Bauland

Statt Bauland ist in Allmendingen ein Garten der Vielfalt entstanden

Allmendingen / Lesedauer: 3 min

Rotarier eröffnen ein besonderes Stück Natur in Allmendingen
Veröffentlicht:21.06.2020, 18:14
Aktualisiert:22.06.2020, 21:55

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„Wenn Corona vorbei ist, werden wir gehörig feiern.“ Dieses Versprechen wurde bei der Eröffnung des Rotory-Gartens der Vielfalt in Allmendingen am Sonntagnachmittag vom Präsidenten Michael Gelinek gegeben. Der Jugenddienstbeauftragte im Rotaryclub Ehingen-Alb-Donau, Viktor Terpeluk, übernahm die Leitung der Zusammenkunft von rund 20 Personen.

Sophia Blankenhorn und ihre Eltern standen als Grundstückseigentümer sicherheitshalber auf der anderen Seite der Grundstücksgrenze und schauten von dort aus zu, während die restlichen Teilnehmer weit auseinander platzierte Stühle vor dem massiven Holzpavillon besetzten. Der Organisator des Gartens der Vielfalt, Reinhold Reisinger , konnte nicht anwesend sein. Eine Reiserückkehr aus dem Ausland zwang ihn obligatorisch und damit eben auch ohne Krankheitsanzeichen in eine zweiwöchige Quarantäne. Der Jugenddienstbeauftragte trug Reisingers Mitteilung vor. Darin wurde an die langjährige Idee erinnert, deren Umsetzung vor 16 Monaten startete. Reinhold Reisinger wird Ende dieser Woche für eine kleine Feier mit den Sponsoren dann aber aus der Quarantäne entlassen sein. Zehn Firmen und zehn Privatpersonen spendeten bereits für den Garten der Vielfalt. Weitere Unterstützer würden gesucht. Dem Rotaryclub gehören 57 Mitglieder an.

Nur der Käferkeller fehlt noch

Der Garten der Vielfalt ist vorerst, bis auf den Käferkeller, fertig. Ob sie das so gedacht hätte, fragte der Rotary-Präsident das Mitglied Sophia Blankenhorn. Sie hat. „Ich kenne euch ja“, erwiderte die Allmendinger Ärztin. Gelinek beklagt, dass die Landwirtschaft für ihn ihre romantische Seite verloren hat und von Mais und Biogasanlagen geprägt werde. Artenvielfalt ist auf kleinstem Raum in dem Drei-Zonen-Garten zu erleben. Der Gartenbau sei wie die Geburt eines Kindes gewesen, das jetzt seine ersten Schritte macht, sagte Viktor Terpeluk, dem wichtig ist, zu erfassen, dass Natur wichtiger ist, als viel Geld. Die Klubmitglieder bauten den massiven Pavillon selbst. Der Teich ist mit Wasser befüllt und die erste Seerosen blühen. Die weiteren Blühpflanzen auf dem Gelände locken Bienen und viele andere Insekten an. Libellen fühlen sich hier ebenfalls wohl. Das Gartentor soll, so sagte es Reisinger im Vormonat, anständigen Besuchern stets offenstehen.

Alle Beete sind inzwischen beschriftet. Der Ertragsgarten und die Ernte wird allein Sache der Kindergartenkinder sein. Sie sollen die notwendige Arbeit, das Wachstum und Ernten kennenlernen. Gleich, wenn der Regelbetrieb Ende des Monats wieder beginnen darf, sollen die Jüngsten einen Ausflug in den Garten unternehmen, betont die Leiterin des Kindergartens St. Maria, Lisa Füss. „Wir sind die Schaffer“, sagt Lehrerin Sophie Stamm. Sie ist Klassenlehrerin der siebten Klasse in der Allmendinger Gemeinschaftsschule und war mit drei Schülern zur Einweihung anwesend. Sie wurden in der von vielen Reden geprägten ersten Eröffnungsfeier nach ihrer Haltung zum Garten befragt: Es gefalle ihnen, dass sie etwas für die Umwelt tun können, aber andererseits das Engagement auch freiwillig sei. Etwa ein halbes Dutzend Schüler, erinnert sich die Lehrerin, hat außerhalb der Schulzeit verlässlich mitgemacht.

Auch Bauland wäre möglich gewesen

Mit der Erstellung von Zäunen brachten sich die Urspringschüler aus Schelklingen nachhaltig in das Projekt ein. Ein Zaun mit Tierköpfen verkleidet die etwas unschönen Wassertanks. Der Garten der Vielfalt passe zu den drei Grundsäulen der Urspringschule: Fachwissen, soziales Engagement und Wohlergehen, sagte Schulleiter Rainer Wetzler. Zwei Urspringschülerinnen informierten, dass sie ein Video zum Garten erstellten, das auf der Schulhomepage zu finden ist. Ein kurzer und eindrücklicher Rundgang vorbei an Seerosenteich, Ertragsgarten mit prächtig gedeihenden Gemüsen, Kräuterschnecke, wildem Staudenbeet, Magerwiese, bunt bemaltem Bauwagen zur Unterbringung des Gartenwerkzeugs, Steinhaufen, Sandarium für Wildbienenhöhlen, Totholz und anderem mehr folgte. Dann erhielt jeder Teilnehmer eine Flasche Wasser, was bei der ersten Sommerhitze angebracht war. Bürgermeister Florian Teichmann wünscht dem Garten der Vielfalt viel Erfolg und ein langes Bestehen, schließlich hätte das Grundstück auch als Bauland genutzt werden können, sagte er in Richtung der Eigentümer.