Chronik

Chronik der BAG Ehingen fordert 2000 Stunden Arbeit

Ehingen / Lesedauer: 3 min

Im Museum Ehingen haben die Autoren das Buch zur landwirtschaftlichen Geschichte erstmals vorgestellt
Veröffentlicht:30.05.2016, 18:58
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Eineinhalb Jahre lang haben die Autoren an dem Buch gearbeitet – an der Chronik der landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft (BAG) Ehingen . Am Montag haben Rosi und Walter A. Schaupp das Buch im Ehinger Museum vorgestellt.

Grün ist es und 280 Seiten lang. Das Buch über die 90-jährige Geschichte der BAG betrifft auch die Geschichte Ehingens und bettet sie in die Weltgeschichte ein. „Es war eine Herausforderung, 90 Jahre zwischen zwei Buchdeckel zu bringen“, sagt Rosi Schaupp bei der Buchvorstellung im Ehinger Museum. Und das, obwohl sie schon öfter in Zusammenarbeit mit der Museumsgesellschaft Ehingen geschrieben hat.

Hochwasser und Trockenheit

In Zehnjahres-Schritten eilt Schaupp mit dem Publikum durch die Geschichte seit 1919. In diesem Jahr wurde die „Absatz“ nämlich, wie die Genossenschaft in Ehingen nur genannt wurde, gegründet. 1929 gab es eine Mäuseplage, 1939 Hochwasser, zehn Jahre später wiederum Trockenheit. „2009 schließlich schließt die BAG ihre Bücher“, so beendet Rosi Schaupp ihren Streifzug durch die Geschichte. Die Chronik hat das Autorenpaar viel Mühe gekostet. 50 Ordner Akten – 1500 Protokolle mussten gesichtet werden. Dabei gab es besondere Herausforderungen, wie etwa die alte Schrift, die entziffert werden musste. Für das Projekt haben die Autoren viele Helfer gebraucht.

Die Akten, so stellte sich bald heraus, waren nicht vollständig. Deshalb sind die Autoren losgefahren und haben sich von Zeitzeugen die Geschichte der Landwirtschaft und der BAG nacherzählen lassen. „Die Arbeit war richtig spannend“, erzählt Walter A. Schaupp . Er und seine Frau hätten vorher nicht viel mit der Landwirtschaft am Hut gehabt. Für die Arbeit galt es, sich in die Zusammenhänge rein zu finden. Mehr als tausend Stunden Arbeit hätten beide jeweils in die Chronik gesteckt. Bereuen, das hört man heraus, tun sie es nicht.

Delle mit dem Hintern geboxt

Aufgelockert wurde ihre Arbeit durch lustige Anekdoten, die sie aus dem Fluss der Zeit geborgen haben. Da sei etwa ein Tankkunde, der von der BAG Schadensersatz verlangte, „weil der Tankwart mit seinem dicken Hintern beim Tanken eine Delle ins Auto des Kunden geboxt haben soll“. Außerdem gebe es Fragezeichen in der Geschichte der BAG: So verschwanden ein Lastwagen, eine Fuhre Dünger oder auch Most.

Lorenz Stöhr, letzter Vorsitzender der BAG Ehingen, dankte dem Autorenpaar. Er ist auch Initiator des Projekts. Begonnen hat alles mit einer Tafel, die 1933 an der Außenwand eines Lagerhauses angebracht wurde und 2011 abgenommen wurde. Die Museumsgesellschaft Ehingen sei sich sicher gewesen: Diese Tafel gehört ins Museum. Nebenbei fasste man den Entschluss zur Chronik. 1100 Exemplare des Buches wurden gedruckt.

Die Chronik der BAG kann bei der Museumsgesellschaft Ehingen für 15 Euro erworben werden. Das Buch hat 280 Seiten und enthält 100 Bilder.