Ladenfläche

Im Dienst der guten Sache

Villingen-Schwenningen / Lesedauer: 3 min

Doris Maier und Sigrid Seemüller engagieren sich für unterschiedliche soziale Projekte in einem Laden
Veröffentlicht:28.10.2014, 19:17

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Seit fast 20 Jahren sind sie nebeneinander auf einer gemeinsamen Ladenfläche ehrenamtlich tätig, allerdings für zwei unterschiedliche Einrichtungen: Doris Maier arbeitet für den Eine-Welt-Laden, Sigrid Seemüller ist für den Diakonieladen im Einsatz.

Wer die Verkaufsräume in der Jakob-Kienzle-Straße betritt, ist zunächst einmal irritiert: Ein großes Geschäft mit zwei verschiedenen Ladentheken, mehrere eifrige Mitarbeiter, jede Menge Ware, die in den Regalen liegt oder an Ständern dekoriert ist.

Auf den zweiten Blick wird offensichtlich: Hier stehen zwei unterschiedliche Geschäftskonzepte nebeneinander, und hier kaufen zwei unterschiedliche Kundenkreise ein.

„Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass wir zwei Geschäfte unter einem Dach vereinen. Die meisten Kunden kommen, um den Kaffee zu kaufen und nehmen erst dann wahr, dass daneben noch Second-Hand-Produkte von der Diakonie angeboten werden“, sagt Doris Maier, Vorsitzende der ökumenischen Eine-Welt-Gruppe in Schwenningen. Der eingetragene Verein ist Träger des Eine-Welt-Ladens, der faire Handelsprodukte aus der „Dritten Welt“– neben Kaffee und Tee auch viel Handarbeitsware – vertreibt.

Arbeit ans Herz gewachsen

Doris Maier, die sich neben ihrer Mitarbeit in der Eine-Welt-Gruppe zusätzlich in mehreren anderen Projekten sozial einbringt, ist die Arbeit mit fairen Produkten ans Herz gewachsen: „Mir war es schon immer ein Anliegen, mit unseren Spenden hilfsbedürftige Menschen in der Dritten Welt zu unterstützen.“

Nebenan als Kontrast die gebrauchte Ware der Diakonie, die den Großteil der gesamten Ladenfläche einnimmt: Schuhe, Kleidung, Haushaltsgegenstände, “eben alles, was noch gut und wiederverwendbar ist„, so die Verkaufsleiterin Sigrid Seemüller. Zusammen mit 40 weiteren ehrenamtlichen Mitarbeitern sorgt sie dafür, dass die vielen gespendeten Sachen im Keller ordentlich gelagert, oben im Geschäft ansprechend präsentiert und schließlich verkauft werden.

„Das ist schon eine große Masse, die hier jeden Tag über den Ladentisch läuft. Der Bedarf ist vor allem bei sozial schwachen Bürgern sehr hoch“, stellt Seemüller fest. Für die engagierte Schwenningerin nimmt die Arbeit im Diakonieladen seit mittlerweile 14 Jahren einen Großteil ihrer Freizeit ein. „Bis zu 20 Stunden in der Woche stehe ich im Geschäft und springe zusätzlich ein, wenn Not am Mann ist“, erzählt Seemüller. Mit den Einnahmen finanziert die Diakonie unter anderem mehrere Kinder-Projekte direkt in Schwenningen.

Dieselbe Intention

Genau dieses helfende Moment ist es, was beide Frauen und beide Geschäfte miteinander verbindet: „Wir sind zwar ganz unterschiedlich aufgestellt, aber wir verfolgen dieselbe Intention. Letztendlich bedingen wir uns sogar gegenseitig“, schmunzelt Doris Maier und betont zudem die gute Zusammenarbeit zwischen Eine-Welt- sowie Diakonie-Laden.

Und was motiviert die beiden engagierten Frauen zusätzlich, gemeinsam im Geschäft in der Jakob-Kienzle-Straße ehrenamtlich tätig zu sein? „Wir sehen das Geschäft mittlerweile als eine Art Treffpunkt an, man kann mit vielen interessanten Menschen in Kontakt kommen. Dafür nehmen wir uns gerne noch zusätzlich Zeit“, sagt Sigrid Seemüller.