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Kaputtes Bauwerk

Nach Rathaussteg: Stadt muss zweite marode Brücke sanieren

Tuttlingen / Lesedauer: 3 min

Die Stadt will nach dem Rathaussteg auch noch an eine andere Brücke ran. Der Zeitplan ist sportlich. Ist er auch haltbar?
Veröffentlicht:29.11.2023, 05:00

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Zwei baugleiche Holzbrücken gab es in Tuttlingen: der Rathaussteg zwischen dem Parkplatz Donauspitz und der Innenstadt und der Sängersteg zwischen Donaupark und Stadtgarten. Die eine wurde abgerissen und wird derzeit neu gebaut, die andere dürfte bald ein ähnliches Schicksal ereilen.

„Klar ist: Die Brücke ist kaputt, sie ist genauso marode wie der Rathaussteg“, sagte Oberbürgermeister Michael Beck in den Haushaltsberatungen des Verwaltungs- und Finanzausschusses am Montag. 2018 wurden bei einer Routineüberprüfung Mängel an den Brücken festgestellt. Tragende Teile waren feucht und dadurch morsch geworden. Die Stadt sperrte beide Brücken und ließ sie provisorisch reparieren. Eine Runderneuerung war aber unumgänglich.

Beim Rathaussteg passiert das nun. Nach Verzögerungen geht die Stadt davon aus, dass der neue Rathaussteg im Frühjahr 2024 fertig werden wird.

Geld für Sängersteg im Haushalt 2024

Der Sängersteg soll danach nicht lang auf sich warten lassen, das Baudezernat hat deshalb schon mal Geld für 2024 in den Haushalt eingestellt. Auf der Suche nach Einsparpotenzialen im unterfinanzierten Haushalt zweifelte Hans-Martin Schwarz (LBU) an, ob das denn realistisch sei. Und schlug vor, den Posten auf 2025 zu verschieben.

Allerdings: Bei den jetzt veranschlagten 720.000 Euro handelt es sich lediglich um Planungskosten. 20 bis 30 Prozent der Bausumme fielen in der Regel für die Planung an, sagte Kämmerer Jürgen Fischer. Damit wolle man unter anderem eruieren, was der Bau des neuen Sängerstegs kosten wird. Der Entwurf ist der gleiche wie für den neuen Rathaussteg. Die ersten Schätzungen liegen bei drei bis vier Millionen Euro, im Haushaltsplan stehen vorsorglich sogar fünf Millionen Euro.

Die Vorplanungen sollen 2024 anfangen, um im Winter 2024/25 die Ausschreibungen machen zu können, erläuterte Baudezernent Florian Steinbrenner. Und wann wird gebaut? In der Sitzung klang 2025 an, Pressesprecher Arno Specht rechnet auf Nachfrage eher mit 2026. Die Bauzeit dürfte analog zum Rathaussteg mindestens ein Jahr betragen.

OB droht mit Sperrung des Stegs

OB Beck will die Pläne deshalb nicht weiter aufschieben. Es gehe auch um Zuschüsse, die sich die Stadt für die Brücke erhoffe, sagte er in der Sitzung, und schob dem Gemeinderat den Schwarzen Peter zu: „Wir können die Brücke schieben, aber wenn sie nicht mehr stabil ist, müssen wir sie sperren. Da gehen alle Schüler drüber.“

Der Hinweis darauf genügte offenbar, die Planungskosten blieben fürs Erste im Haushalt.

Der Sängersteg führt in Tuttlingen vom Stadtgarten zum Umläufle und ist eine wichtige Verbindung für Schüler zum Schulzentrum.
Der Sängersteg führt in Tuttlingen vom Stadtgarten zum Umläufle und ist eine wichtige Verbindung für Schüler zum Schulzentrum. (Foto: Dorothea Hecht )

Tatsächlich ist der Sängersteg eine wichtige Verbindung ins Schulzentrum. Schülerinnen und Schüler, die mit dem Bus kommen, steigen am Stadtgarten aus und nehmen den Weg über die Brücke. Würde sie gesperrt – ob nun wegen statischer Probleme oder während der Bauzeit – müssten sie einen Umweg von etwa 500 Metern über den Poststeg oder die B14-Brücke beim E-Center in Kauf nehmen.