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Wahlkampf

Diskutiert: Gäubahn-Ausbau beschäftigt Rat

Trossingen / Lesedauer: 3 min

Experte Rainer Kaufmann thematisiert Konsequenzen für Zug-Verbindungen
Veröffentlicht:21.02.2011, 20:10

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„Wer über den Ausbau der Gäubahn spricht, kommt um das Thema ,Stuttgart 21' nicht herum, und wer wenige Wochen vor der Landtagswahl über ,Stuttgart 21' spricht, gerät in den Verdacht, Wahlkampf zu machen“, leitete Rainer Kaufmann , Geschäftsführer des Interessenverbandes zum Ausbau der Gäubahnlinie, in seinen Vortrag ein. An Wahlkämpfen werde er sich allerdings nicht beteiligen.

Ein wenig Wahlkampf kam dann während der Gemeinderatssitzung doch auf. So musste sich Grünen-Gemeinderätin und Landtags-Kandidatin Susanne Reinhardt-Klotz bei „Stuttgart 21“-kritischen Fragen von Willy Walter (FDP) vorwerfen lassen, im Gemeinderat nun Wahlkampf zu machen. „Damit tun Sie genau das, was Sie uns vorgeworfen haben, als wir den Antrag zu der Informationsveranstaltung stellten.“ Den Antrag hatten CDU, FDP und Freie Wähler in der vorangegangenen Gemeinderatssitzung gestellt.

Darauf entgegnete Reinhardt-Klotz: „Sie müssen mir schon gestatten, etwas zum Thema zu sagen, wenn Sie das Thema schon auf die Tagesordnung setzen.“

In seinem Vortrag führte Rainer Kaufmann zunächst in die Probleme der Gäubahn ein. So sei 1946 das zweite Gleis demontiert worden, was seit dem die Kreuzungsmöglichkeiten auf der Strecke einschränkt. „Dadurch ist der Verkehrsfluss erheblich gestört.“ Zudem gebe es keine verlässlichen Anschlüsse in Stuttgart und Zürich. Für die Ausbaumaßnahmen rechne man insgesamt mit Kosten in Höhe von 134 Millionen Euro. Zusammen mit dem „Stuttgart 21“-Konzept ermögliche der Gäubahn-Ausbau „sehr gute Verknüpfungen von Fern- und Regionalverkehr, viele neue umsteigefreie Verbindungen im ganzen Land, kürzere Fahrzeiten, ein integrales Fahrplankonzept im ganzen Land und eine optimale Anbindung von Flughafen Stuttgart und Messe Stuttgart.“ Verbindungen sparen Zeit

Kaufmann stellte eine heutige und eine künftige ICE-Verbindung gegenüber. So dauert beispielsweise eine ICE-Zugverbindung Rottweil – Stuttgart Hauptbahnhof heute von 8.50 Uhr bis 10.06 Uhr (1 h, 16 Minuten) und bis zum Flughafen bis 10.42 Uhr (1 h, 52 Minuten). Künftig dauere die Zugfahrt Rottweil – Flughafen/Messe beispielsweise von 8.37 Uhr bis 9.36 Uhr (59 Minuten) und bis zum Hauptbahnhof bis 9.45 Uhr (1 h, 8 Minuten). Die Gäubahn-Strecke soll künftig in Stuttgart über den Flugplatz und die Messe bis zum Stuttgarter Tiefbahnhof führen. Um die Verbindungen von Trossingen zu berechnen, müsste man bei einer Abfahrt am Staatsbahnhof 15 Minuten zur Fahrzeit dazu rechnen und bei der Abfahrt bei Trossingen Stadt 22 Minuten.

Eine weitere Folge des Ausbaus der Gäubahn könnte sein, die bisherige Zugkreuzung von Deißlingen zum Trossinger Staatsbahnhof zu verlegen.

Kaufmann: „Wichtig ist es jetzt, den Schulterschluss mit den Anliegern von Stuttgart-Nürnberg zu suchen, die Finanzierung zu sichern, die Neuordnung der Regionalen Zugverbindungen weiter zu verfolgen und die Chancen für das Städtedreieck VS- Trossingen – Rottweil zu erkennen.“