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Wintereinbruch

Tuttlinger Rußbergsteige bleibt vorerst gesperrt

Tuttlingen / Lesedauer: 3 min

Mehrere hundert Bäume sind unter der Schneelast umgestürzt. Auch andere Straßen sind betroffen. Der Winterdienst arbeitet die Straßen nach und nach ab.
Veröffentlicht:04.12.2023, 18:10

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So schön die weiße Pracht ist, für den Bauhof bedeutet viel Schnee auch viel Arbeit. Seit einigen Tagen ist der Winterdienst im Dauereinsatz - und private Hausbesitzer ebenso. Und doch: Am Freitag war es praktisch unmöglich, mit dem Schippen und Räumen hinterherzukommen. Es schneite und schneite und das setzte sich am Samstag so fort. Erst Sonntag und Montag brachten eine Verschnaufpause in Sachen Neuschnee.

Hier ist noch zu

„Alle Straßen in Tuttlingen werden Zug um Zug wieder befahrbar“, kann die Stadt Tuttlingen am Montag deshalb vermelden. Ausnahme sei die Rußbergsteige, sagt Stadtsprecher Arno Specht. „Hier gab es so massiven Schneebruch, dass es noch längere Zeit dauern wird, bis die Strecke wieder gefahrlos genutzt werden kann.“

Es dürften mehrere hundert Bäume sein, die entweder schon umgestürzt sind oder so geschädigt sind, dass wir sie fällen müssen.

Michael Hager

Forstamtsleiter Michael Hager schätzt: „Es dürften mehrere hundert Bäume sein, die entweder schon umgestürzt sind oder so geschädigt sind, dass wir sie fällen müssen.“ Laut Landratsamt Konstanz ist auch die Kreisstraße K 6179 von der Talmühle in Richtung Hattingen nach wie vor gesperrt.

Waldspaziergänge sind gefährlich

Hager warnt weiterhin vor Spaziergängen im Wald und rät zu einem wachsamen Auge nach oben bei Bäumen am Straßenrand. Das bekräftigt auch das Kreisforstamt.

2000 Festmeter Holz dürften es mindestens sein, die wegen des Schneebruchs laut Stadt außer der Reihe dem Wald entnommen werden müssen.

Salz wirkt bei tiefen Temperaturen nicht zu 100 Prozent.

Arno Specht

Zum Vergleich: Übers ganze Jahr schlägt die Tuttlinger Forstverwaltung in normalen Zeiten rund 28 000 Festmeter ein. „Der Schneebruch wirkt sich eindeutig negativ auf unsere Jahresbilanz aus“, so Hager, „zumal ja in diesem Jahr noch das Sturmholz und das Käferholz dazu kommen - und beides bereits die Holzpreise gedrückt hat.“

Da kann noch einiges kommen

Auch auf den Straßen werden die Folgen des Wintereinbruchs noch eine Weile zu sehen sein. Weil so viel Schnee in kurzer Zeit kam, ist er auf dem Straßenbelag angefroren. Die Räumfahrzeuge dringen nicht bis zum Asphalt durch. Zudem: „Salz wirkt bei tiefen Temperaturen nicht zu 100 Prozent“, erklärt Specht.

Salz ist fürs Erste aber genug vorhanden, noch ist der Winter ja jung. Und die Wetterprognosen gehen in den nächsten Tagen eher von Tauwetter aus, „ans Abfahren von Schnee aus dem Stadtgebiet denken wir also noch nicht“, sagt Specht. Es lägen ja noch keine Massen an Schnee am Straßenrand.

Gut zu tun im Krankenhaus

Gute Nachricht außerdem: Der Krankenstand im Bauhof ist marginal, fast alle 82 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Einsatz, der Winterdienst läuft zu 100 Prozent.

In der Notaufnahme des Klinikums war am Wochenende viel los, auch am Montag ging es rund, so Pressesprecherin Aline Auer.

Glatte Straßen führen zu Unfällen

Immer wieder kam es auf den Straßen zu Unfällen. Am Freitagnachmittag starb ein 54-jähriger Mann, als sein Wagen zwischen Emmingen und Liptingen laut Polizei witterungsbedingt ins Schleudern und auf die Gegenfahrbahn geriet.

Am späten Freitagabend ist ein 23-Jähriger auf der Fahrt von Immendingen in Richtung Tuttlingen ins Schleudern geraten und hat sich mit dem Wagen überschlagen.

In einer Kurve kurz nach Immendingen geriet der schon ältere Dacia auf der mit Schnee bedeckten Straße ins Schleudern, überschlug sich und blieb mit wirtschaftlichem Totalschaden in Höhe von rund 5000 Euro auf der Fahrbahn liegen.

Die beiden Insassen - eine 23-jährige Frau war Beifahrerin - hatten Glück und zogen sich keine Verletzungen zu, meldet die Polizei.