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Damit hat niemand gerechnet: Tuttlingen stellt Stadtmagazin ein

Tuttlingen / Lesedauer: 2 min

Sechsmal jährlich erscheint das kostenlose „Im Quadrat“. Nun ist plötzlich Schluss damit. Die Verantwortlichen wollen jetzt den Fokus auf etwas anderes legen.
Veröffentlicht:28.11.2023, 17:00

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Das Stadtmagazin „Im Quadrat“ erscheint im Dezember voraussichtlich zum letzten Mal. „Der Aufwand, den wir betreiben, steht in keinem Verhältnis zu dem, was wir erreichen wollen“, sagte Oberbürgermeister Michael Beck bei den Haushaltsberatungen im Verwaltungs- und Finanzausschuss am Montag und schlug vor, es einzustellen. Stattdessen werde sich die städtische Öffentlichkeitsarbeit noch stärker auf die sozialen Medien konzentrieren.

Sie liefern uns nichts zu, insofern können wir es auch lassen.

Michael Beck

Dass mit dem kostenlosen Informationsblatt plötzlich Schluss sein soll, kam in den Haushaltsberatungen überraschend. Eine Beschlussvorlage im Vorfeld gab es dazu nicht.

Die Stadt Tuttlingen bringt das Stadtmagazin seit 2016 heraus. Es liegt einer Wochenzeitung bei und wird in Geschäften, Arztpraxen und anderen Einrichtungen ausgelegt. Anfangs erschien es zehn Mal pro Jahr, inzwischen sechs Mal pro Jahr. Es kostet die Stadt etwa 60.000 Euro im Jahr, zuletzt waren die Kosten aufgrund hoher Papierpreise gestiegen.

Leserzahl ist schwierig zu messen

Wie viele Menschen „Im Quadrat“ tatsächlich lesen, lasse sich nicht sagen, sagte Arno Specht, Pressesprecher der Stadt und für das Magazin verantwortlich, auf Nachfrage von Hans-Martin Schwarz (LBU). Ab und zu gebe es Rückmeldungen oder Anfragen, etwas zu veröffentlichen, aber da es ein Gratismedium sei, gebe es keine messbare Größe wie Abonnenten- oder Klickzahlen.

Eigentlich sei das Magazin dazu gedacht gewesen, dass auch das Klinikum, die Wohnbau und die Stadtwerke Artikel platzieren können, sagte Beck, „aber sie liefern uns nichts zu, insofern können wir es auch lassen“.

Auch von den Fraktionen des Gemeinderats kämen nicht immer Inhalte. Die Ortsblätter in Nendingen und Möhringen funktionierten nach wie vor und sollen beibehalten werden, für Tuttlingen müsse er aber feststellen: „Die Leute lesen keine Blätter mehr, junge Leute informieren sich ganz anders.“

Nur einer will es behalten

Die Gemeinderäte gingen da weitestgehend d’accord. Auch wenn sie das Magazin „interessant und informativ“ fände, sei die Zustellung nicht zuverlässig, sagte Ulrike Martin (LBU). Auch Peter Stresing (AfD) und Rainer Buggle (CDU) finden das Blatt entbehrlich. Einzig Thomas Kattler (FDP) würde es gern behalten: „Im Quadrat erreicht die Leute, die nicht netzaffin sind.“

Am 11. Dezember muss der Gemeinderat die Pläne noch absegnen.