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Über den Wolken

Eisiges Abenteuer in Afrika: Trossinger will den Mount Kenia bezwingen

Trossingen / Lesedauer: 4 min

Der Bergsteiger plant eine Tour zum zweithöchsten Berg in Afrika. Der Kilimandscharo war dagegen ein Spaziergang.
Veröffentlicht:13.02.2024, 11:49

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Himalaya, Kilimandscharo, Fuji: Bergsteiger Stefan Kunz aus Trossingen kann auf zahlreiche, erfolgreiche Touren zurückblicken. Jetzt hat er sich ein neues Ziel gesetzt. Er will den zweithöchsten Berg Afrikas, den Mount Kenia, besteigen. „Oder besser gesagt zu erklettern, was diesen Berg durchaus zu einer Herausforderung macht“, erklärt Kunz.

Spontan auf den Kilimandscharo

Wenn alles klappt, wäre das sein 19. Berg über 5.000 Meter. Die Liebe zu anspruchsvollen Bergtouren wurde 1996 geweckt. Damals kletterte er bei einem Rucksackurlaub mit einem Freund spontan auf den Kilimandscharo. „Aus einer Laune heraus und mit komplett unpassender Ausrüstung. Das würde ich heute nicht mehr so machen“, erzählt Kunz und lacht.

Der Mount Kenia ist viel schwieriger als der Kilimandscharo.

Stefan Kunz

Mit der nächsten Tour hat sich Kunz eine anspruchsvolle Route mit zwei Gipfeln - dem „Nelion“ mit 5.189 Metern und dem „Batian“ mit 5.199 Metern Höhe - ausgesucht.

„Der Mount Kenia ist viel schwieriger als der Kilimandscharo“, erklärt Kunz. „Der Kilimandscharo ist ein normaler Trekkingberg, da kann man hoch laufen. Die einzige Herausforderung ist die Höhe.“

Schwieriger Aufstieg

Beim Mount Kenia wird der Aufstieg schwieriger. Hier führt eine Kletterroute auf den Nelion und über das Gate of Mist zum höchsten Gipfel, dem Batian. „Von dort seilt man sich dann ab“, beschreibt Kunz seine Route. Steigeisen sind hier ein Muss. Kunz steigt über die Südwestseite auf, von Januar bis März ist das die übliche Route.

Am 24. Februar beginnt die Tour. Dann fliegt Kunz von Frankfurt nach Nairobi und fährt 160 Kilometer nach Chogoria.

Bevor es auf den Mount Kenia geht, ist jedoch noch ein Abstecher geplant: „Wir besteigen vorher noch den Point Lenana, der 4.985 Meter hoch ist“, berichtet Stefan Kunz. Das dient dazu, sich an die Höhe zu gewöhnen.

Niedrige Temperaturen

Dazu kommt: In großer Höhe kann es richtig kalt werden, nachts ist mit minus zehn bis 15 Grad zu rechnen, tagsüber hofft Kunz auf Temperaturen über null Grad.

Neben der Kälte sind Kondition und Wetter entscheidend für den erfolgreichen Aufstieg. Etwa fünf Wochen vor dem Abflug hat Kunz mit Lauf- und Hanteltraining begonnen, um sich vorzubereiten.

Am Gipfeltag wird es ernst

„Es wird eine richtige Klettertour, das habe ich in der Form noch nicht so häufig gemacht“, berichtet Kunz, der in der Coronazeit viel im Donautal geklettert ist. „Auf 6.000 Meter Höhe zu klettern ist nicht ohne“, sagt er.

Eine Mischung aus Erleichterung, Befriedigung, und ein Bewusstsein dafür, dass man erst die Hälfte geschafft hat.

Stefan Kunz

Zwar hat er einen Kletterführer dabei, aber Fixseile gibt es keine. Zum Vergleich: Die Schwierigkeit entspricht mit Stufe drei bis vier etwa der sogenannten Opa-Kante im Donautal, allerdings ist der Aufstieg über viermal so lang.

„Ich hoffe, dass ich weniger als die angegebenen 14 Stunden brauche, ich rechne mit zehn bis zwölf“, sagt Kunz. Wie ist es für ihn, oben auf dem Gipfel zu stehen? „Das ist ein super Gefühl“, schwärmt Stefan Kunz.

„Eine Mischung aus Erleichterung, dass die Strapazen vorbei sind, Befriedigung, dass man oben ist und ein Bewusstsein dafür, dass man erst die Hälfte geschafft hat.“

Aufwendiger Abstieg

Danach geht es 13 Abseillängen nach unten, und dieser Teil sei nicht zu unterschätzen, so der Bergsteiger. Er habe bereits Touren abgebrochen, bei denen er wusste, dass er den Gipfel zwar erreicht, aber wenig Kraft für den Rückweg bleibt.

Für seine Touren nimmt Kunz auch unbezahlten Urlaub. Denn zusätzlich zum Bergsteigen ist es ihm wichtig, Urlaube mit seiner Frau und seinen zwei Kindern zu machen. Im Pauschalurlaub am Pool findet man ihn aber auch da selten. Safari, Tauchen, Reiten, auch diese Urlaube gestaltet er eher aktiv.

„Das Alter spielt natürlich auch eine Rolle“, sagt Kunz. Eigentlich wollte der 54-Jährige mit dem letzten runden Geburtstag den Fokus eher auf kürzere Touren legen. „Aber ich möchte noch viel sehen von der Welt“, sagt er. Die Liste an potenziellen Zielen ist jedenfalls noch lang.


Stefan Kunz bricht am 24. Februar nach Afrika auf und will am 5. März wieder zurück sein. Für die Trossinger Zeitung berichtet er von seiner Reise.