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So unterstützt Trossingen Familien mit wenig Geld

Trossingen / Lesedauer: 3 min

Die Stadt will mehr Haushalten die Chancen auf den Familienpass erhöhen und hebt die Einkommensgrenzen an. So kommen mehr Trossinger günstiger in Troase oder Museen.
Veröffentlicht:30.11.2023, 15:53

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Die Stadt erhöht ab Januar die Einkommensgrenzen für den Familienpass. Mit dem erhalten dessen Inhaber zum Beispiel 35 Prozent Nachlass bei Elternbeiträgen für die Kinderbetreuung oder Familien kostenlosen Eintritt in Trossinger Museen und umsonst Leseausweise der Stadtbücherei. Der Gemeinderat beschloss jetzt die Anhebung der Einkommensgrenze um 1.500 Euro.

Den Ausschlag gibt dabei das Bruttoeinkommen des Vorjahres. Die letzte Erhöhung sei Anfang 2020 gewesen, erläuterte Iris Stieler von der Stadtverwaltung im Rat. Grundlage der jetzigen Anhebung war eine Anpassung an die Inflationsrate: Diese lag laut Stadt in den vergangenen vier Jahren bei durchschnittlich 4,15 Prozent - was in etwa der Erhöhung um 1.500 Euro entspricht.

Eintritt in Troase vermindert sich

Ein Trossinger Haushalt mit einem Kind bekam den Pass bisher bis zu einem jährlichen Bruttogehalt von 31.500 Euro (Alleinerziehende: 26.500 Euro). Ab 2024 liegt die Grenze bei 33.000 beziehungsweise 28.000 Euro. Bei mehr Kindern erhöhen sich die Einkommensgrenzen: So lagen sie etwa bei Trossinger Familien mit drei Kindern bisher bei 41.500 Euro (Alleinerziehende 36.500 Euro) - auch dort gibt es einen Zuschlag um je 1.500 Euro. Bei Familien mit mehr als vier Kindern erhöht sich die Einkommensgrenze um weitere 5.000 Euro je Kind. Dieser Passus blieb unverändert.

Der Pass soll Menschen die Teilhabe an Trossinger Angeboten ermöglichen, denen dies aufgrund ihrer finanziellen Situation sonst unter Umständen nicht möglich wäre - auch eine Ermäßigung auf Unterrichtsgebühren an der Musik- und Tanzschule oder den Eintritt in die Troase zählen dazu. Deren Zahl nimmt in Krisenzeiten zu. Entsprechend hatte die SGT-Fraktion eine deutlichere Erhöhung der Einkommensgrenzen vorgeschlagen - um 6.500 bis 7.500 Euro für Familien je nach Kinderzahl sowie 3.500 Euro für Alleinerziehende.

Mehr Eigenverantwortung gefordert

„Wir wünschen uns, dass wir hier tief in die Tasche greifen“, sagte Vatche Kayfedjian. Es sei wichtig, „ein Zeichen zu setzen und Leuten entgegenzukommen, die tagtäglich arbeiten gehen und einen Bedarf an Kinderbetreuung haben“. Iris Stieler wies darauf hin, dass es in Trossingen „oft auch Familien gibt, die nicht arbeiten gehen und dann in den Genuss der 35 Prozent Ermäßigung“ für die Kinderbetreuung kämen. Auch Ingo Hohner (Freie Wähler) forderte angesichts „immens gestiegener Sozialkosten mehr Eigenverantwortung - wir müssen anfangen zu sagen: bis hierhin und nicht weiter“.

Für die beantragte Überprüfung und Anpassung der Einkommensgrenzen je Haushalt stimmte letztlich nur die dreiköpfige SGT-Fraktion selbst. Jürgen Vosseler (CDU) nannte den Vorschlag der Verwaltung von 1.500 Euro „ausgewogen - eine weitere Anhebung halten wir nicht für machbar“. Auch Gustav Betzler (Freie Wähler) wertete den Verwaltungsvorschlag als „richtig“, Hilmar Fleischer (FDP) verwies auf die städtische Haushaltslage als Argument gegen das Bestreben der SGT.

Anzahl der Pässe bleibt konstant

Die Anzahl der ausgegebenen Familienpässe ist in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben: Sie lag zwischen 2019 und 2022 zwischen 151 und 170, in diesem Jahr waren es bis Anfang November 163 Pässe. Die Kosten für die Stadt schwankten in diesen Jahren zwischen 65.600 und 79.900 Euro, bis Ende September diesen Jahres waren es 51.000 Euro.