Geheimniskrämerei

Geheimniskrämerei ist für Süchtige Gift

Blaubeuren / Lesedauer: 2 min

Geheimniskrämerei ist für Süchtige Gift
Veröffentlicht:30.09.2009, 01:06
Aktualisiert:26.10.2019, 08:00

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Nicht mehr trinken, nichts mehr kiffen oder keine Tabletten mehr einwerfen, das sei zu wenig, erinnerte Rainer Breuninger, Geschäftsführer der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe. Rund 250 Mitglieder der Freundeskreise kamen zum Bezirkstag nach Blaubeuren .

Ziel sei, ein Leben in Zufriedenheit und Abstinenz. An diesem Ziel sei immer zu arbeiten, um dieses gelte es zu kämpfen, sagte Rainer Breuninger, Geschäftsführer der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe beim Bezirkstag in Blaubeuren. Miteinander gelinge dieser Kampf leichter als im Alleingang. Zufriedenheit in der Abstinenz habe etwas damit zu tun, dass sich ein Mensch mit seiner Lebensgeschichte auseinandersetze und Ordnung in sein Leben bringe. Rund 250 Freundeskreis-Mitglieder aus dem Bodenseeraum bis aus dem Stuttgarter Raum, die sich zu ihrer Suchtkrankheit bekennen, trafen sich am Sonntag in Blaubeuren. "Wenn die Geheimnistuerei vor Verwandten, Kollegen oder Freunden aufhört, kommt Klarheit ins Leben", sagte der Geschäftsführer.

Zu einem wichtigen Charaktermerkmal der Freundeskreise gehöre, dass jeder willkommen sei: Suchtkranke, Angehörige, gleich welcher Nation und Konfession. "Unser Thema ist nicht das Suchtmittel, sondern die Bewältigung der Abhängigkeit", betonte Breuninger weiter. Als weiteres Charaktermerkmal wies Breuninger auf den gleichberechtigten Platz von Suchtkranken und deren Angehörigen hin. Letztere hätten nicht mehr und nicht weniger Bedeutung in der Gemeinschaft, seien miteinander verwoben und deswegen wäre es sinnvoll, den Gesundungsprozess miteinander anzupacken. "Wenn das Versteckspiel aufhört und der angehörige Partner mitkommt, eröffnen sich für die ganze Familie neue Lebenschancen."

Zum Erfolgsrezept der Freundeskreise gehört die Regelmäßigkeit. Und auch ein Treffen wie der Bezirkstag mit Austausch, Information und Bestärkung trage, so Rainer Breuninger, zur abstinenten Lebensweise bei, schaffe Verbindlichkeit und Verlässlichkeit, mache Beziehungen und Zusammenarbeit möglich.