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Highway to Hell

„Es ist geil und Rock’n’Roll“: Schwenninger organisiert AC/DC-Fantreffen

Trossingen / Lesedauer: 5 min

Hugo Sepulveda ist Edelfan der australischen Hardrocker, mehr als 100 Mal hat sie live gesehen. Jetzt beteiligt er sich an einer Veranstaltung für eingefleischte Fans.
Veröffentlicht:18.03.2023, 17:00
Aktualisiert:19.03.2023, 12:33

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AC/DC — seit bald 50 Jahren leuchten die Augen jedes Rockfans bei diesen vier Buchstaben. Mehr als 100 Mal hat Hugo Sepulveda seine Lieblingsband live gesehen in Europa und Amerika. Der Hardcore–Fan aus Schwenningen, der seine ersten zweieinhalb Lebensjahrzehnte in Trossingen verbrachte, ist nun Mitorganisator eines bundesweiten Fantreffens der australischen Hardrockband, deren Mitglieder der 47–Jährige persönlich kennt.



Dass Hugo Sepulveda Mitte der 1980er Jahre einer lebenslangen Leidenschaft verfiel, geschah rückblickend fast zwangsläufig: „Mein Zimmerkamerad in einer Rehaeinrichtung auf Langeoog hat den ganzen Tag AC/DC gehört — das hat mich infiziert“.

Kein Wunder, dass die Riffs von „Highway to hell“ oder „For those about to rock“ nonstop durch die Rehaeinrichtung schallten — schließlich war sein Zimmergenosse der Neffe der beiden Bandgründer Angus und Malcolm Young. „Deren Bruder Alex lebte in Hamburg“, erläutert Sepulveda den Bezug nach Deutschland.

Beim ersten Konzert war er erst zwölf

Dorthin sei er 1988 zu seinem ersten AC/DC–Konzert eingeladen worden. Ganze zwölf Lenze zählte Hugo, „die Größe der Band war mir damals gar nicht bewusst“. Gleich mit einem Backstage–Pass ausgestattet, lernte er die Musiker kennen. Der Kontakt blieb über die Jahre erhalten: „Ich bin mal bei einer Tournee in ihrem Flugzeug mitgeflogen oder hab mit Malcolm Young in Mexiko an der Tequilabar gesessen“, erzählt Sepulveda.

Es gab oft Streit wegen der Lautstärke der Musik.

Hugo Sepulveda

Er las alles, was er über seine Heroen in die Hände kriegen konnte, trat diversen Fanclubs bei. Weniger begeistert über die musikalische Vorliebe ihres Filius zeigte sich hingegen sein Trossinger Elternhaus. „Sie haben es akzeptiert, aber es gab oft Streit wegen der Lautstärke der Musik.“ In seinem Jugendzimmer sei wegen der AC/DC–Poster „keine Tapete mehr zu sehen gewesen“.

Sepulvedas Vater Victor war selbst Musiker, Akkordeonlehrer und Kapellmeister verschiedener Blasorchester im Landkreis Tuttlingen. In den ersten Jahren fungierte er schon mal als Chauffeur etwa nach München, „zu einem von einem Dutzend Konzerten der Band, die ich bereits nach drei Jahren besucht hatte“.

Legendäre Luftgitarre bei Schulfeten

Auch an der Trossinger Realschule war Hugos heiße Liebe bekannt. „Ich trug AC/DC–T-Shirt und Kappe.“ Legendär müssen auch seine Showeinlagen bei Schulfeten gewesen sein: Nach dem Vorbild des Leadgitarristen Angus Young, bis heute bekannt für sein Schuluniform–Outfit auf der Bühne, „hab ich mich, wenn AC/DC gespielt wurde, auf dem Boden gedreht und Luftgitarre gespielt“. Selige Zeiten.

Er schaute sich die Rockband an, wo er konnte — Mitte der 90er Jahre sogar in den USA und in Chile, immer wieder in halb Europa wie Frankreich, Spanien oder Portugal, und natürlich zigfach bei Auftritten in Deutschland.

Teilweise habe er dies mit Urlauben verbunden, sein Geld verdient der Familienvater als Export– und Logistikmanager in der Schweiz, in der Regel jedoch sei er mit anderen gezielt zu den Konzerten im Ausland gefahren. Immer im Gepäck und bei jedem Auftritt seit 1990 im Einsatz: „Meine AC/DC–Kutte — die ist seit über 30 Jahren nicht gewaschen worden.“ Wie es sich gehört für ein anständiges Fan–Outfit.

Eigenes Fanzimmer eingerichtet

In seinem Haus in Schwenningen hat sich Hugo Sepulveda unterm Dach ein eigenes Zimmer eingerichtet, in denen er seinen Helden huldigt. Hunderte AC/DC–Accessoires bergen die Wände und Schränke — von zahllosen Fotografien bis zur gerahmten Fan–Platin–Platte. Wie viel Geld er in all den Jahren für seine Leidenschaft ausgegeben hat, kann der 47–Jährige nicht beziffern. „Aber ich habe eine Reihe von Bootlegs verkauft, so ist wieder Geld reingekommen.“

Dass die Hardrocker ihrem typischen Stil mit Blueselementen seit fast 50 Jahren treu geblieben sind, findet er „klasse — sie sind bodenständig und liebevolle Menschen“. Viele würden ihn fragen, „wie ich das den ganzen Tag hören kann — es ist halt geil und Rock`n`Roll!“ Wegen seiner Frau Claudia erklinge jedoch auch Latino–Musik im Haus.

Erstes Fantreffen 2017

Zuletzt live gesehen hat er die Band 2016 in Düsseldorf. Im Jahr darauf stieg das erste Fantreffen. „Anfangs war es eine Art Gartenparty für AC/DC–Fans und Freunde“, erinnert sich der Mitorganisator, der für Social Business und Medienkontakte zuständig ist. Das Hauptteam der Organisation bilden ferner Carsten Münch, Frank Dörge und Hannes Wandt. Seither sei das Treffen jedes Jahr größer geworden, „beim letzten Mal waren gut 200 Leute da, diesmal erwarten wir 400 — wir haben auch Tickets im Ausland verkauft“.

Schauplatz ist am Samstag, 10. Juni, der Ort Ohrdorf in Niedersachsen. Dorthin soll auch ein Bus aus dem Raum Villingen–Schwenningen/Bodensee fahren mit Zustiegsmöglichkeit im Kreis Tuttlingen mit bis zu 50 Fans, Interessenten können eine Mail schreiben an AC/[email protected], Infos auch bei [email protected].

Bei der inzwischen sechsten Auflage des Treffens werden unter anderem zwei Imitatoren der beiden AC/DC–Sänger auftreten, des bereits 1980 verstorbenen Bon Scott und dessen Nachfolgers Brian Johnson, Matteo Giovannone und Ivan Gac aus Chile. Hauptpreis einer Tombola wird ein Buch sein, das der bis heute aktive Leadsänger Brian Johnson signiert hat.