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Für welche Trossinger Projekte das Geld fehlt und welche 2024 kommen

Trossingen / Lesedauer: 4 min

Sparzwang in Trossingen: Dafür will die Stadt in den nächsten Jahren Geld ausgeben - während andere Vorhaben gestrichen oder verschoben werden.
Veröffentlicht:28.11.2023, 17:13

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Der Wille zum Sparen ist da gewesen bei der Fortsetzung der Haushaltsberatungen im Gemeinderat. Bis auf die Offene Grüne Liste und die AfD präsentierten alle Fraktionen eine ganze Reihe an Vorschlägen, wo gestrichen werden kann, um die Multimillionenschulden der Stadt nicht mehr als notwendig weiter in die Höhe zu treiben. So wurde der Bau einer neuen Halle am Bauhof für geplante 600.000 Euro fürs erste verschoben. Auch Trossinger Schulen und Kindergärten müssen sich bei dem ein oder anderen Vorhaben gedulden oder sich gedanklich von ihm verabschieden.

So wurde eine Matschanlage für den Oberlin-Kindergarten, die 10.000 Euro gekostet hätte, auf Antrag der CDU gestrichen. Und neue Garderoben im Altbau des Kindergartens gibt es vorläufig auch nicht: Die 20.000 Euro dafür wurden zunächst mit einem Sperrvermerk versehen - zuvor soll sich der Technische Ausschuss vor Ort selbst einen Eindruck verschaffen von der Notwendigkeit der fünfstelligen Investition.

Viele Millionen Euro für die Schulen

In ihre Schulen steckt die Stadt in den kommenden Jahren viele Millionen Euro - für sie galt es nun den ein oder anderen kleineren Wermutstropfen hinzunehmen: So hatte die FDP erfolgreich beantragt, ein geplantes Außenklassenzimmer des Gymnasiums zu streichen. Einspareffekt: 15.000 Euro. Und die Sanierung der Musikräume an der Realschule wurde vom kommenden Jahr auf 2025 verschoben; dafür sind gut 200.000 Euro vorgesehen.

In anderer Form spülen die Trossinger Schulen in den nächsten Jahren einige Millionen Euro in die Stadtkasse: Kämmerer Axel Henninger erwartet für 2025 gut fünf Millionen Euro seitens der Umlandgemeinden als Beteiligung am Besuch des Gymnasiums und der Realschule außerhalb Trossingens wohnender Schüler - für bereits erfolgte Investitionen wie den Bau des Ganztagsgebäudes am Schulzentrum.

55 statt 60 Millionen Euro Schulden?

Damit sänke der für das Jahr 2027 prognostizierte Schuldenstand Trossingens von mehr als 60 Millionen auf 55 Millionen Euro, rechnete Bürgermeisterin Susanne Irion vor. Die Umlandschüler kämen nicht nur aus Talheim, Durchhausen und Gunningen nach Trossingen, sondern auch aus etwa Aldingen und Villingen-Schwenningen.

Die Freien Wähler beantragten neben der Verschiebung des Hallenneubaus am Bauhof, die auch auf der Streichliste der FDP stand, unter anderem mit Erfolg eine Reduzierung des Ansatzes für die Unterhaltung städtischer Grundstücke und Gebäude um fünf Prozent. Einsparfaktor dadurch: gut 60.000 Euro.

Geld für den Kunstrasenplatz

SGT und FDP hatten beide beantragt, vorgesehene 510.000 Euro für die Sanierung und Neugestaltung der Asphaltfläche vor der Fritz-Kiehn-Halle später einzusetzen und die gleiche Summe besser für den Kunstrasenplatz am Stadion zu verwenden. Auch dieser Vorschlag wurde angenommen. Für den vorgezogenen Kunstrasenplatz erwartet die Stadt darüberhinaus einen Zuschuss von 120.000 Euro.

Die SGT regte ferner einen jährlichen Zuschuss von 2.500 Euro für das Trossinger DRK und den Unterhalt seines „Helfer vor Ort“-Fahrzeugs an. Das habe im Jahr etwa 100 Einsätze, berichtete Irion. Der Vorschlag traf bei den anderen Fraktionen auf Zustimmung. Vorerst mit einem Sperrvermerk versehen wurde ein weiterer SGT-Antrag - ein städtischer Zuschuss von 50.000 Euro für die Sanierung der Containeranlage des Trossinger Tierschutzvereins an der Kläranlage.

Biotope sollen vernetzt werden

Die CDU hatte unter anderem die Streichung von 15.000 Euro für die Einrichtung eines Hausmeisterbüros an der Rosenschulturnhalle beantragt - was angenommen wurde. Petra Hermann regte an, mit den dadurch und der Matschanlage des Kiga Oberlin eingesparten 25.000 Euro die Vereinsförderung zu erhöhen - „bei guter Jugendarbeit wie der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund“.

Die OGL beantragte eine Vernetzung von Biotopen in Trossingen - Kostenfaktor dafür in 2024: 30.000 Euro. Auch dieser Vorschlag kam durch. Bei sieben Enthaltungen angenommen wurde auf Initiative der CDU-Fraktion ebenso die Investition von 600.000 Euro für 2025 in die Umgestaltung des Rudolf-Maschke-Platzes - wobei Susanne Irion gleich klar machte, dass diese Summe nicht reichen werde.

Grundstock für neue Bürgerstiftung

Wenn alle Anträge im Finanzhaushalt durchkämen, könnten dadurch 1,18 Millionen Euro eingespart werden, hatte Kämmerer Henninger errechnet. Der Großteil fand eine Mehrheit - jedoch relativierte sich dies, weil zuletzt neue Ausgaben hinzugekommen waren: etwa 215.000 Euro im kommenden Jahr als Grundstock für die geplante neue Bürgerstiftung. Zu Buche schlug auch, dass die Sanierung des Kunstrasenplatzes von 2025 auf 2024 vorgezogen wurde. So ergab sich im Gesamthaushalt letztlich ein, allerdings zu verkraftendes Defizit von 41.000 Euro.

Die Haushaltsberatungen werden in der nächsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am Montag, 4. Dezember, um 17 Uhr im großen Saal des Rathauses fortgeführt. Weitere Themen an diesem Abend sind unter anderem der Wochenmarkt, die Beschaffung eines Gerätewagens für die Feuerwehr und der Jahresabschluss 2022 des Eigenbetriebs Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung der Stadt.