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Predigt

Thomas Binder hält seine letzte Predigt in Wehingen mit viel Humor

Wehingen / Lesedauer: 3 min

Mit seiner Familie tritt der Pfarrer am 1. März eine neue Pfarrstelle an – Vieles ist in zwölf Jahren entstanden
Veröffentlicht:15.02.2012, 12:30

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„Mit der ersten Pfarrstelle ist es wie mit der ersten Liebe – man vergisst sie nie. Ich werde den Heuberg nicht vergessen.“ So hat sich Pfarrer Thomas Binder am Ende seines letzten Gottesdienstes in der Wehinger Christuskirche von über 200 Mitchristen verabschiedet.

Getragen von Wertschätzung und Wohlwollen vieler Menschen wird er mit seiner Ehefrau Hannah und den Kindern Daniel (10) und Katharina (8) das Wehinger Pfarrhaus verlassen und am 1. März seine neue Pfarrstelle in den beiden Gemeinden Bad Rappenau-Fürfeld und Heilbronn-Kirchhausen antreten. Beim letzten Händedruck des beliebten Pfarrers gab’s auch Tränen.

Das schwarze Parament hätte zwar zur Abschiedstimmung besser gepasst, meinte die zweite Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderats, Sophie Heinzelmann , aber sie hätten sich trotzdem für das neue rote vom Kirchentag in Dresden entschieden. Das stehe dem Festgottesdienst und den zwölf guten Jahren mit Thomas Binder gut zu Gesicht.

Von schwungvoll-humoriger Art war auch Binders letzte Predigt geprägt. Ausgehend vom Bild des Apostels Paulus, der starke Briefe schreiben konnte, dabei aber ein kläglicher Prediger war, sprach Binder über die Balance zwischen Starksein-müssen und Schwachsein-dürfen.

Zu schmunzeln gab’s dann auch Etliches, als in der Bild-Präsentation Einstein seines IQ’s wegen, Pippi Langstrumpf ihrer Lebensfreude wegen und Prad Pitt wegen seines Waschbrettbauchs als Idole auftauchten. „Daran arbeite ich schon seit Jahren“, verriet Binder. (Er meinte den Waschbrettbauch).

Sein Rückblick auf die vergangenen zwölf Jahre wollte der 45-Jährige nicht als „Leistungsschau, sondern als Dank an Gott“ verstanden wissen. Von A wie Atempause-Gottesdienst bis T wie Technik-Team ließ das Energiebündel Thomas Binder in humorvoller Weise alle Gruppen, Aktionen und Themen Revue passieren, die in seiner Zeit auf dem Heuberg weitergeführt oder neu gegründet wurden oder sich auch auflösten. Der Posaunenchor, der im Festgottesdienst richtig fetzig aufspielte, kann in zwei Jahren sein 40-jähriges Bestehen feiern.

Blick auf die neuen Medien

Dekan Frank Morlock sieht große Spuren, die Binder hinterlassen hat. Er bewundere sein nimmer müdes Engagement. „Nichts war ihm auf dem Posten des Libero zu viel.“ Der Blick über den eigenen Kirchturm und der professionelle Umgang mit den elektronischen Medien hätten auch dazugehört.

Klaus und Ruth Hacker sprachen gemeinsam mit Giovanni Fascia die Fürbitten. Die Hauskreise verabschiedeten sich mit einem gemeinsamen Lied. Die diesjährige „tolle, aber schwierige“ Konfirmandengruppe war zu Binders großer Überraschung „freiwillig“ gekommen, um ihn zu beschenken. Der junge Organist Cornelius Nawrath begleitete Maria Münch auf dem Klavier bei ihrem musikalischen Geschenk an Binder, dem Lied „Dein Wort“.

Im Anschluss an den Gottesdienst durfte Thomas Binder in Abschieds- und Dankesworten baden und Geschenke sammeln.