgeweitet. In Tansania bauen sie beispielsweise ein Krankenhaus. Auch eine Sekundarschule für Jugendliche mit Behinderung, eine Grundschule und ein Heim für kranke und ältere Schwestern sind aktuelle Projekte der Schwestern aus Untermarchtal.

Das sind die Ulmer Projekte

Eltern-Kind-Gruppe für Geflüchtete Familien aus der Ukraine der Caritas: Innerhalb der Gemeinschaftsunterkünfte von Geflüchteten im Raum Ulm wächst der Bedarf an Angeboten für Kinder und ihre Eltern. Gefragt sind Beschäftigungsangebote mit Bastelmaterial, Spielen und Bewegung, welche unter Anleitung durchgeführt werden. Das Angebot steht allen Eltern und Kindern in der Unterkunft Messe Ulm zur Verfügung.

In Absprache mit der Stadt Ulm kann für den Anfang ein offener Bereich mit Tischen und Stühlen innerhalb der Messe zur Verfügung gestellt werden. Eventuell ist zu einem späteren Zeitpunkt ein eigener Raum möglich. Das Angebot bietet außerdem die Möglichkeit Bedarfe unter den Bewohnern zu erkennen und einen niederschwelligen Zugang zum Angebot der Caritas Ulm-Alb-Donau zu ermöglichen. Die Option auf eine Vermittlung in die verschiedenen Dienste der Caritas wird sichergestellt.

Sprachförderung in Kindergärten und Schule: Die Caritas Ulm-Alb-Donau organisiert diese für Kinder an Schulen und Kindertageseinrichtungen in Ulm und im Alb-Donau-Kreis. Die rund 400 Kinder werden in über 80 kleinen, festen Gruppen von Sprachförderkräften betreut und beim Erwerb der deutschen Sprache unterstützt. Unser Angebot richtet sich grundsätzlich an Kinder mit und ohne Migrationshintergrund.

Es ist kein pauschales Sprachförderprogramm, sondern knüpft an der individuellen Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder an. Pädagogische Grundlage ist, dass jedes Kind in seiner Individualität, Herkunft und Muttersprache angenommen und wertgeschätzt wird. Das Angebot soll jetzt auf- und ausgebaut werden, um den erkennbar gestiegenen Bedarf durch den Zuwachs an Kindern mit Fluchterfahrungen aus der Ukraine und anderen Ländern decken zu können.

Psychotherapie für traumatisierte Flüchtlingskinder: Seit 2015 gibt es an der Psychologischen Familien- und Lebensberatung der Caritas dieses Projekt, das laut eigener Aussage sehr stark nachgefragt wird. Kinder und Jugendliche, die in ihren Heimatländern oder auf der Flucht furchtbarstes Leid widerfahren ist, werden darin unterstützt,nach traumatischen Ereignissen in ihrem eigenen Leben, aber auch in unserer Gesellschaft wieder heimisch zu werden. Einzelfallhilfe,therapeutische Gruppen und zugehende Beratungsangebote werden in Ulm und Ehingen angeboten.Für die Dolmetscherkosten und die Finanzierung der Fahrtkosten für Klienten ist die Caritas hier auf Spenden angewiesen.

Frauenhaus und Beratung zu häuslicher Gewalt: Der Ulmer Verein Frauen helfen Frauen widmet sich der Hilfe für Frauen aus der Region mit Gewalterfahrungen. Sowohl für häusliche als auch sexualisierte Gewalt ist der Verein eine Anlaufstelle, letzteres nicht nur für Frauen aus Ulm, sondern auch für jene aus dem Alb-Donau-Kreis.

Der Verein ist zudem für das Frauenhaus in Ulm zuständig, in dem Frauen und Kindern, die Gewalt erfahren, Schutz geboten wird. Auch geflüchtete Frauen nehmen dieses Angebot in Anspruch. Dabei wird jedoch stets finanzielle Unterstützung gebraucht, denn von den Fördergeldern durch Stadt und Land allein kann sich das Angebot nicht finanzieren.

Das sind die Projekte auf der Laichinger Alb

Hilfe zur Selbsthilfe in Burundi: Das Zentrum „Nouvelle Esperance“ (Neue Hoffnung) in Bujumbura in Burundi wurde 1992 vom Westerheimer Afrikamissionar Pater Benno Baumeister und dem Afrikamissionar Pater Dr. Ludwig Peschen gegründet. Die katholische Kirchengemeinde Christkönig Westerheim pflegt mit dem Zentrum eine dauerhafte und nachhaltige Partnerschaft.

Pater Peschen schreibt: „In diesem Jahr wollen wir die Ausstattung eines Gesundheitszentrums im Süden von Bujumbura mit Solarenergie bitten. Hier ist dank der zentralafrikanischen Sonne für Nachhaltigkeit gesorgt. Die Pfleger und Ärzte in dem Zentrum arbeiten derzeit nachts manchmal noch mit Petroleumlampen.“

Brunnenbau in Tansania: Jana Komba (ehemals Rehm) aus Westerheim unterstützt mit dem Verein „Wezesha“ (etwas ermöglichen) Brunnenbauprojekte in Tansania, einem der ärmsten Länder Afrikas. In der Region um die Stadt Ushirombo sind inzwischen zwölf Brunnen entstanden. Komba sagt: „Außerdem unterstützen wir Schulkinder und Studierende aus dieser Region, um ihnen den weiteren Zugang zur Bildung zu ermöglichen.“

Eine Krankenstation in Togo: Der Laichinger Verein Charité Togo führt Projekte im westafrikanischen Land Togo durch. Julia Stadelmaier vom Vereinsvorstand erklärt: „Wir sind seit 2022 dabei, neue Behandlungsräume für die Krankenstation St. Augustin in Toré zu bauen. Dieses Projekt wird uns auch noch in den kommenden Jahren beschäftigen. Der nächste Schritt wäre dann der Bau einer Ambulanz.“

Hilfe für Kinder in Peru und Burundi: Die christliche Hilforganisation Kinderwerk Lima baut derzeit einen Kindergarten an der Johannes-Gutenberg-Schule in El Agustino, einem der Stadtbezirk der Peruanischen Stadt Lima. Der nun im Ruhestand befindliche Pfarrer Albrecht Lächele sagt:

„Der alte Kindergarten musste 2017 wegen Asbestproblemen abgerissen werden. Wir haben den Neubau von langer Hand vorbereitet, weil er rund eine Million Euro kostet.“ Das Kinderwerk unterstützt auch eine Schule in Muramvya in Burundi. Dort konnte bereits ein Jungeninternat gebaut werden, nun laufen die Planungen für das Mädcheninternat. Lächele sagt: „Dafür veranschlagen wir eine halbe Million Euro. Sobald wir das Geld zusammen haben, geht es mit dem Bau los.“

Für benachteiligte Kinder in Uganda: Die Laichinger Initiative „Fredmon“ ‐ entstanden aus der Missionstätigkeit des Laichinger Ehepaars Manfred und Monika Hiller ‐ hat zusammen mit Menschen vor Ort in Uganda ein Haus für benachteiligte Kinder gebaut. Dort leben überwiegend Waisen aus prekären Verhältnissen während der Schulferien.

„Fredmon“ unterstützt die Kinder und Jugendlichen auch finanziell bei der Ausbildung. Monika Hiller sagt: „Auf längere Sicht planen wir den Bau einer Halle mit größerer Küche auf unserem Grundstück. Aktuell können wir das finanziell aber noch nicht stemmen, weil wir aktuell unsere Berufsschüler und auch zwei behinderte Kinder im Kinderhaus unterstützen.“