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Fipronil

Du dickes Ei – risikofrei aus der Region?

Villingen-Schwenningen / Lesedauer: 3 min

Bei biologisch und regional erzeugten Produkten gibt es Transparenz
Veröffentlicht:10.08.2017, 09:52

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Der Fipronil-Skandal macht sich auch in VS-Schwenningen bemerkbar, das können Katharina und Peter Pfundstein von Pfundstein’s Natur und Kosmetik bestätigen. Derzeit bestehe eine erhöhte Nachfrage an Eiern in ihrem Laden.

„Wo kommen die Eier her?“ und „Wissen Sie sicher, dass das Fipronil nicht in den von ihnen verkauften Produkten enthalten ist?“, sind Fragen, die Katharina und Peter Pfundstein in den vergangenen Tagen oft gestellt bekommen haben, erzählen die beiden. „Bei der Ware, die wir vom Großhändler beziehen, handelt es sich um hundertprozentig biologisch kontrollierte Ware von kontrolliert biologischen Betrieben“, betont die Haushalts- und Ernährungswissenschaftlerin Katharina Pfundstein. Sie zeigt aktuelle Stellungnahmen des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN), des Großhändlers sowie die Bestätigung eines Betriebs, dass dieser nur Produkte verwendet, die „frei von nicht zugelassenen Inhaltsstoffen“ seien.

„Von jedem Ei, das verkauft wird, kommt zudem ein Cent der ökologischen Tierzucht zugute. Diese Initiative von Demeter und Bioland unterstützt die Entwicklung hin zum Zweinutzungshuhn und soll das Töten von männlichen Küken beenden“, schildert Katharina Pfundstein einen weiteren Vorteil. Zusätzlich zur Herkunftssicherung auf dem Ei (Haltungsform, Erzeugerland und Legebetrieb mit Stallnummer) ist auf den Eiern, die bei Pfundsteins gekauft werden können der Demeter-Stempel aufgedruckt.

„Nur so macht das Sinn“, betont sie, „wenn ein Produkt biologisch und regional erzeugt ist.“ Die Kunden müssten aber auch bereit sein, einen anständigen Preis für anständige Ware zu bezahlen, stellt sie klar. Doch neben den Eiern selbst gibt es noch Produkte, in denen diese verarbeitet wurden. „Wenn ich wissen will, was beispielsweise in dem Geflügelsalat verarbeitet wurde, dann kann ich das auf der Seite des Großhändlers nachschauen“, sagt sie und zeigt den Prozess am Computer.

Kunden, die Genaueres zur Zusammensetzung von Produkten wissen wollen, drucke sie diese Angaben auch gerne aus, versichert sie. „Viele der Betriebe kann man sich auch anschauen. Es ist alles sehr transparent.“ Von einem nachhaltigen Wandel des Kaufverhaltens geht Katharina Pfundstein jedoch nicht aus. „Ich halte das für ein Strohfeuer. Leider sind die Erinnerungsfähigkeiten diesbezüglich sehr begrenzt“, bedauert sie.

Bereits vergangene Woche teilte der Inhaber des Salinen Cafés in der Rietenstraße Frank Singer auf Facebook mit, dass sie ihre Eier regional beziehen. „(...) Gott sei Dank haben wir unsere Eier von der Familie Klausmann aus Obereschach! Wir verwenden diese Eier in unserer Backstube und verkaufen sie auch in unserem Ladengeschäft“, postete er.

Fipronil, das unter anderem als Desinfektions- und Pflanzenschutzmittel eingesetzt wird, ist bei Eva Jauch nicht zu finden. Bei ihr leben die Hühner im Garten. Kräuter, Löwenzahn, Gräser, kaltes Wasser, Johannisbeeren und eine Körnermischung von einer Mühle in der Gegend gibt sie ihren Sussex, sogenannten Zwiehühnern. „Diese Rasse ist sehr stabil in der Fleischmasse und legt auch ordentlich Eier“, erläutert die passionierte Hühnerzüchterin. Es handle sich nicht um ein Intensivhaltungshuhn, es gehe um die Schönheit. „Deshalb sind gesunde Ernährung und ein großer Auslauf wichtig.“