Strafstoß

Die sportliche Wochen-Rückblende: Fußball-Frauen lächeln und leiden

Ehingen / Lesedauer: 6 min

Die sportliche Wochen-Rückblende: Fußball-Frauen lächeln und leiden
Veröffentlicht:29.09.2009, 08:43
Aktualisiert:26.10.2019, 08:00

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Zahlreiche Strafstöße gab es am Wochenende auf den Sportplätzen zu sehen. Als Mr. Zuverlässig vom Punkt präsentierte sich Schmiechtals Mittelfeldmotor Christoph Heimberger, der mit seinem Elfer zum 2:2 gegen Bad Saulgau dem FC einen Punkt sicherte. Florian Schwarzenbach traf sogar zwei Mal aus elf Metern und bescherte seiner SG Ersingen den ersten Saisonsieg. Alexander Glöckler brachte seinen SV Niederhofen zwar per Foulelfmeter mit 2:1 in Führung, musste aber am Ende mit einer 2:3-Niederlage und dem damit verbundenen Verlust der Tabellenführung leben. Als Wackelkandidaten vom Strafstoßpunkt outeten sich Steffen Wiedmann (TSG Ehingen), Florian Stöhr (VfL Munderkingen) und Robert Pilic (KSC Ehingen). Alle drei scheiterten aus elf Metern am Aluminium. Einen Elfer erst gar nicht annehmen wollte Reinhold Sigel vom SV Eintracht Seekirch. Nachdem der Schiri gepfiffen hatte, ging er zum Unparteiischen und klärte ihn auf, dass sein Gegenspieler den Ball gespielt habe. Ein Lob an einen solch fairen Sportsmann.

Die Luft ist derzeit raus: Mit vier Punkten steht die SG Griesingen am Ende der Bezirksligatabelle. Nach dem vielversprechenden Saisonstart folgte eine Niederlagenserie, die auch bei der TSG Ehingen nicht enden wollte. Aber nicht nur aus der Mannschaft, sondern auch aus dem Spielball war die Luft raus. SG-Libero Bernard Stvoric beschwerte sich bei Schiri Tamer Alkin, der den Ball aber für o.k. befand und somit das Spiel mit dem "Luftei" fortsetzte.

Auch die Frauen wissen, wo erfolgreich Fußball gespielt wird. Katrin Jüngel, Natalie Schick, Christina Schüßler und Heike Jüngel schauten sich das Fußballspiel zwischen der noch ungeschlagenen TSG Ehingen und der SG Griesingen im Stadion an und nutzten diese Gelegenheit gleichzeitig zum Sonnenbad. Der von der TSG spendierte Frei-Sekt dürfte den Damen den Stadionbesuch zusätzlich versüßt haben.

Im Ehinger Stadion brechen wieder bessere Zeiten an. Platz-Kassier Eberhard Vögtlin sprach nach dem Heimspiel gegen die SG Griesingen von "zwischen 350 und 400 Zuschauern". Sicher brachten die Griesinger Gäste mehr als die Hälfte mit. Doch zu ihrem Bedauern blieben die drei Punkte in Ehingen. Mitte der zweiten Halbzeit ging der vom Vorsonntag her angeschlagene SG-Spielertrainer Andreas Braig vom Feld, und Bernard Stvoric wechselte in den Angriff. Kurz vor Spielende vergaben die Gäste noch ihre beste Torchance. Ein Remis hätte aber den Spielverlauf auch auf den Kopf gestellt.

Im Vergleich zu den Griesingern müssen die Ehinger die Bezirksliga-Tabelle nicht auf den Kopf stellen. Nur einen Punkt hat der Dritte Rückstand zum Spitzenreiter aus Bad Saulgau. Vielleicht auch deshalb ließ nach dem Spiel Stadionsprecher Dominic De Giuli noch einen Song mit folgendem Titel abspielen: "Hey, was geht ab, wir holen die Meisterschaft!"

So schnell kann es gehen: Vergangene Woche war Niederhofens Schlussmann Oratio Lepre noch gefeierter Held und diese Woche wurde er mit der Ampelkarte vorzeitig zum Duschen geschickt. Die letzten zehn Minuten im Spiel gegen Rißtissen hütete Thomas Oppelz das SVN-Tor.

Ein Treffen der brisanten Art hatten Donauriedens Torhüter Michael Rupp und Unterstadions Stürmer Maximilian Birner. Am letzten Spieltag der Saison 2007/08 musste Birner nach einem harten Einsteigen von Rupp mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. "Beide Spieler haben sich aber ruhig verhalten. Lediglich vom Umfeld kamen ein paar Sticheleien gegenüber unserem Keeper", sagte SF-Fußball-Chef Jens Noherr, der extra deswegen eine Verbandsaufsicht beantragt hatte.

Perfektes Timing: Pünktlich zur "Sichelhenke" hat Kreisliga A-Aufsteiger SV Oggelsbeuren seinen ersten Saisonsieg bejubelt. Danach ging es zum Feiern geschlossen in die Halle. Abteilungsleiter Ernst Bammert war bei der Ergebnismeldung auch kurz angebunden. "Jetzt haben wir gemerkt, dass es auch in der A-Klasse mit dem Siegen funktioniert. Nun feiern wir noch ein wenig."

Helmut Schleker, Spielleiter beim SSV Ehingen-Süd, war nicht ganz zufrieden mit der Leistung seiner "Startruppe": "Wir haben zwar 3:0 gewonnen, aber das war es auch schon." Er hatte sogar noch Lob für den unterlegenen Gegner übrig: "Der gegnerische Torwart war der beste Mann auf dem Platz."FEbenso gelobt wurde der KSC Ehingen vom sonntäglichen Gegner. "Wir waren zwar spielerisch überlegen, aber der KSC spielte gut. Sie sind auf jeden Fall besser als ihr Tabellenplatz", sagte Rolf Hofmann, Stürmer der SG Dettingen.

Uneinig war man sich in der Partie zwischen dem FC Schmiechtal II und Türkgücü Ehingen. Neben den Torminuten bestand auch Unklarheit über den Schützen des 2:2-Ausgleichstreffers. FC-Coach Ralf Beck wurde zunächst mitgeteilt, dass dieses Tor Musa Doganer erzielt habe, Türkgücü-Spielleiter Halil Yilmaz berichtigte aber, dass es Sabit Yilmaz gewesen sei, der nun mit sieben Treffern auf Rang zwei der Schützenliste steht. Auch mit der Anzahl der Türkgücü-Platzverweise war es so eine Sache. Yilmaz berichtete zunächst von einem und Beck von drei. Am Ende einigte man sich dann in der Mitte, und die SZ berichtete von zweien. Nur in einem war man sich einig: Beide fanden keine lobenden Worte für den Unparteiischen.

Die mannschaftsinterne Besprechung beim Bezirksligisten SG Öpfingen am Freitag scheint Früchte getragen zu haben. "Wir sind ganz anders aufgetreten wie in den vergangenen Wochen", sagte Abteilungsleiter Alexander Pilz, der aber weiterhin auf Trainersuche ist. Ebenso mit Erfolg verbunden war der Trainerwechsel der SG Ersingen. Thorsten Seeger holte bei seinem Trainer-Comeback gleich den ersten Sieg.(cp)

Die TSG Rottenacker trauert um Gerhard Gronau. Auch noch bei den letzten Heimspielen der TSG Rottenacker war er begeisterter Zuschauer, denn die TSG war Teil seines Lebens. Über Jahrzehnte war er für die AH verantwortlich und half in früheren Jahren auch als Platz-Kassier aus. Mit dem kürzlich verstorbenen SZ-Mitarbeiter Gustav Schubert war er lange Jahre befreundet

Martin Föhr (SF Kirchen) hatte Glück, dass das Spiel seiner Mannschaft vorverlegt worden war. Als neu gewählter Ehinger Stadtrat hatte er nämlich am Sonntagnachmittag Wahldienst in der Ehinger Oststadt (Gymnasium).

Yavas Serdar hieß der Matchwinner beim ersten Sieg der Ehinger A-Junioren. "Yavas hat nicht nur das 1:0 erzielt, sondern auch das 2:0 gut vorbereitet", sagte Trainer Udo Rampelt. Der junge Mann war schon im Vorjahr bei den B-Junioren des SSV Ehingen-Süd angenehm aufgefallen. Wichtig, dass der TSG-Trainer nach dem Aderlass in der Sommerpause wieder einen Goalgetter im Team hat.

Gibt es "dumme Tore"? "Wenn wir die zwei dummen Tore nicht bekommen hätten, wäre es anders gelaufen. Wir müssen daraus lernen - das Leben geht weiter", so TSG C-Juniorentrainer Younis Mohsen nach dem 0:4-Debakel gegen Olympia Laupheim. 0:1 und 0:3 (direkter Eckball mit Windunterstützung) waren vermeidbar. Betreuer Klaus Hanus ermahnte die Spieler: "Lasst Euch das Ganze durch den Kopf gehen."

Nicht durch den Kopf, sondern voll auf die Nase ging es bei Viktoria Reisser. Die Kickerin der TSG Ehingen bekam in der Partie gegen Bellenberg den Ball ins Gesicht und musste dann mit blutender Nase ausgewechselt werden. Auch im Frauenfußball geht es öfters mal hart zur Sache.