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Trotz Kälte 

Kurioses Fahrzeug: Weltenbummler macht Station in Tuttlingen

Tuttlingen / Lesedauer: 2 min

So ein Gespann sieht man selten. Mit seinem Fahrrad-Wohnwagen bringt Björn Grotheer tausende Kilometer hinter sich. In Tuttlingen hielt er aus einem bestimmten Grund.
Veröffentlicht:08.12.2023, 17:30

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An diesem Gespann kann man einfach nicht vorbeigehen, ohne neugierig zu gucken: Ein dreirädriges Fahrrad vorne, dahinter ein quietschgrüner, länglicher Anhänger mit Bullaugen, Solarpaneelen und einer Lichterkette, daneben ein Mann mit Leuchtweste, Mütze und Fahrradhandschuhen.

Björn Grotheer heißt der Mann. Er stammt aus Köln und ist in Tuttlingen gerade auf der Durchreise. „Ich muss die Akkupacks laden“, sagt er und deutet auf die E-Ladestation neben dem Hintereingang des Tuttlinger Rathauses. Die Mini-Photovoltaikanlage auf dem Anhänger reicht im Winter nicht aus.

Strom für die Akkupacks

Den Strom braucht er nicht etwa fürs Fahrrad, Grotheer ist ohne Motor unterwegs. Aber fürs Handy und fürs Navi, schließlich muss er seine Fans auf dem Laufenden halten. Unter dem Stichwort „Homeless on tour“ berichtet er auf Youtube, Facebook und Instagram von seiner Reise. Er finanziert seine Reise auch über Spenden. 

Grotheer ist seit Ostern auf dem Trike unterwegs. All sein Hab und Gut hat er mitgenommen und ist inzwischen 6300 Kilometer durch Deutschland geradelt. Von Köln ging es nach Berlin und Magdeburg, über den Elberadweg, den Weserradweg und den Fuldaradweg, nach Aschaffenburg, an den Rhein, rund um den Bodensee, nach Karlsruhe, und nun querfeldein zum Donauradweg. Regensburg ist sein Ziel, dort trifft er sich am 15. Dezember mit einigen anderen Fahrradcampern.

Keine Angst vor kalten Nächsten

Bis dahin hat er noch einige hundert Kilometer vor sich - und einige kalte Nächte? „Das geht“, meint Grotheer. Er habe eine Matte in seinem Anhänger und einen dicken Schlafsack, zudem keinen direkten Kontakt zum nassen Boden. „Ich hab auch schon bei minus zehn Grad am Rhein geschlafen.“

Er lebt seinen Traum

Tagsüber hält ihn das Radfahren warm: Ohne Motor und mit Anhänger ist das ganz schön anstrengend, vor allem wenn die Strecke bergig wird. Trotzdem bleibt Grotheer locker, schließlich lebt er seinen Traum, wie er sagt. „Dann muss ich zwischendurch halt mal schieben.“